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Tradition

Festbesucher trotzten dem Regen

Die Pfarrei Steinweg feierte ihr Dreifaltigkeitsbergfest. Hunderte stiegen trotz Schmuddelwetter auf das „Dach Regensburgs“.
von Daniel Steffen

Trotz Regen ließen sich die Besucher nicht die gute Laune nehmen. Foto: Daniel Steffen
Trotz Regen ließen sich die Besucher nicht die gute Laune nehmen. Foto: Daniel Steffen

Regensburg. Wer einen Regenschirm dabei hatte, der konnte sich glücklich schätzen. Dieser war am Sonntag beim Dreifaltigkeitsbergfest auch dringend vonnöten. Anders als viele hofften, klarte der Himmel am frühen Nachmittag nicht mehr auf und so mussten die mehreren Hundert Besucher weiterhin das Schmuddelwetter in Kauf nehmen.

Dass das Fest aber sprichwörtlich in den Regen fiel, ist weit übertrieben. Die gute Laune blieb den Gästen und Mitwirkenden erhalten - sehr zur Freude von denen, die das Dreifaltigkeitsbergfest von langer Hand vorbereitet hatten. „Mei, der Regen gehört auch dazu. Er ist ja gut für die Natur“, sagte etwa Jutta Horn, die seit über 30 Jahren regelmäßig beim Fest Waffeln zubereitet.

Gäste hatten Lust auf Süßes

Der Orchesterverein Steinweg gab an der Dreifaltigkeitskirche bayerische und böhmische Blasmusik zum Besten. Foto: Daniel Steffenx
Der Orchesterverein Steinweg gab an der Dreifaltigkeitskirche bayerische und böhmische Blasmusik zum Besten. Foto: Daniel Steffenx

Und dort, am Stand der Kolpingsfamilie Steinweg, standen die Gäste trotz der Wetterkapriolen Schlange. „Das Fest ist eben Tradition“, erklärte Horn, die weiß, dass sich die Besucher jedes Jahr aufs Neue auf die süßen Spezialitäten freuen. So legten sich die fleißigen Kolping-Damen erneut ins Zeug, damit es sich die Gäste schmecken lassen konnten. Auch Wein, Fisch und Käse hatte die Kolpingsfamilie im Angebot - und wenn man schon einmal unter dem schützenden Pavillon-Dach Platz genommen hatte, verließ man diesen Platz äußerst ungern.

Sehen Sie hier mehr Bilder vom Dreifaltigkeitsbergfest:

Impressionen vom Dreifaltigkeitsbergfest

Die vielen Hundert Bierbänke unter freiem Himmel waren am Sonntag weniger gefragt, da Petrus einfach nicht seine Schleusen schließen wollte. Die Aussicht vom „Dach der Stadt“ auf das historische Welterbe blieb in der Tat getrübt - und an den Ständen wurde manch ein Tisch vorsichtshalber mit einer Plane überzogen. Im Eingangsbereich der Kirche herrschte wie gewohnt Hochbetrieb: Dort konnte man beim Pfarrgemeinderat sein Losglück probieren. 1000 Gewinne standen 3000 Nieten gegenüber und wer weniger Fortune hatte, der konnte sich mit einem Bonbon vertrösten. Angesichts der vielen Blumen, Kerzenständer und Haushaltsgeräte, die es zum Beispiel zu gewinnen gab, lässt sich dennoch vermuten, dass den meisten das Glück zumindest zu einem späteren Zeitpunkt hold war.

Familienglück: Joseph Wasswa, Sophia Schaaf und Tochter Benita Foto: Daniel Steffenx
Familienglück: Joseph Wasswa, Sophia Schaaf und Tochter Benita Foto: Daniel Steffenx

Als Hauptpreis winkte ein Mountainbike, gesponsert vom Zweiradhändler Ehrl. Gewinner waren jedoch letzlich alle, da die Einnahmen aus der Tombola sozialen Zwecken in der Pfarrei zugute kommen. Wer sich etwa einen Pfarrausflug nicht leisten kann, dem wird hier finanziell unter die Arme gegriffen.

Sophia Schaaf und ihr Team vom Förderverein für Musik und Kultur Uganda hatten ein anderes Ansinnen: Sie verkauften afrikanisches Kunsthandwerk und ugandische Kinderkleidung, um weiter Geld für die „International School of Music, Languages and Studio Production“ zu sammeln. Die Schule in Masaka (nahe dem Viktoriasee) ist bereits in den Grundfesten, wie die Besucher auf mehreren Fotografien sehen konnten. „Wir brauchen jetzt Einnahmen für die Hangrückwand und vor allem für das Dach“, sagte Joseph Wasswa, der das Schul-Bauprojekt gestartet hatte.

„Auch Kleinvieh macht Mist“

Rund 70 000 Euro würden dafür benötigt, zudem gebe es die Möglichkeit, Raum-Patenschaften abzuschließen. Die Schulräume würden dann den Namen des Stifters tragen, erklärte Wasswa. Vier großzügige Spender hätten sich bereits auf diese Weise für den Schulbau eingesetzt. Mit den Einnahmen durch den Kunst-Verkauf wird nun wohl der eine oder andere Euro für das Gesamtprojekt hinzukommen - oder, wie es Wasswa formulierte: „Auch Kleinvieh macht Mist.“Aktuell macht er eine Pause in seinem Job als Chorleiter von Steinweg, damit er sich voll und ganz auf seine Promotion konzentrieren kann.

Nach dem Motto „Dem Gast soll es an nichts mangeln“ handelten die Damen vom Frauenbund in Steinweg. Im Vorfeld hatten sie an die 40 Kuchen gebacken, womit die Besucher nach Herzenslust zuschlagen konnten. Viele ließen sich das Gebäck einpacken, um es später bei einer Tasse Kaffee in den eigenen vier Wänden zu genießen. Und auch wenn das Wetter am Sonntag beileibe nicht mitspielte, harrten viele Besucher noch lange Zeit an der Dreifaltigkeitskirche aus. Für Musik auf dem Berg sorgte der Orchesterverein Steinweg, der auch musikalisch durch den Gottesdienst geführt hatte. Den leitete am Vormittag Pfarrer Nikolaus Grüner, der davon sprach, dass sich die Reihen in der Kirche „fast so gut wie an Weihnachten“ füllten.

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