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Benefizaktion

Schwimm-Marathon: Rekord wurde geknackt

Beim Regensburger 24-Stunden-Schwimmen wurden 3 499 700 Meter zurückgelegt. Maximilian Peter schaffte alleine 65 100 Meter.
Von Daniel Steffen, MZ

  • Um 17 Uhr ging es auf die Bahnen. Bis Sonntagnachmittag können nun Spenden „erschwommen werden“. Foto: xtl
  • Jeder geschwommene Kilometer bringt Geld. Foto: xtl

Regensburg.Beim siebten 24-Stunden-Schwimmen im Regensburger Westbad wurden am Samstag und Sonntag alle Rekorde gebrochen. Noch bevor am Sonntag um 17 Uhr die letzten Bahnen geschwommen waren, war schon klar: Sowohl, was die Besucherzahlen als auch die geschwommenen Gesamt-Kilometer angeht, zeichneten sich sensationelle Ergebnisse ab. Am Montagmorgen kam die Bestätigung: Das siebte 24-Stunden-Schwimmen war mit insgesamt 548 Teilnehmern und einer erschwommenen Strecke von 3 499 700 Metern laut Angaben der Stadtwerke „ein wahres Fest der Rekorde“. Im Vergleich zu 2014 starteten fünf Schwimmer mehr. Alle gemeinsam erreichten eine wesentlich längere Distanz – vergleichbar mit der Länge des Flusses Wolga von der Quelle bis zur Mündung im Kaspischen Meer. Nicht nur der Gesamtrekord konnte gebrochen werden, auch die Rekorde für die längsten Einzelstrecken wurden eingestellt: Maximilian Peter vom SchwimmClub Regensburg (SCR) schwamm 65 100 Meter — rund 10.000 Meter mehr als der Rekordhalter 2014. Karin Knigge vom SCR schaffte 51 000 Meter und holte sich damit den Rekord zurück, den sie bis 2012 gehalten hatte.

Die jüngste Teilnehmerin Elisabeth Renner schwamm mit ihren vier Jahren 400 Meter. Der jüngste Teilnehmer, der fünfjährige Luis Müller, schaffte 700 Meter. Die älteste Teilnehmerin war auch dieses Mal wieder Christiane Pindl. Mit ihren nunmehr 76 Jahren schwamm sie erneut 2 000 Meter. Günter Bartl ist der älteste männliche Teilnehmer am 24-Stunden-Schwimmen. Der 74-Jährige stieg nach 2.600 Metern aus dem Wasser. Die längste Schulstrecke erschwammen die Schüler der Pindlschule mit 26.200 Metern. An die Spitze der Wertung der längsten Gruppenstrecke schafften es die zehn ausdauerndsten Schwimmer der SCR-Gruppe, die zusammen 368.100 Meter erreichten.

OB Wolbergs und Stadtwerke-Chef Manfred Koller gaben den Startpfiff. Foto: xtl
OB Wolbergs und Stadtwerke-Chef Manfred Koller gaben den Startpfiff. Foto: xtl

Die rege Beteiligung ist gewiss auch dem turbulenten Start am Samstagnachmittag zu verdanken. Nachdem Oberbürgermeister Joachim Wolbergs und Manfred Koller, der Geschäftsführer der veranstaltenden Regensburger Badebetriebe GmbH, den Startschuss abgefeuert hatten, sprangen die Westbad-Besucher massenweise ins Wasser. Insbesondere die Leistungsschwimmer des Schwimmclubs Regensburg pflügten ihre ersten Bahnen, rund 100 Sportler an der Zahl.

Ein Obolus für den guten Zweck

Wie den meisten anderen Teilnehmern der karitativen Aktion ging es den Leistungsschwimmern darum, möglichst viele Bahnen zu schwimmen und ihr Ergebnis aus den Vorjahren zu toppen. Denn zusätzlich zu dem „Obolus“, den die Teilnehmer für das Projekt „Hoffnungsfunken – Jugendliche beraten Jugendliche“ an der Westbad-Kasse abgeliefert hatten, war jeder geschwommene Kilometer wortwörtlich bares Geld wert. Den sportlichen Einsatz würdigen die Bäderbetriebe pro geschwommenen Kilometer mit je einem Euro. Da die Schwimmer heuer besonders viel Ehrgeiz an den Tag legten, klingelte es förmlich in der Kasse.

Damit die Aktion auch reibungslos verlief, waren rund 100 ehrenamtliche Helfer des Schwimmclubs im Einsatz. Fein säuberlich dokumentierten sie jede einzelne Runde, die die Schwimmer im Westbad zurücklegten.

Ein Team der „Hoffnungsfunken“ war vor Ort, um über die soziale Arbeit zu berichten: Es handelt sich um ein Projekt des Kinderschutzbundes, bei dem Jugendliche anderen Jugendlichen helfen. Immer samstags von 14 bis 20 Uhr können Heranwachsende die Gratis-Nummer 116 111 anrufen, um sich bei Problemen einmal aussprechen zu können. Wie Projektleiterin Carolin Gutmann erklärte, haben die Jugendlichen völlig unterschiedliche Sorgen und Nöte. Die Palette reiche von Depressionen und familiären Problemen über Schulprobleme und Mobbing bis hin zu selbstverletzendem Verhalten.

Um telefonisch andere Jugendliche beraten zu können, müssen die Telefon-Ansprechpartner erst einmal eine spezielle Ausbildung durchlaufen. Die dauert im Regelfall 60 Stunden und beinhaltet eine zehnstündige Hospitanz. Bei der Beratung handelt es sich um eine rein ehrenamtliche Tätigkeit, die von jungen Menschen zwischen 16 und 21 Jahren durchgeführt wird. Sie geht anonym vonstatten.

Auch wer eine Strecke von nur 200 oder 300 Metern geschwommen ist, hat dem Projekt Hoffnungsfunken bereits geholfen. Denn mit dem „Mindest-Obolus“ in Höhe von zwei Euro sorgte jeder Teilnehmer bereits am Eingang dafür, dass der Spendenbeitrag anstieg. Bei einer Spendenübergabe wollen die Bäderbetriebe dem Verein das gesammelte Geld überreichen.

Lockere Regeln für mehr Spaß

Die Regeln zum 24-Stunden-Schwimmens gestalteten sich wie gewohnt locker. So war es den Schwimmern jederzeit möglich, das Westbad zwischenzeitlich zu verlassen, um zu einem anderen Zeitpunkt binnen der 24 Stunden weiterzuschwimmen. Wer wollte, der konnte sich ein Getränk oder einen Imbiss gönnen, um danach wieder ins Wasser zu steigen.

Ferner nutzen einige die Option, nachts ihre Runden zu „drehen“: Zur traditionellen Schlafenszeit war im Bad zwar weniger los als tagsüber, trotzdem waren aber alle Bahnen belegt, berichtete Claus Ludwig, der sportliche Leiter des Schwimmclubs. „Die Teilnehmer wollen mehr und mehr ihre Leistung steigern“, beobachtete er.

Das 24-Stunden-Schwimmen in Regensburg

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