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Tarifstreit

Warnstreik betrifft auch die Kitas

Ver.di ruft am Dienstag in Regensburg zu Streiks im öffentlichen Dienst auf. Vor allem Eltern werden die Auswirkungen spüren.
Von Julia Ried, MZ

2015 streikten Beschäftigte im öffentlichen Sozial- und Erziehungsdienst. Am kommenden Dienstag sind alle tariflich Beschäftigten der Stadt zur Arbeitsniederlegung aufgerufen.
2015 streikten Beschäftigte im öffentlichen Sozial- und Erziehungsdienst. Am kommenden Dienstag sind alle tariflich Beschäftigten der Stadt zur Arbeitsniederlegung aufgerufen. Foto: MZ-Archiv/Klein

Regensburg.Die Dienstleistungsgewerkschaft Ver.di ruft im Rahmen der Tarifverhandlungen für den öffentlichen Dienst die tariflich Beschäftigten der Stadtverwaltung nächsten Dienstag zum Warnstreik auf, wie sie am Freitagnachmittag mitteilte. Auch in Kindertagesstätten, -horten, -krippen und Mittagsbetreuungen werde es deshalb zu deutlichen Einschränkungen kommen.

Einer Mitteilung der städtischen Pressestelle zufolge sind am Dienstag alle städtischen Mittagsbetreuungen geschlossen. Zudem sollen sich die Eltern darauf einstellen, dass auch die meisten Kinderhorte, Kindergärten, Kinderhäuser und Krabbelstuben, die die Stadt betreibt, nicht öffnen. Vertreter der Kommune und der Gewerkschaft haben sich aber auf eine Notdienstregelung geeinigt: Sechs der insgesamt 38 Einrichtungen können in Notfällen angefragt werden.

Die Gewerkschaft fordert unter anderem sechs Prozent mehr Lohn für die Beschäftigten, für die Auszubildenden 100 Euro mehr, ein Ende von sachgrundlosen Befristungen und die Übernahme von Auszubildenden.

„In dem Bereich zu streiken, finde ich nicht besonders witzig.“

Oberbürgermeister Joachim Wolbergs

Oberbürgermeister Joachim Wolbergs zeigte im Gespräch mit unserer Zeitung wenig Verständnis dafür, dass die Kinderbetreuungseinrichtungen nach den mehrwöchigen Arbeitsniederlegungen 2015 nun erneut bestreikt werden, zumal die Gewerkschaft damals Verbesserungen für die Mitarbeiter erreicht habe. „In dem Bereich zu streiken, finde ich nicht besonders witzig. Da hat es genügend Auseinandersetzungen gegeben im vergangenen Jahr.“ Insgesamt halte er die Forderung nach einer Lohnerhöhung für nachvollziehbar – „aber sechs Prozent ist eindeutig zu hoch“, sagte der Chef der Verwaltung.

Kita-Notdienst

  • Notdienstnummer:

    Die Stadt Regensburg besetzt für vom Kita-Streik betroffene Eltern am Montag (von 10 bis 17 Uhr) und am Dienstag (von 8 bis 14 Uhr) die Notfallnummer (09 41) 507 79 50.

  • Notfalleinrichtungen:

    Die Kitas Harting und Oberisling, die Horte Clermont-Ferrand-Schule und Haydnstraße und die Kinderhäuser Naabstraße und Steinweg leisten Notdienst.

2015 forderte die Gewerkschaft Ver.di eine bessere Eingruppierung der Beschäftigten im Sozial- und Erziehungsdienst, heuer begleiten die Streiks eine reguläre Lohnrunde.

Die Stadt bittet die Bürger darum, ihre Besuche bei Dienststellen so zu legen, dass sie nicht auf den Streiktag fallen. Es sei anzunehmen, dass es dort zu deutlichen Einschränkungen und bei Erledigungen in Ämtern zu längeren Wartezeiten komme. „Auch die städtische Müllabfuhr kann am Dienstag vom Warnstreik betroffen sein“, kündigt die Pressestelle an.

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