MyMz
Anzeige

Hilfe

Viagra-Verbot: Ehemann ruft die Polizei

Ob vermasselte Liebesnacht oder laut pickender Specht – wir schildern skurrile Anrufe bei den Regensburger Ordnungshütern.
Von Heike Haala, MZ

Polizeiobermeister Alfred Schwabl sitzt in der Einsatzzentrale des Polizeipräsidiums. Hierhin und an die Regensburger Polizeidienststellen wenden sich Bürger bisweilen auch mit seltsamen Anliegen.
Polizeiobermeister Alfred Schwabl sitzt in der Einsatzzentrale des Polizeipräsidiums. Hierhin und an die Regensburger Polizeidienststellen wenden sich Bürger bisweilen auch mit seltsamen Anliegen. Foto: Haala

Polizei? Bitte kommen: Ehefrau verbietet Einnahme von Viagra

Potenzprobleme können einer heißen Liebesnacht zwar ein jähes Ende setzten, dennoch handelt es sich dabei um einen privaten Notfall. Keinesfalls aber um einen, für den die Polizei zuständig ist. Dies musste ein Beamter einem Senior mitteilen, der die Notrufnummer 110 wählte, weil seine Liebste ihm die Einnahme der Potenzpille Viagra untersagte. Zudem wurde der Mann darüber aufgeklärt, dass diese Leitung für wirkliche Notfälle freigehalten werden muss. Als Volljähriger ist er für sich selbst verantwortlich und kann über die Einnahme der Pille eigenständig entscheiden. Anders hätte es ausgesehen, wenn der Mann wegen seines Vorhabens von seiner Gattin bedroht worden wäre. Denn damit hätte sie eine Straftat begangen, für die die Polizei sehr wohl zuständig ist.

Ein Fall für die 110?

  • Notfall:

    Der Notruf 110 sollte unbedingt verständigt werden, wenn es schnell gehen muss. Etwa bei aktuellen Straftaten wie Einbrüchen oder Überfällen sowie bei schweren Unfällen. Wer die 110 wählt, wird mit der Einsatzzentrale am Polizeipräsidium Oberpfalz verbunden. Auch bei verdächtigen Beobachtungen, wie fremden Menschen in Nachbars Garten, sollte die Polizei unter der 110 verständigt werden.

  • Andere Anliegen:

    Wenn ein Einbruch nicht akut festgestellt wird, bei Ruhestörung, Parkremplern oder anderen nicht akuten, alltäglichen Problemen aber sind die Dienststellen der Regensburger Polizeiinspektionen (PI) zuständig.

  • Kontakt:

    Südlich der Donau bis zur Stadtgrenze ist die PI Süd zuständig. Sie ist unter der Telefonnummer (0941) 5 06 21 21 zu erreichen. Nördlich des südlichen Donauarms ist die PI Nord Ansprechpartner. Sie ist unter der Telefonnummer (0941) 5 06 22 21 zu erreichen. Wer etwas zur Anzeige bringen will, muss aber persönlich erscheinen.

  • Missbrauch:

    Wer sich einen Scherzanruf unter der 110 erlaubt oder dort einen Notfall meldet, der in Wirklichkeit gar nicht stattfindet, den erwartet eine Anzeige wegen des Missbrauchs von Notrufen. Das ist eine Straftat, die ein Verfahren bei der Staatsanwaltschaft nach sich ziehen kann.

  • Aktion:

    Die Polizei in Berlin will die Bürger dafür sensibilisieren, welche ihrer Probleme ein Fall für die 110 sind. Anliegen, wegen derer die Bürger 110 wählen, die aber keine Notfälle sind, veröffentlicht sie deswegen seit Montag auf Twitter unter dem inzwischen sehr beliebten #nonotruf .

  • Soziale Medien:

    Auch das Polizeipräsidium wird ab Montag in den sozialen Medien aktiv sein. Auf Facebook ist es ab dann unter „Polizei Oberpfalz“ zu finden, auf Twitter unter dem Namen polizei.oberpfalz@polizeiopf.de. Die Kanäle dienen der Öffentlichkeitsarbeit. Hier können keine Anzeigen oder Notrufe abgesetzt werden. (la)

Zu betrunken: Feierprinz fordert Geleit für Einlass in die Disko

Zu betrunken für die Disko: Ein Mann Feierprinz wählt die 110.
Zu betrunken für die Disko: Ein Mann Feierprinz wählt die 110. Foto: altrofoto.de

Ein Anliegen, mit denen sich die Beamten vor allem am Samstagabend konfrontiert sehen: Dann melden sich bisweilen Betrunkene, denen ein Türsteher den Einlass in eine Diskothek verwehrte – auch unter der Notrufnummer 110. Ihr Ansinnen: Die Polizei soll ihnen den Weg an der Diskotüre frei machen. Diese Forderung wird gerne mit dem Hinweis verbunden, dass die Feierprinzen schließlich Steuern zahlen und deswegen ein Anrecht auf dieses Geleit der Polizei hätten. Haben sie aber nicht. In der Diskothek hat der Betreiber das Hausrecht, deswegen darf er seinem Personal Anweisungen geben, wer in den Laden reindarf und wer nicht. Auch diese Anrufer werden über den Sinn der Notrufnummer aufgeklärt.

