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Politik

Stadtrat sagt Nein zur Ostumfahrung

Seit Jahren wird der Stich von Niedertraubling geplant. Der Stadtrat lehnt nun die direkte Verbindung nach Neutraubling ab.
Von Petra Schmid

Rechts vom Industriegleis soll der Stich nach den Vorstellungen des Landkreises in Richtung Neutraubling führen. Foto: Michael Jaumann
Rechts vom Industriegleis soll der Stich nach den Vorstellungen des Landkreises in Richtung Neutraubling führen. Foto: Michael Jaumann

Neutraubling.Die geplante Ostumfahrung Niedertraubling war wieder einmal Thema im Stadtrat Neutraubling. Das Gremium fällte die Grundsatzentscheidung über die Anbindung des geplanten Stichs auf die Südumgehung. Alternativ waren hier die Pommernstraße oder die Berliner Straße vorgeschlagen. Nach eingehender intensiver Beratung sprachen sich die Stadträte fraktionsübergreifend einstimmig gegen die vorgeschlagene Planung aus; allerdings signalisierte man auch, dass man bei der Vorlage anderer Alternativen wieder im Stadtrat darüber befinden werde.

Bereits im November vergangenen Jahres hatte sich der Stadtrat Neutraubling bereits mit dem Anliegen befasst. Damals stellte Dr. Christoph Häusler, Bereichsleiter Verkehrsentwicklung der Stadt Regensburg, den Planungsstand vor. Auch Obertraublings Bürgermeister Rudi Graß war damals bei der Sitzung anwesend.

Nachteil für Neutraubling

Zu Beginn der Beratung betonte Bürgermeister Heinz Kiechle, dass der Landkreis wiederholt gebeten hätte, möglichst bald eine Entscheidung zu fällen. Nun müsse für oder gegen den Stich die Grundsatzentscheidung fallen, sagte Kiechle weiter. Dr. Philipp Ramin erklärte, dass aus Sicht der CSU-Fraktion sich seit der letzten Beratung an der Situation nichts verändert habe und auch keine weiteren Vorschläge vom Landratsamt vorgelegt wurden.

Verkehr

Harter Schlag für östlichen Landkreis

Im Interview spricht Tanja Schweiger über die negativen Auswirkungen der Absage an die Ostumfahrung nach Neutraubling.

Der geplante Stich führe seiner Ansicht nach zu einer Benachteiligung von Neutraubling. Die Aussage, der Landkreis tue so viel für Neutraubling und jetzt sei es notwendig, dem Landkreis zu helfen, könne er als Argument nicht gelten lassen. Er gehe davon aus, dass bei einer Umsetzung der Planung später Navigationssysteme die Strecke als Route zur A3 anbieten würden. „Ich würde mir wünschen, dass eine andere Lösung gefunden wird“, fasste er zusammen.

Michael Melcher betonte, dass er als Stadtrat den Bürgern der Stadt Neutraubling verpflichtet sei. Es gebe kein großräumiges Verkaufskonzept, kritisierte er und sagte weiter, dass Obertraubling auf der möglichen Entwicklungsfläche eines Verkehrsknotens eine Realschule und ein Autohaus gebaut habe. Neutraubling könne nicht zum Ausbügeln einer mangelhaften Planung herangezogen werden, so Melcher.

Es stehe noch in den Sternen, wann die Umfahrung Niedertraubling realisiert werde, dies könne sich noch Jahre hinziehen, meinte Gabrielle Drallmer. Sie könne nicht verstehen, warum nun schon eine Entscheidung getroffen werden müsse. Markus Pesth empfand den Druck, der vom Landratsamt aufgebaut werde respektlos dem Stadtrat gegenüber. Neutraubling habe eine der stärkstbefahrenen Staatsstraßen Bayerns und aus seiner Sicht sei der Landkreis überfordert, eine vernünftige Verkehrsplanung zu erstellen.

Wegführung ist die Frage

Dr. Edwin Schicker versicherte, dass die Ostumfahrung kommen werde und der damit verbundene Verkehr ebenfalls. Die Frage sei lediglich, welchen Weg man nehmen wolle. Der Stich sei für ihn eine Anbindung an die Staatsstraße und er habe dies auch vorgeschlagen, aber leider habe man nichts dazu vom staatlichen Bauamt gehört, bedauerte er.

Der Stadtrat habe eine Gesamtverantwortung gegenüber den Bürgern und der Neutraublinger Wirtschaft, aber auch für den Wirtschafts- und Lebensraum über Neutraubling hinaus, betonte Harald Stadler. Die gesamte Verkehrsinfrastruktur im Landkreis habe dem Wirtschaftswachstum nicht standgehalten. Stadler schlug vor, nicht komplett zu verneinen, sondern einen Sachverständigen prüfen zu lassen, ob wirklich zusätzlicher Verkehr komme. Man dürfe bei allen Betrachtungen nicht vergessen, dass Neutraubling viel Verkehr verursache, der sich auch nicht einfach verhindern lasse. Denn wer hier hin wolle, der fahre auch hin, meinte der Fraktionssprecher der Freien Wähler.

Willy Falk forderte Zusammenarbeit in der Verkehrsplanung, denn dem Autofahrer sei es egal, welche Art von Straße es sei. Und wenn er an die „Monsterhallen“ beim ehemaligen Schaffergelände in Obertraubling denke, frage er sich, wohin der zu erwartende Lkw-Verkehr wohl rolle. Er gab gleich selbst die Antwort: „zur Autobahn“.

Bürgermeister Kiechle blickte auf den zeitlichen Ablauf der Planungen zurück und sagte zu den befürchteten Gewerbeansiedlungen in Obertraubling, dass seiner Meinung nach das Gebiet irgendwann zugebaut, und Gewerbe kommen werde. Weiter zeigte er auf, bei welchen Verkehrsmaßnahmen Neutraubling mitgebaut und mitgezahlt habe. Er könne das Verkehrsproblem Obertraublings verstehen, aber mit der Umleitung auf die Südumgehung Neutraubling solle ein Obertraublinger Problem in Neutraubling gelöst werden.

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