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Ein Bühnenhase für die Theatertage

Mitarbeiter des Regensburger Theaters haben selbst Hand angelegt – und die Deko für das anstehende Festival geschaffen.
Von Gabi Hueber-Lutz, MZ

„Bugs Bühny“ überall: Die Hasendekoration entsteht für die Bayerischen Theatertage.
„Bugs Bühny“ überall: Die Hasendekoration entsteht für die Bayerischen Theatertage. Foto: Hueber-Lutz

Regensburg.Das Brandeisen glüht, Rauch kräuselt die Luft und der Geruch von versengtem Holz verbreitet sich. Dann der spannende Moment, wenn das Brenneisen abgehoben wird – gelungen! Auf dem Sperrholz prangen in sattem Dunkelbraun die Umrisse eines Hasenkopfes. „Bugs Bühny“ ist das Festivalmaskottchen der kommenden Bayerischen Theatertage.

Der Hase wird Wände, Tische und Bänke der Festivaldekoration zieren. Weil das Motto der Theatertage „Wildes Bayern“ lautet, war es naheliegend, eine wilde Form der Kennzeichnung zu wählen: das Branding. Um die Dekoelemente zu gestalten, legten Mitarbeiter des Theaters selbst Hand an.

Ein Hase aus Metall

Schlosser Robert Lastovka hat die Form geschaffen.
Schlosser Robert Lastovka hat die Form geschaffen. Foto: Hueber-Lutz

Die Hasenform hat Schlosser Robert Lastovka geschaffen – und alle sind sich einig, dass ihm das wunderbar gelungen ist. Nur wie man sie am besten erhitzt, da herrscht zunächst ein wenig Ratlosigkeit. Bühnentechniker Harry Giesecke versucht es mit einem Schweißbrenner, doch das klappt nicht. Dann wird ein Grill kurzerhand umfunktioniert und das Brandeisen direkt auf die glühenden Kohlen gestellt. Nun läuft das bestens. Jeder, der mag, kann sich mal versuchen.

„Ich bin der Märchenprinz“, tut Schauspieler Stephan Hirschpointner mit einem strahlenden Lächeln kund. Im richtigen Leben und im Märchen vom Aschenbrödel, wie er augenzwinkernd hinzufügt. Ob Märchenprinzen so rustikale Dinge wie ein Branding hinbekommen? Der Hase liegt in der Grillwanne, nimmt Temperatur auf, bis ihn Hirschpointner aus dem Feuer holt und auf eine Sperrholzwand drückt. Das Ergebnis ist mäßig. Nur ein leichtes Braun ziert das Holz. „Das war nicht heiß genug, weil ich zu cool war“, vermutet Hirschpointner. Zu seiner Ehrenrettung sei gesagt, dass das Holz sich beim Branden in seinem Rahmen gebogen hatte. Zweiter Versuch auf festem Untergrund diesmal. „Sauschwarz wird der“, sagt einer der Umstehenden, und Recht hat er. Hirschpointner bringt ein astreines Branding zustande. Dazwischen haben Camila Malagoni Soldani und Constanze Hörner ihren großen Auftritt. Sie schleppen auch einen Hasen an. Die beiden Ausstattungsassistentinnen haben einen Traum aus Schokolade, Käsekuchen und Himbeeren in Hasenform geschaffen. So lecker wie der aussieht, wird er den Abend vermutlich nicht überleben. Die Grill- und Brandingparty nimmt Fahrt auf.

Bayerische Theatertage

  • Termin:

    Die Theatertage finden von 28. Mai bis 10. Juni in Regensburg statt und stehen unter dem Motto „Wildes Bayern“.

  • Programm:

    35 Theater sind mit über 50 Vorstellungen beteiligt. Acht Uraufführungen, fünf deutsche Erstaufführungen und zwei Premieren können dabei von Kulturinteressierten besucht werden. Die Bayerischen Theatertage sind zum vierten Mal in Regensburg zu Gast.

  • Spielstätten:

    Theater am Bismarckplatz, Velodrom, Theater am Haidplatz, Junges Theater und diverse andere Orte wie Neuhaussaal, Turntheater und Akademietheater. Karten gibt es an der Theaterkasse, im Internet und bei der Touristinformation im Alten Rathaus.

  • Rahmen:

    Rund um die Vorstellungen finden an diversen Orten Veranstaltungen statt, für die der Eintritt frei ist. (lhl)

Hasenbranding passt in das Konzept

Im Kohlebecken wird die Hasenform erhitzt.
Im Kohlebecken wird die Hasenform erhitzt. Foto: Hueber-Lutz

Im Hinterhof der Theater-Werkstätten zwischen Dörnbergpark und künftigem Dörnbergviertel ist es zwar nicht wirklich malerisch, aber weitläufig. Da ist auch Platz für die großen Wandverkleidungen, die gebrandet werden müssen. Auf einem anderen Teil der Requisiten, die später noch ihr Hasenbranding erhalten, sitzen die Leute und genießen den warmen Abend. Zum Teil werden nicht mehr benötigte Requisiten früherer Theaterstücke „abgecycelt“, erzählt Ausstattungsleiterin Monika Frenz. Denn die Ausstattung soll gewisse Kriterien erfüllen: Sie soll zum Motto passen, ein Hingucker sein und quasi nichts kosten. Das Hasenbranding erfüllt die Vorgaben hervorragend. Auch Aurel Thurn ist gekommen. Er ist der Organisator der Theatertage und liebt die Aufregung vor einem Festival. Andere Leute nennen das Stress, er mag das Wort nicht. Und wenn das Festival erst mal läuft, ist sowieso alles vergessen, was vorher war. Eines weiß Thurn heute schon: „Es wird großartig!“

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