mz_logo

Westenviertel
Dienstag, 18. September 2018 28° 1

Auktion

„Sale“ beim Jahn: Alles muss raus

Das Inventar aus dem alten Stadion wird online versteigert. Das Angebot reicht vom – leeren – Tresor bis zum Containerdorf.
Von Norbert Lösch, MZ

Auflösungserscheinungen an der Prüfeninger Straße: Diese Woche wurde die seit 2012 gemietete Nordtribüne abgebaut.
Auflösungserscheinungen an der Prüfeninger Straße: Diese Woche wurde die seit 2012 gemietete Nordtribüne abgebaut. Fotos: Lösch/Huber

Regensburg.Nach dem letzten „Abpfiff“ wird das alte Jahnstadion Stück für Stück verschwinden. Diese Woche wurde die Nordtribüne abgebaut, die der Jahn für drei Spielzeiten angemietet hatte. Was dem Verein gehört und nicht mit in die Continental-Arena umzieht, kommt jetzt unter den Hammer – bei einer Online-Auktion.

Dabei hilft eine glückliche Fügung: Fritz Huber sitzt nicht nur im Aufsichtsrat des Jahn, sondern betreibt auch ein Auktionshaus in München. Über sein Unternehmen wird das Inventar versteigert. Der Auktionskatalog umfasst rund 100 Objekte – vom Clubsessel im Fußball-Design bis zum Getränkestand, von der Spültheke bis zum kompletten Containerdorf. Die Auktion läuft bis einschließlich 24. Juli: Dann bekommen die jeweils Höchstbietenden den Zuschlag, sofern der Mindestpreis erreicht wird.

Gebote sind jetzt schon möglich, kommen aber noch spärlich. Das liegt weniger am Angebot – einen Schreibtisch etwa gibt es zum Mindestpreis von 30 Euro, einen Sanitär-Container ab einem Gebot von 500 Euro –, sondern an der Taktik der Bieter. „Das wird erfahrungsgemäß erst am letzten Tag der Auktion interessant. Die Interessenten treiben doch nicht schon jetzt die Preise hoch“, weiß Andreas Huber, Sohn von Firmenchef Fritz Huber. Die beiden betreiben ein international tätiges Auktionshaus und kennen sich bestens aus im Metier. Sie liquidieren Gerät und Inventar aus Industrie-Insolvenzen ebenso wie ganze Betriebe, aktuell zum Beispiel einen Steinbruch samt Maschinenpark.

Durchaus besondere Auktion

„Wir sind schwerpunktmäßig in der Baubranche aktiv, und hier sind zum Beispiel vielseitig nutzbare Container wie die vom Jahn oft sehr gefragt“, sagen Fritz und Andreas Huber. Ein bisschen außergewöhnlich sei die Jahn-Auktion aber schon, denn es stehen auch Dinge wie ein 94 Meter langer Zaun, der einst die Fans vom Spielfeld trennte, ein Teil der Vortribüne mit 380 Sitzschalen oder größere Mengen Frostschutzmittel für Rasenheizungen zum Verkauf.

Der größte und wertvollste Posten ist die Containersiedlung, die bis dato die Geschäftsstelle des Jahn oder den VIP-Bereich beherbergte. Die 24 Container sollen im Paket an den Mann gebracht werden, der Mindestpreis beträgt 50000 Euro. Die Auktionatoren glauben, dass vieles aus dem Endzeit-Fundus von der Prüfeninger Straße für Sportvereine und Firmen, aber auch für Kommunen durchaus interessant sein kann. Ein Büro-Container etwa werde schließlich nicht alle Tage zu einem Mindestpreis von 1500 Euro angeboten.

Zuversichtlich ist auch Jahn-Finanzchef Johannes Baumeister. Es sei ein glücklicher Zufall, dass man mit Fritz Huber einen professionellen Auktionator mit entsprechendem Know-how quasi in den eigenen Reihen habe. „Das sollte uns enorm dabei helfen, alle Dinge, die wir nicht mit ins neue Stadion nehmen, noch einigermaßen gewinnbringend an den Mann zu bringen“, hofft Baumeister. Nach der Versteigerung von Fan-Devotionalien beim offiziellen Abschied vom alten Stadion gehe es jetzt darum, den restlichen Besitz zu Geld zu machen und die Entsorgungskosten für nicht verwertbare Hinterlassenschaften möglichst niedrig zu halten.

Legt man den jeweiligen Mindestpreis zugrunde, haben die bei der Auktion angebotenen Gegenstände einen Gesamtwert von rund 82000 Euro. „Es wäre schon schön, wenn sich der Versteigerungserlös am Ende auf einen sechstelligen Betrag summieren würde“, nennt der Finanz-Geschäftsführer die finanzielle Dimension der Auktion.

Der Erlös ist schon verplant

Das Geld kann der Jahn – wie immer – dringend brauchen. Denn die Investitionen, die der SSV im neuen Domizil in Oberisling schultern muss, sind erheblich. Johannes Baumeister hofft, das mit dem Auktions-Erlös ein Großteil der Kosten für den neuen Fanshop oder die Einrichtung der künftigen Geschäfts- und Pressestelle gedeckt werden kann. Die ist übrigens bezugsfertig: „Seit Mittwoch packen wir Kartons, und am Wochenende geht der große Umzug über die Bühne“, so Jahn-Pressesprecher Till Müller.

Das Inventar des alten Jahnstadions kommt unter de

Sie sind noch nicht registriert?

Neu registrieren

MessageBox

Nachricht