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Ortsbegehung

Ringen um die Parkplätze in Stadtamhof

In der Gräßlschleife plant die Stadt eine neue Quartiersgarage. Die CSU bemängelt den Wegfall kostenloser Stellplätze.
Von Daniel Steffen

Bislang können sowohl die Allgemeinheit als auch Anwohner die Parkplätze in der Gräßlschleife kostenlos nutzen. Eine Quartiersgarage soll in Zukunft die bestehenden Parkplätze ersetzen.  Foto: Steffen
Bislang können sowohl die Allgemeinheit als auch Anwohner die Parkplätze in der Gräßlschleife kostenlos nutzen. Eine Quartiersgarage soll in Zukunft die bestehenden Parkplätze ersetzen. Foto: Steffen

Regensburg.Ist die angedachte Quartiersgarage in Stadtamhof erwünscht oder nicht? Über das Thema scheiden sich offenbar die Geister, wie bei der Ortsbegehung des CSU-Ortsverbands (OV) Stadtamhof deutlich wurde. Unter Leitung des OV-Vorsitzenden Konrad Brenninger unternahmen die Christsozialen mit interessierten Anwohnern einen Spaziergang, bei dem kommunalpolitische Themen rund um den Stadtteil behandelt wurden. Eines der Themen, die angesprochen wurden, war jene Quartiersgarage, die von der Stadtverwaltung nun fokussiert wird und östlich der Protzenweiherbrücke gebaut werden soll.

Brenninger äußerte seinen Unmut darüber, dass der Bau der Garage mit 200 Plätzen in der Gräßlschleife bewirke, dass etliche kostenfreie Stellplätze vor Ort entfielen. „Das wollen die Einzelhändler nicht“, sagte er. Eine Anwohnerin stimmte ihm zu: „Es ist für den Einzelhandel sehr wichtig, dass die Parkplätze kostenlos bleiben“, hieß es. Brenninger kritisierte zudem, dass bei der geplanten Quartiersgarage 50 Stellplätze für die Hochschule für Katholische Kirchenmusik und Musikpädagogik reserviert seien. Dies empfinde er gegenüber den Anwohnern als unfair, deshalb wehre sich die CSU dagegen.

Unterschiedliche Meinungen zur geplanten Quartiersgarage

In Stadtamhof einen Parkplatz zu finden, ist oft ein Problem – für Anwohner und Besucher. Foto: Lex
In Stadtamhof einen Parkplatz zu finden, ist oft ein Problem – für Anwohner und Besucher. Foto: Lex

Ein anderer Anwohner forderte grundsätzlich mehr Anwohnerparkplätze für Stadtamhof. Gern könnten diese auch am Protzenweiher, in der Nähe des Dultplatzes, angesiedelt sein. Auch eine Mischungsnutzung von Parkplätzen sei für ihn denkbar. Diese stellte er sich so vor, dass die Parkplätze tagsüber von der Allgemeinheit genutzt werden können, ab dem frühen Abend und über Nacht aber wieder den Anwohnern zugewiesen seien.

Auf MZ-Anfrage reagierte der Verein „Pro Stadtamhof“, der sich bereits im Juni zur Parkplatzsituation im Stadtteil geäußert hatte. Vorsitzender Alexander Irmisch-Hergert sagte, er sei über den Bau der Quartiersgarage am Protzenweiher froh. Für einen aufstrebenden Stadtteil, in dem viele Familien leben, sei der Bau notwendig, hieß es. Unser Medienhaus erreichte zunächst den zweiten Vereinsvorsitzenden, Fritz Ehrl: Dieser betonte, dass die Einzelhändler und Wirte durchaus unterschiedlicher Meinung zu einer Quartiersgarage seien, sie aber in jedem Fall die Beibehaltung der Kurzzeitparkplätze in der Straße Stadtamhof und am Protzenweiher begrüßen würden. Dort könne – je nach Standort – mit Parkscheibe bis zu mehreren Stunden kostenlos geparkt werden. Priorität hätten diese Parkplätze vor allem deshalb, weil sie in unmittelbarerer Geschäftsnähe liegen. Das städtische Parkraumkonzept könnte die bestehenden Verhältnisse kippen. Es sieht vor, das kostenlose Parkraumangebot im Stadtteil zu verringern und bisher freie Stellplätze zu bewirtschaften.

Die Sicht der Stadt

  • Bewirtschaftung:

    Laut Stadt kann die Quartiersgarage die vorhandenen Stellplatzdefizite in Stadtamhof verhindern, wenn das kostenfreie Parkraumangebot verringert wird, die frei nutzbaren Stellplätze im Umfeld bewirtschaftet werden und die geplante Garage in das Parkleitsystem integriert wird.

  • Differenzierung:

    In der Parkgarage müsse das Angebot für die Nutzergruppen Bewohner und öffentliches Parken differenziert werden.

Stadt rechnet mit 128 Parkplätzen mehr

Alexander Irmisch-Hergert zeichnet ein düsteres Bild: „Dann wäre der einzige Standortvorteil, den wir noch haben, auch weg“, sagte er in Anspielung auf die gern genutzten Kurzzeit-Parkplätze. Ohnehin habe man mit der Konkurrenz aus den großen Einkaufszentren zu kämpfen, da diese in großer Zahl kostenlose Parkplätze anbieten.

Am 3. Mai 2017 hatte der Ausschuss für Stadtplanung, Verkehr und Wohnungsfragen die Verwaltung beauftragt, die weiteren Schritte für die Planung einer Quartiersgarage zu unternehmen. Eine Berechnung ergab, dass mit dem Bau 72 bestehende, kostenlos nutzbare Parkplätze in der Gräßlschleife entfallen und 200 neue an derselben Stelle entstehen. Unter dem Strich ergebe dies ein Plus von 128 Plätzen. Im geplanten Parkhaus halten sich Quartiersparkplätze und öffentliche Stellplätze laut Planung die Waage: Je 100 sind für jede Kategorie vorgesehen.

Verkehr

Parkplätze: Erste Entlastung

Der Plan für eine Quartiersgarage in Stadtamhof nimmt Gestalt an. Das Parkhaus am Unteren Wöhrd lässt auf sich warten.

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