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Verkehr

Drängende Fragen zum A3-Ausbau

Regensburger Anwohner diskutierten mit der Autobahndirektion über die Baumaßnahmen. Lärm und Abgase machen ihnen zu schaffen.
Von Andrea Leopold

  • Zu viel Verkehr: Auf der A3 staut es sich während des Ausbaus immer wieder. Foto: Stefan Gruber
  • „Wir können von unserem Balkon Lastwagen zählen. Die fahren 50 Meter entfernt vorbei“, sagt Martin Schwarzbauer, ein Anwohner von Neuprüll. Foto: Andrea Leopold

Regensburg.100 000 Fahrzeuge rauschen pro Tag über den Autobahnabschnitt zwischen dem Autobahnkreuz Regensburg und der Anschlussstelle Universität. Innerhalb von sechs Jahren wird die A3 auf fünf Kilometern Länge sechsspurig ausgebaut. „Es geht leider nicht schneller, der Verkehr muss weiterfließen“, sagt Projektleiterin Katharina Häusler. „Die A3 ist eine Fernverkehrsverbindung sowie auch eine städtische- und kommunale Verbindung. Wir müssen die vier Fahrstreifen aufrechterhalten.“

Doch wie geht es den Anwohnern damit? Was für Sorgen und Nöte haben sie? Bei einer Informationsveranstaltung der Autobahndirektion Bayern Süd in der Businesslounge der Continental Arena wurde nun klar: Die Bürger interessiert vor allem der Lärmschutz. Rund 50 Interessierte waren der Einladung der Autobahndirektion gefolgt. Fragen wurden aber trotzdem eifrig gestellt.

„Warum kommt die Freigabe der fertiggestellten Abschnitte nicht schon vor der exakten Fertigstellung?“, fragte etwa ein Bürger. Häusler hatte eine Antwort parat: „Das können wir nicht machen. Mit vollem Verkehr auf die weiteren Baustellen zufahren, das programmiert Unfälle. Wir brauchen einen stabilen Verkehrsfluss und möglichst wenig Unfälle. Unfälle lassen alles zusammenbrechen. Im Vorlauf muss deshalb schon mit der Geschwindigkeit runtergegangen werden. Es wäre kontraproduktiv, wenn man mit voller Pulle auf die Baustelle zufährt und dann abbremsen muss.“

Bauarbeiten

Vollsperrung der A3 ist aufgehoben

Seit 14 Uhr rollt der Verkehr in beiden Fahrtrichtungen der Autobahn wieder. Die Abbrucharbeiten verliefen wie geplant.

Anwohner klagt über Abgase

Ein anderer Anwohner sprach die Fahrstreifenbreite an. „Die A3 hat einen überdurchschnittlich hohen Lkw-Anteil, deshalb die großzügige Breite. Nach Richtlinien eine überbreite Fahrbahn“, sagte Häusler. Eine weitere Frage betraf den Ausbau. „Ist ein Ausbau auch für Sinzing-Nittendorf geplant? Denn da läuft ja der Verkehr wieder zusammen“, stellte ein Diskussionsteilnehmer fest.

Die Projektleiterin meinte dazu: „Im Bedarfsplan ist ein sechspuriger Ausbau Richtung Sinzing-Nittendorf enthalten. Es müsste dann jedoch die Sinzinger Autobahnbrücke komplett neu gebaut werden. Nach dem Autobahnkreuz nimmt der Verkehr nach Messung jedoch schon ab, da die Autos auf die A93 abfahren können.“

„Der Lkw-Verkehr staut sich bis zum Unterislinger Weg.“

Ein Anwohner

Ein Anwohner aus Neuprüll wollte seine Meinung zum Lkw-Verkehr am Kreuz kundtun: „Der Lkw-Verkehr staut sich bis zum Unterislinger Weg. Wie will man den Lastwagenverkehr wegbekommen? Wir haben im Sommer eine große Abgasbelastung durch Dieselabgase.“ Dazu meinte Häusler: „Dreistreifig fährt man auf das Kreuz zu und dann kommt auf der A 93 ein vierter Streifen dazu. Der Abschnitt ist so auch verkehrswirksam. Im Bereich Universität und Autobahnkreuz werden wir fünf Fahrstreifen aufrechterhalten.“ Ein Besucher erkundigte sich zu den Standstreifen und den Haltebuchten.

Kein Schutz mehr durch Bäume

„Für so viel Lkw-Verkehr braucht man einen Standstreifen für liegengebliebene Fahrzeuge. Es ist sonst nicht zielführend“, erklärte die Projektleitung, „der Standstreifen ist Gold wert. Auch wegen der Arbeiten im Straßenbetriebsdienst“. Ob die Vollsperrung mit der Polizei abgesprochen werde, wurde auch gefragt. Letztes Jahr hätten sich die Lastwagen weit zurückgestaut. „Wir stehen in engem Kontakt mit der Polizei und arbeiten daran“, sagte Häusler.

Alle Informationen und Hintergründe zum A3-Ausbau finden Sie in unserem MZ-Spezial!

Martin Schwarzbauer wohnt in Neuprüll und machte sich Sorgen wegen des Lärmschutzes: „Wir können von unserem Balkon Lastwagen zählen. Die fahren 50 Meter entfernt vorbei. Ich hätte gehofft, dass zuerst der Lärmschutz kommt und dann erst die Baumaßnahme. Die Bäume sind jedoch schon gerodet worden.“ Häusler informierte den Anwohner: „Wegen der Kampfmittelsuche muss man die Bäume vorher abholzen, auch kann man die Bäume nur im Winter fällen.“ Der Bewohner konterte, dass im Osten wohl erst in rund vier Jahren der Bau beginne. Dann hätte man doch auch erst in zwei Jahren die Bäume abholzen können. „Wir haben jetzt keinen Sichtschutz mehr und der Verkehrslärm durch die Abholzung ist auch größer geworden“, meinte der Anwohner.

Weitere Stimmen

  • Geruchsbelästigung:

    „Lkw stauen sich am Universitätsberg bis zum Unterislinger Weg. Wie will man den Verkehr nach Weiden schnell wegbekommen? Im Sommer gab es massive Geruchsbelästigung durch Dieselabgase“, sagt ein Anwohner aus Neuprüll.

  • Lärmschutz:

    „Ich wohne in Barbing und bin etwas beruhigt worden, da der Lärmschutzwall höher wird als gedacht. Auf jeden Fall besser als jetzt zur Zeit“, sagt ein Anwohner aus Barbing.

  • Stau:

    „Ich hoffe, die Vollsperrungen im Laufe des Jahres werden mit der Polizei abgesprochen. Im letzten Jahr gab es auf der Osttangente einen massiven Rückstau, weil das Standardprogramm gelaufen ist“, sagt ein Mann aus Regensburg.

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