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Verkehr

Jetzt stirbt auch die Bundesstraße 15

Zum 1. Januar wurde die B 15 nördlich von Regensburg zur Staatsstraße. In den Köpfen wird der Name aber noch lange haften.
Von Michael Jaumann

Die vertrauten Schilder mit der „15“ werden derzeit von der Straßenmeisterei abgebaut. Foto: Reinhold Schmid
Die vertrauten Schilder mit der „15“ werden derzeit von der Straßenmeisterei abgebaut. Foto: Reinhold Schmid

Regensburg.Stadt und Landkreis Regensburg als Kreuzungspunkt der Bundesstraßen 8 und 15 – das ist Geschichte. Zuerst ist die B 8 im Landkreis Regensburg weitgehend verschwunden: Schon zum 1. Juli 2016 wurde der Abschnitt zwischen der B 299 in Neumarkt über die A3-Anschlussstelle Nittendorf durch das Stadtgebiet Regensburg bis zur Anschlussstelle Rosenhof zur Staatsstraße umgewidmet. „2660“ sagen aber allerhöchstens Polizei und Feuerwehr zur neuen Staatsstraße. Im Volksmund ist die Straße nach wie vor die „B 8“.

Jetzt ist die Bundesstraße 15 an der Reihe. Die rein bayerische B 15, die von Hof senkrecht nach Süden ins Inntal führt, wird Stück für Stück ausradiert. Nachdem Anfang 2016 das Teilstück durch den Landkreis Schwandorf bis zur Autobahnanschlussstelle Ponholz zur „Staatsstraße 2397“ wurde, folgte zum 1. Januar die Fortsetzung nach Süden bis zur Stadtgrenze Regensburg. Derzeit ersetzt die Straßenmeisterei des Staatlichen Bauamts die 15er-Schilder durch die 2397.

Von der Bundesstrasse zur Staatsstrasse

  • B 15:

    Die Bundesstraße 15 liegt gänzlich in Bayern. Sie verlief ursprünglich in Nord-Süd-Richtung zwischen der Autobahn A 9 und Reischenhart an der Grenze zu Österreich. Sie ist heute an vielen Stellen nicht mehr erkenntlich, weil sie umgestuft oder abgestuft wurde.

  • Staatsstraße 2397:

    Die Bezeichnung der Straßen des Freistaats sind weniger geläufig. Als Teilstück der 2397 in der Oberpfalz wurde 2016 die alte B 15 nördlich von Schwandorf über Schwandorf, Teublitz und Burglengenfeld bis zur Autobahnanschlussstelle Ponholz abgestuft.

Hintergrund der Abstufung, an der seit über 30 Jahren geplant wird, ist der Autobahnausbau. Der Bund ist der Auffassung, mit parallel verlaufenden Autobahnen seine Verpflichtung zu einem Fernstraßennetz erfüllt zu haben und übergibt diese parallelen Teilstücke gemäß vertraglicher Vereinbarung an die Länder. Der Freistaat Bayern lässt sich diese Übernahme mit millionenschweren Verbesserungen versüßen. So ist der Streckenzug im nördlichen Landkreis vor der Übergabe durch den Neubau der Bahnüberführung bei Laub „auf Vordermann gebracht worden“, erklärt Manfred Rieger vom Staatlichen Bauamt.

Das Bauamt habe auch darauf gedrängt, dass die Umgestaltung der Ortsdurchfahrt Regenstauf und der Bau eines Kreisverkehrs im Süden von Regenstauf vor Übergabe der Straße an den Freistaat fertig sind, damit nicht sofort die neue Staatsstraße wieder aufgerissen werden muss. Über den Januar hinweg werden die Mitarbeiter der Straßenmeisterei Hunderte von Schildern austauschen bzw. überkleben, bis die „15“ auf den gelben Schildern der Vergangenheit angehört. Wo nötig, etwa alle 500 Meter entlang der Strecke, werden Schilder mit der „St 2397“ aufgestellt oder montiert.

Regenstauf hat Sorge

Für die Straßenmeisterei ändert sich durch den Etikettenwechsel nichts. Sie war schon bisher für die Bundesstraße zuständig und wird dies auch künftig für die Staatsstraße sein. Auch die Verwaltung der Straße obliegt weiter dem Staatlichen Bauamt.

„Der Verkehrsteilnehmer merkt von dem Wechsel nichts.“

Norbert Biller

„Der Verkehrsteilnehmer merkt von dem Wechsel nichts“, meint auch Norbert Biller, Bereichsleiter Straßenbau am Staatlichen Bauamt. Ähnlich bewertet das auch Dr. Christoph Häusler vom Landratsamt: Die Verkehrsplanung des Landkreises werde durch diese Umstufung nicht beeinflusst.

Mehr Sorge hatte im Vorfeld der Regenstaufer Bürgermeister Siegfried Böhringer. Weil ja Bundesstraßen für Lastwagen ab 7,5 Tonnen Gewicht mautpflichtig sind und dies durch die Abstufung entfällt, fürchtet Böhringer, dass nun Mautpreller von der Autobahn abfahren und den Weg durch den Ortskern nehmen könnten.

Solche Staatsstraßenschilder werden nun entlang der Strecke aufgestellt. Foto: André Baumgarten
Solche Staatsstraßenschilder werden nun entlang der Strecke aufgestellt. Foto: André Baumgarten

Die Strecke zwischen Ponholz und Regensburg Nord sei wegen der vielen Ampeln für Mautflüchtlinge nicht attraktiv, findet hingegen Manfred Rieger vom Bauamt. Zudem sei die Ortsdurchfahrt Regenstauf für den Schwerlastverkehr über 12 Tonnen Gewicht ohnehin gesperrt. Das Staatliche Bauamt werde aber den Schwerlastverkehr im Auge behalten und in der warmen Jahreszeit, wenn das Verkehrsaufkommen generell zunimmt, in der Ortsdurchfahrt Regenstauf den Verkehr zählen lassen. Allerdings, so gibt Rieger zu bedenken, werde es schwierig, belastbare Vergleichszahlen zu erhalten. Durch zahlreiche Baustellen habe es in der letzten Zeit zu viel Wechsel gegeben.

Der Süden folgt bald

Südlich von Regensburg wird die B 15 in absehbarer Zeit ebenfalls verschwinden. Sobald die autobahnähnliche B 15neu bis zur Autobahn bei Landshut durchgebaut ist, wird auch hier die Baulast vom Bund auf den Freistaat übertragen und die B 15 wird bis hinunter zur A 92 zur Staatsstraße. Ein exaktes Datum steht indes noch nicht fest. Zwar soll der Anschluss an die Autobahn in diesem Jahr erfolgen. Allerdings wird es sich dabei um einen provisorischen Anschluss über eine Kreisstraße handeln. Inwieweit die Abstufung im Süden die Ostumfahrung Niedertraubling beeinflussen wird, kann Verkehrsplaner Häusler nicht sagen. Eine Anpassung oder Überarbeitung des Staatsstraßenausbauplans im Freistaat könnte aber durchaus Auswirkungen auf diese Planungen haben.

Sicher ist eines: Der Name B 15 wird in den Köpfen noch lange haften bleiben.

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