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Verkehr

Baustelle frustriert Anwohner

In der Lappersdorfer Straße in Regensburg erneuert die Rewag Leitungen. Die Straßensperrung macht den Anwohnern zu schaffen.
von Daniel Steffen

Monika und Gustl Schirmer haben mit den beengten Verhältnissen an der Baustelle in der Lappersdorfer Straße zu kämpfen. Foto: Steffen
Monika und Gustl Schirmer haben mit den beengten Verhältnissen an der Baustelle in der Lappersdorfer Straße zu kämpfen. Foto: Steffen

Regensburg.„Der Verkehr staut sich morgens bis hin zum Gartencenter Hauner“, sagt Gustl Schirmer. Der Rentner ist Anwohner der Lappersdorfer Straße und hat das Bild von schier endlosen Autokolonnen ständig vor Augen. Auch stadtauswärts geht zu den Stoßzeiten in der Lappersdorfer Straße nur wenig voran: Gegen 8 Uhr morgens oder beim Feierabendverkehr stünden die Fahrzeuge schon mal bis zum Auerbräu, im ungünstigsten Fall auch bis zur Frankenstraße. Der Grund dafür liegt in den Bauarbeiten, die derzeit auf Höhe der Bäckerei Gabelsberger durchgeführt werden. Auf der östlichen Straßenseite erneuert die Rewag Trinkwasser- und Erdgas-Leitungen, was mit sich bringt, dass der Verkehr aufgrund der Sperrung jeweils nur in eine Richtung rollen kann. Die Arbeiten verlaufen in sechs Bauabschnitten von jeweils 90 Metern Länge und dauern laut Rewag bis zum Ende des Jahres an. Der Verkehrsfluss wird durch eine Baustellenampel reguliert.

Schwere Zeit für Rollstuhlfahrer

Eine Bäckerei und ein Pizzashop scheinen von der Außenwelt isoliert zu sein. Foto: Steffen
Eine Bäckerei und ein Pizzashop scheinen von der Außenwelt isoliert zu sein. Foto: Steffen

Fußgänger nutzen derweil einen dünnen Streifen, der vom Gehweg für die Nutzung übriggeblieben ist. „Das ist kein gutes Gefühl, da durchzugehen“, sagt Gustl Schirmer und verweist auf seine Frau Monika, die auf den Rollstuhl angewiesen ist. „Gerade Gehbehinderte und Frauen mit Kinderwagen haben es sehr schwer, hier durchzukommen.“ Kaum sind seine Worte gesprochen, „verheddert“ sich der Rollstuhl von Monika Schirmer an einem der Füße des Absperrzauns. Nach einem kleinen Lenkmanöver können die beiden die Engstelle passieren. „Die Sache wird dadurch noch schwerer, dass auch Radfahrer den Gehweg nutzen“, sagt Gustl Schirmer. Für diese habe er aber Verständnis, da sie sich auf der engen Straße „wohl noch unsicherer fühlen“, mutmaßt er.

„Gerade Gehbehinderte und Frauen mit Kinderwagen haben es sehr schwer, hier durchzukommen.“

Gustl Schirmer, Anwohner

Auch Rewag-Pressesprecher Martin Gottschalk sagt, dass „mit der Baustelle Behinderungen für die Verkehrsteilnehmer verbunden“ sind. Diese habe die Rewag „so gering wie möglich halten“ wollen. Zwar sei es für das Unternehmen „nicht zwingend erforderlich“ gewesen, den Gehweg weiter für die Fußgänger geöffnet zu halten, da aber sehr viele Fußgänger unterwegs seien, habe man sich für diesen Schritt entschieden, teilte die Rewag auf Anfrage der Mittelbayerischen mit.

Den Austausch der Leitungen betrachtet Gottschalk als unabdingbar. „Insbesondere die auszuwechselnde Niederdruckgasleitung hatte in den vergangenen Jahren mehrfach Schäden aufgewiesen“, sagt er. Die aus dem Jahr 1968 stammende Leitung habe deshalb „rund zehn Mal repariert werden“ müssen. Er bedauere die Unannehmlichkeiten, die mit den Arbeiten verbunden seien, jedoch seien die Maßnahmen „im Hinblick auf eine zuverlässige Versorgung mit Trinkwasser und Energie alternativlos“.

Bäckerei muss früher schließen

Jeder Bauabschnitt beansprucht Gottschalk zufolge vier Wochen Zeit. Von dem laufenden ersten Bauabschnitt ist unter anderem die Bäckerei Gabelsberger betroffen: Da sie direkt hinter dem Bauzaun liegt und in der näheren Umgebung nicht geparkt werden kann, hat sie es zumindest für einen kurzen Zeitraum schwer. Als Stammkunde weiß das auch Gustl Schirmer. „Normalerweise hat die Bäckerei wochentags bis 17 Uhr auf. Aufgrund der Situation muss sie schon um 13 Uhr zumachen“, sagt der Rentner, der beobachten konnte, wie ein Teil der Kundschaft ausbleibt.

Der Ablauf der Bauarbeiten

  • Bauabschnitte eins und zwei:

    Begonnen haben die Bauarbeiten der Rewag am 3. April in Höhe des Kreuzungsbereichs zur Straße Am Holzhof. Im zweiten Bauabschnitt, der demnächst folgt, setzen sich die Arbeiten in der Lappersdorfer Straße bis in Höhe Köhlerstraße fort.

  • Abschluss:

    Danach werden die Arbeiten von der Köhlerstraße bis zur Glasbläserstraße fortgeführt. Der letzte Bauabschnitt erstreckt sich ab Höhe Holzhof bis zur Schwandorfer Straße. Sind alle Hauptleitungen neu verlegt, erneuert die Rewag die Trinkwasser- und Erdgas-Hausanschlüsse. (mds)

Marion Gabelsberger, die Mutter von Bäckerei-Geschäftsführer Florian Gabelsberger, kann das so bestätigen. Sie zeigt jedoch Verständnis für die Bauarbeiten: „Ja, mei. Ich denke, dass sie notwendig sind. Man muss halt das Beste aus der Situation machen“, sagt sie. Nach Abschluss der Bauarbeiten habe jeder von den Maßnahmen Vorteile – ob nun erneuerte Leitungen oder ein schnelleres Internet.

Glasfaserleitungen für ein schnelles Internet werden Gottschalk zufolge aktuell nicht verlegt. Allerdings führe die Rewag im Rahmen der laufenden Bauarbeiten „vorbereitende Maßnahmen“ für die Verlegung einer entsprechenden Glasfaseranbindung durch. „Im Falle eines Ausbaus des Glasfasernetzes wären die dann zu erfolgenden Arbeiten im Hinblick auf Behinderungen sehr unproblematisch“, sagt er.

„Ja, mei. Ich denke, dass sie notwendig sind. Man muss halt das Beste aus der Situation machen.“

Marion Gabelsberger von der Bäckerei Gabelsberger

In den kommenden Monaten dürfte sich die Verkehrssituation in der Lappersdorfer Straße kaum entspannen, zumal auch an der nahe gelegenen Reinhausener Brücke Bauarbeiten durchgeführt werden. Die Sanierung der Brücke soll laut Stadt bis Jahresmitte abgeschlossen sein. Zurzeit werden auf der nördlichen Brückenhälfte das westliche Widerlager saniert und die Betonschäden auf der Brückenplatte beseitigt.

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