Stillgestanden: Frau im Stau will wissen, wie lange es dauert

Eine Frau, die im Stau steckte, wandte sich an den Notruf, weil sie wissen wollte, wie lange er sich noch hinzieht.
Eine Frau, die im Stau steckte, wandte sich an den Notruf, weil sie wissen wollte, wie lange er sich noch hinzieht. Foto: Eder

Ja, ein Stau ist lästig und dauert. Dennoch sind der Termindruck oder die Langeweile, die dadurch entstehen, kein Grund dafür, die 110 zu wählen. Aber genau zu diesem Schritt entschied sich eine Fahrerin, die nach einem Verkehrsunfall in der Autoschlange warten musste. Sie meldete sich unter der Nummer und erhoffte sich Auskunft darüber, wie viel Zeit sie noch im Stau zubringen muss. Zwar kann die Polizei unter Umständen Auskunft darüber geben, wie lange sich der Stau noch hinziehen wird, jedoch nicht unter der Notrufnummer. Dafür sind die Dienststellen zuständig. Sie sind auch der richtige Ansprechpartner bei kleineren Unfällen wie Parkremplern. Wer aber in einen schweren Verkehrsunfall verwickelt ist oder einen solchen beobachtet, sollte sich unbedingt an die 110 wenden. Denn hier zählt jede Minute.

Unbekannter Specht wegen Ruhestörung angezeigt

Ein Regensburger fühlte sich vom Picken eines Spechts gestört und wendete sich an die zuständige Polizeidienststelle.
Ein Regensburger fühlte sich vom Picken eines Spechts gestört und wendete sich an die zuständige Polizeidienststelle. Foto: Werner Borok

So ein Dauerhämmern auf Metall kann echt nerven. Deswegen wollte ein Regensburger einen unbekannten, wildlebenden Vogel aus der Familie der Spechtvögel (Piciformes) wegen andauernder Ruhestörung bei der zuständigen Polizeidienststelle anzeigen. Der Specht habe es sich seit Jahren zur Angewohnheit gemacht, gegen die Luftschutzsirene zu hämmern, die sich auf dem Dach einer Schule befindet. Das Verhalten des Vogels habe sich im Laufe der Zeit zudem verstärkt. Die Polizei aber konnte dem Mann nicht helfen. Alle Spechtvögel stehen laut der Vogelschutzrichtlinie unter Schutz. Deswegen sah sich die Polizei nicht imstande, gegen den Ruhestörer einzuschreiten – oder ihn gar mit der Dienstpistole abzuschießen. Der Mann forderte die Stadtverwaltung auf, Dämmmatten an der Sirene anzubringen oder dem Treiben anders Einhalt zu gebieten.

Glühbirne defekt? Hier tappt auch die Polizei im Dunklen

Ein Mann wandte sich an den Nutruf, weil die Lampe in seinem Flur den Dienst versagte.
Ein Mann wandte sich an den Nutruf, weil die Lampe in seinem Flur den Dienst versagte. Foto: dpa

Ein Regensburger Mieter sah sich mit einem kurz angebundenen Polizeibeamten am anderen Ende der Notrufleitung konfrontiert, nachdem er die 110 gewählt hatte. Er wandte sich an die Nummer, weil er festgestellt hatte, dass die Glühbirne der Deckenlampe in seinem Hausflur nicht mehr funktioniert. Ob sich der Mann in dem Hausflur ohne den Schein der Glühbirne derart gruselte, dass er keinen anderen Ausweg als die 110 sah, ist heute nicht mehr festzustellen. So oder so – die Polizei ist in diesem Fall nicht zuständig. Der Mann wurde über die Verwendung der Notrufnummer aufgeklärt. Zudem gab ihm der Beamte den Tipp, sich wegen des Flurlichts doch an den Hausmeister oder die zuständige Hausverwaltung zu wenden.

Führungszeugnis gefordert: kein Fall für die Notfallnummer

Das Führungszeugnis können Bürger bei der zuständigen Gemeinde anfordern.
Das Führungszeugnis können Bürger bei der zuständigen Gemeinde anfordern. Foto: dpa

Für diese Anruferin hatten die Polizeibeamten sogar Verständnis. Wenn sie ihr auch nicht helfen konnten – und das schon gar nicht unter der Notrufnummer. Die Frau benötigte ein Führungszeugnis und wollte die Formalitäten abklären: Wie ist es zu beantragen? Woher bekommt sie das? Und welche Unterlagen werden dafür benötigt? Ein Anliegen, das sie unwillkürlich mit der Polizei als zuständige Behörde in Verbindung brachte. Neben der obligatorischen Aufklärung zur Notrufnummer bekam sie von den Beamten die Auskunft, dass sie das Führungszeugnis bei der für sie zuständigen Gemeinde beantragen kann. Dafür kommen in Regensburg die Stadt oder das Landratsamt in der Altmühlstraße in Frage.

Kanarienvogel hinter einem Schrank nimmt trauriges Ende

Wegen eines Kanarienvogels meldete sich eine Frau bei der zuständigen Dienststelle. Das Tier hatte sich hinter dem Schrank versteckt.
Wegen eines Kanarienvogels meldete sich eine Frau bei der zuständigen Dienststelle. Das Tier hatte sich hinter dem Schrank versteckt. Foto: dpa

Eine besorgte Vogelbesitzerin wendete sich an die zuständige Polizeidienststelle, weil sich ihr Kanarienvogel hinter einen Schrank zurückgezogen hatte und dort nicht mehr hervorkommen wollte. In ihrer Not sah die arme Frau keinen anderen Ausweg mehr, als sich mit dem Anliegen an die Polizei zu wenden. Und die rückte aus. Allerdings konnten die Beamten das Tierchen nur noch tot bergen. Die Frau hatte versucht, ihn mit einem Besen aufzuscheuchen, und ihn dabei erschlagen.

Die Polizei in Berlin twittert Anliegen von Bürgern, die nicht 110-würdig sind. Hier ein paar Beispiele:

Weitere Polizeimeldungen aus Regensburg finden Sie hier.

Sie sind noch nicht registriert?

Neu registrieren

MessageBox

Nachricht