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Stadtrat Regensburg

Klares Ja für neues Jahn-Stadion

Der Stadtrat gab nach hitziger Debatte grünes Licht für die neue Arena. Die Regensburger Badebetriebe erhielten den Bauauftrag.
Von Heike Haala, MZ

Hier wird der SSV Jahn Regensburg nicht mehr lange kicken. Der Bau der seit Jahren geplanten Regensburger Fußballarena ist in Sicht. (Foto: Archiv/Lex)

Regensburg. Der Jahn bekommt eine neue Heimat, soviel steht seit Donnerstagabend fest. Nach einer zweieinhalbstündigen Debatte gab der Stadtrat mehrheitlich den Startschuss für den Neubau eines Fußball-Stadions. Die Kommunalpolitiker stimmten gleichzeitig den Vereinbarungen des „Letter of Intent“ zu und ermächtigten Oberbürgermeister Hans Schaidinger (CSU), den Vertrag für die Stadt Regensburg zu unterzeichnen. Auch der Standort der neuen Arena steht endgültig fest: Zwischen der Franz-Josef-Strauß-Allee und der Autobahnauffahrt an der Universität wird gebaut.

Zeitplan kommt im Herbst

Investor und Betreiber des neuen Stadions sind die Regensburger Badebetriebe, eine städtische Tochtergesellschaft. An die Verwaltung erging am Donnerstag der Auftrag, nun einen Zeit- und Maßnahmenplan für den Stadionbau zu erarbeiten. Der wird laut OB Schaidinger im Herbst in Angriff genommen. Vor der Debatte stellte der Rathaus-Chef klar, dass die Jahn-Aufsichtsratsmitglieder Christian Schlegl (CSU) und Joachim Wolbergs (SPD) selbstverständlich stimmberechtigt seien. Zuvor hatte es Debatten wegen ihrer Doppelfunktionen im Stadtrat und beim Jahn gegeben.

Entscheidung nicht zu revidieren

Norbert Hartl (SPD) betonte, dass die Entscheidung für das Stadion eine sei, die dem Profi-Fußball nicht nur in der Stadt, sondern auch in der Region eine Perspektive gebe. Schaidinger stellte klar, dass das Stadion – sollte der Jahn in der 3. Liga oder darunter spielen – nicht kostendeckend betrieben werden könne. Laut Wolbergs bewegt sich die Summe, die die Stadt in diesem Fall draufzahlen müsste, zwischen 400.000 und 600.000 Euro im Jahr. Jedoch sei das Stadion Grundlage dafür, ob es in der Region überhaupt Profi-Fußball gibt. Die Stadträte von CSU und SPD waren sich einig, dass die getroffene Grundsatzentscheidung nicht zu revidieren ist. Über Details müsse später verhandelt werden.

Horst Meierhofer (FDP) sah das anders: Er legte zu Beginn der Sitzung einen Alternativvorschlag zum „Letter of Intent“ vor, der eine Möglichkeit einräumte, von der Entscheidung für das Stadion zurückzutreten. Zudem wollte er den Weg für mögliche Investoren – etwa für ein Hotel oder beim Catering in der Arena – offen lassen. Darauf entgegnete Schaidinger, dass sich für Hotels nur schwer Investoren finden ließen.

Kosten: 20 Millionen Euro plus X

Jürgen Mistol (Bündnis 90/Die Grünen) sagte zwar, dass angesichts der Summe, die für das neue Stadion ausgegeben werde, Vorsicht geboten sei. Dennoch war er der Ansicht, dass es der Profi-Fußball wert sei, das sportliche und wirtschaftliche Risiko in Kauf zu nehmen.

Der durchgewunkene „Letter of Intent“ ist die Voraussetzung dafür, dass die Verwaltung nun die weiteren, vor allem aber die kostenverursachenden Schritte des Stadionbaus in Angriff nehmen kann. Die Verwaltung, so hieß es in der Beschlussvorlage für den Stadtrat, sei sich dank des Vertragswerks sicher, dass die wirtschaftlichen und sportlichen Risiken, die in dem Projekt stecken, auf beide Partner fair verteilt sind.

Bis zum Projektstart müssen nun die Kosten eingegrenzt werden. Im Vergleich mit anderen Stadien der gleiche Größenordnung ergeben sich nach Schätzung der Stadtverwaltung reine Baukosten von 20 Millionen Euro. Die Erschließungskosten – für die es keine Vergleichswerte gibt – sind darin nicht enthalten.

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