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Verkehr

Anrainer gegen neue B16-Pläne

221 Bürger aus Gonnersdorf und Irlbach beziehen mit ihrer Unterschrift Stellung gegen eine geplante Straßenanbindung.
Von Ralf Strasser

Landwirte, Anrainer und Bürger aus Gonnersdorf und Irlbach: Sie wollen keine neue Anbindung an die B 16 bei Gonnersdorf. Foto: Claudia Weigert
Landwirte, Anrainer und Bürger aus Gonnersdorf und Irlbach: Sie wollen keine neue Anbindung an die B 16 bei Gonnersdorf. Foto: Claudia Weigert

Wenzenbach.Zuviel Verkehr, enormer Flächenverbrauch, Zerstörung von Naturlandschaft: Zwei Ortsteile werden unruhig und eine Bürgerinitiative artikuliert ihren Ärger. 221 Mitbürgerinnen und Mitbürger aus Gonnersdorf und Irlbach beziehen mit ihrer Unterschrift Stellung gegen eine neue Straßenanbindung an die B 16 im Bereich von Gonnersdorf.

Es geht um ein Thema, das die nordöstliche Region von Regensburg betrifft. Seit Ende 2015 läuft eine Untersuchung, die zeigen soll, ob und wo neue Straßen den Verkehrsfluss dort verbessern können. 20 Varianten wurden untersucht, Machbarkeitsstudien in Arbeit gegeben. Die meisten davon tangieren die R6 mit Gonnersdorf, die als Verlängerung der Pilsen-Allee bis zu einer neuen Anschlussstelle an die B 16 ausgebaut werden könnte. Dazu liegen fünf Möglichkeiten vor, gegen die sich allesamt Widerstand formiert, ein Widerstand, der sich in einer Bürgerinitiative fokussiert.

Komplizierte Anbindung

Hintergrund der Überlegungen, die vor sechs Jahren erstmals im Kreistag formuliert wurden, ist die komplizierte Verkehrsführung der Anschlussstelle Haslbach. Von vielen Verkehrsteilnehmern gemieden, wmit einem hohen Anteil an Schwerlastverkehr. Unter Federführung des Landratsamtes wurde vor zwei Jahren eine Machbarkeitsstudie in Auftrag gegeben, die die Fortführung der Pilsen-Allee über die Kreisstraße R 6 an eine neue Anschlussstelle an der B 16 zwischen Wutzlhofen und Gonnersdorf ermöglichen sollte.

Sehen Sie hier ein Video zum Thema:

Die künftige Verkehrsführung sorgt für Streit.

Ein Unding, sagt Claudia Weigert, die Sprecherin der Bürgerinitiative. „Dadurch wird alles nur noch schlimmer. Mehr Verkehr, mehr Lärm und mehr Abgase.“ Und die Liste der Auswirkungen, die die Initiative erstellt hat, ist noch viel länger: Enormer Flächenverbrauch, Straßenbau in unmittelbarer Nähe bestehender Wohnhäuser und rigorose Zerschneidung von Naturlandschaften. „Das ist eine reine Flächenversiegelung“, sagt Frank Pätzold, „hier ist ein Naherholungsgebiet massiv bedroht und man muss auch sehen, dass es sich um ein Wasserschutzgebiet handelt“.

Infrastruktur

Haslbach: Die Firmen schlagen Alarm

Die Verkehrssituation belastet die Unternehmen in Haslbach. Die Anschlussstelle soll besser ausgebaut werden.

„Zudem“, ergänzt Landwirt Max Schmidmeier, „sind dann auch Existenzen bedroht. Fast alle Varianten gehen über meine Felder, wenn ich diese abgeben muss, kann ich zusperren.“ Auch die Kosten stehen am Pranger. Für bis zu 30 Millionen Euro, je nach Variante, muss der Steuerzahler geradestehen, betont Weigert. Für die Bürgerinitiative ist klar, „der Verkehr gehört auf die B 16 und nicht auf Straßen neben der Bundesstraße.“ Als alternative Lösung schlagen sie vor, die schon vorhandenen Auf- und Abfahrten an die B 16 kreuzungs- und ampelfrei auszubauen, damit ein zügiges und ungehindertes Befahren der Hauptstrecke von und nach Regensburg möglich ist. Ein Vorschlag, der sich durchaus mit aktuellen Überlegungen des Staatlichen Bauamtes deckt. Dazu stehen „sinnvolle Beschilderungen“ auf der Agenda.

„Eine neue Anbindung an die B 16 kann meine Existenz kosten.“

Max Schmidmeier, Landwirt

Innerhalb einer Woche habe man die Unterschriften bekommen, erklärt Weigert. „Viele waren einfach nicht informiert, was auf sie zukommt.“ „Die Leute hören nur was von einer Umgehungsstraße und denken, das sei positiv“, sagt der Gonnersdorfer Alfred Götzfried. In den nächsten Tagen sollen diese Unterschriften der Gemeinde Wenzenbach übergeben werden.

Bürgermeister Sebastian Koch sieht sich allerdings nur peripher als Ansprechpartner. „Die Gemeinde wird nicht Baulastträgerin des Vorhabens sein. Insofern bin ich nur bedingt der richtige Adressat dieser Unterschriftenaktion, deren inhaltliche Anmerkungen ich aber natürlich den Fachplanern und Fachstellen bei nächster Gelegenheit vortragen werde“, so Koch. Dass der Gemeinderat mehrheitlich eine bestandsnahe Lösung möchte, wurde bereits deutlich, „die Herausforderung besteht letztlich darin, bestandsnah und leistungsfähig zu bauen“, so Koch.

Die Position der CSU-Fraktion

Bestandsnah ist auch das Losungswort etwa der CSU-Fraktion, die eine von den Fachstellen favorisierte neue Trasse östlich der bestehenden Bebauung beim Hotel Haslbach ablehnt. „Die würde nicht nur mitten durch die Felder führen, sondern einen erheblichen Eingriff in das geplante Gewerbegebiet bedeuten“, erklärt der Ortsvorsitzende der CSU, Bernhard Pielmeier. Anders als die Bürgerinitiative tendiert sie zu einer raschen Ertüchtigung der R6 und Anbindung an die B 16 über den Bereich Ladestraße. „Das bedeutet weniger Flächenverbrauch.“

Für Claudia Weigert und ihre Mitstreiter bleibt es bei der Ablehnung des zusätzlichen B 16-Anschlusses. „Die vorgeschlagenen Varianten sind aus unserer Sicht keine Lösung.“ Es gäbe keine Verbesserung, die Autofahrer würden nach wie vor die Kreisstraße durch Irlbach und Gonnersdorf verwenden. „Für uns bleibt es dabei, es kann nur mit einer Korrektur der bestehenden Anschlussstelle bei Haslbach in Verbindung mit einem vierspurigen Ausbau der B 16 gehen“, betont Weigert.

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