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Verkehr

Verkehr: Kreisräte befürchten Nadelöhr

Im Wirtschaftsausschuss stellte die Stadt Regensburg ihr Verkehrskonzept im Osten vor. Eine Einmündung sorgte für Skepsis.
Von Christof Seidl

Mit dem Ausbau der Kreuzung bei Barbing (Bild) und der Walhallastraße sind zwei wichtige Verkehrsprojekte im Landkreis an der Grenze zum Regensburger Stadtosten fertiggestellt. Die entsprechenden Projekte in der Stadt stehen noch aus. Foto: jn
Mit dem Ausbau der Kreuzung bei Barbing (Bild) und der Walhallastraße sind zwei wichtige Verkehrsprojekte im Landkreis an der Grenze zum Regensburger Stadtosten fertiggestellt. Die entsprechenden Projekte in der Stadt stehen noch aus. Foto: jn

Regensburg.Die Verkehrsentwicklung an der Grenze zwischen Regensburg, Barbing und Neutraubling ist zwischen Stadt und Landkreis umstritten. 2016 hatten sie gemeinsam mit dem Staatlichen Bauamt ein „Verkehrsgutachten Regensburg Ost“ erarbeitet, das zur Lösung der Verkehrsprobleme zwischen Donau und Autobahn A3 fünf Projekte vorschlug.

Auf Landkreisseite sind diese Projekte weitgehend realisiert. Die große Kreuzung des Knotens Staatsstraße 2660/2145 ist ausgebaut, derzeit läuft östlich davon noch die Straßenverbreiterung. Der Ausbau der Staatsstraße 2145 bei Neutraubling (Walhallastraße) ist abgeschlossen. Auf Regensburger Seite geschah bislang wenig. Parteiübergreifend herrschte im Wirtschaftsausschuss des Landkreises deshalb vor einem Jahr noch Verärgerung über die zögerliche Haltung der Stadt.

Am Montag war dieses Verkehrsgutachten im Wirtschaftsausschuss erneut Thema und Anton Sedlmeier, der Leiter des Amts für Stadtentwicklung in Regensburg, hatte eine konkrete Botschaft im Gepäck: Die Stadt plant die Verlängerung der Leibnitzstraße, die über die Kreuzhofbrücke östlich des Fachmarktzentrums in diesem Bereich (Ikea etc.) an die Bundesstraße8 (Straubinger Straße) angebunden werden soll. Diese Brücke wird im Zuge des A-3-Ausbaus erneuert und soll dabei so dimensioniert werden, dass sie den Verkehr zwischen der Leibnitzstraße und der Straubinger Straße aufnehmen kann. Südlich der verlängerten Leibnitzstraße will die Stadt neue Gewerbeflächen schaffen.

Kreuzhofbrücke wird 2020 fertig

Das Gutachten hatte eigentlich eine Brücke weiter westlich vorgeschlagen, das wäre aber laut Sedlmeier nicht kurzfristig realisierbar gewesen. Die neue Kreuzhofbrücke soll dagegen bereits 2020 fertiggestellt sein und bis dahin will die Stadt auch die Verlängerung der Leibnitzstraße anpacken. Nächstes Jahr soll der Bebauungsplan fertig werden.

Im Ausschuss stieß das stätische Projekt auf Skepsis. Vor allem Barbings Bürgermeister Hans Thiel hatte Zweifel, ob der zusätzliche Verkehr die Einmündung der Kreuzhofstraße in die Straubinger Straße nicht überlasten werde. Bereits jetzt komme es auf der Straubinger Straße von Barbing kommend an dieser Einmündung immer wieder zu Stauungen.

Wir müssen die B8 in diesem Bereich ausbauen.“

Hans Thiel, Kreisrat und Bürgermeister in Barbing

Thiel warnte, dass der bessere Verkehrsfluss durch den Ausbau der Kreuzung bei Barbing wenig nutzen werde, wenn es wenige hundert Meter später wieder hake. Er schlug vor, die Bundesstraße von dieser Kreuzung in Richtung Regensburg zweispurig auszubauen. Dann wäre der abbiegende Verkehr kein Hindernis. Auch Kreisrat Edwin Schicker hatte Zweifel an der Leistungsfähigkeit der Kreuzhofstraße, die ja zugleich die Zufahrt zu den Möbelhäusern und Baumärkten sei. Verkehrstechnisch sei diese Lösung ohnehin nicht so wichtig. Sedlmeier sieht den Einmündungsbereich dagegen nicht als Problem.

Ein weiteres Projekt, das die Stadt im Rahmen des Verkehrsgutachtens realisieren will, ist die sogenannte Hafenspange, die vom Hafen bis zur Leibnitzstraße führen soll. Der Landkreis sieht dieses Projekt als große Entlastung für den Verkehr im Bereich Barbing und Neutraubling. Allerdings wird daraus so bald nichts. Wie Sedlmeier in der Sitzung sagte, sei für die gesamte Straße ein Planfeststellungsverfahren nötig, außerdem handle es sich um eine anspruchsvolle Trasse, die mehrere Biotope tangiere.

Mehr Unfälle durch A3-Ausbau

Der sechsstreifige Ausbau der Autobahn A3 zwischen Kreuz Regensburg und Rosenhof führt zu mehr Unfällen. Dies ließ sich aus den Zahlen entnehmen, die Bernhard Huber von Polizeipräsidium Oberpfalz in der Sitzung vorstellte. In den ersten neun Monaten dieses Jahres waren es insgesamt rund 220 Unfälle in jeder Fahrtrichtung. Der Durchschnitt für die entsprechenden Monate seit 2013 liegt bei 180 Unfällen. Die Zahl der Unfälle mit Personenschaden hat kaum zugenommen. Als Hauptunfallursache nannte Huber mangelnden Sicherheitsabstand.

Offen ist, ob es überall im 15 Kilometer langen Ausbaubereich bei Tempo 80 bleibt. Im Bereich zwischen Neutraubling und Rosenhof wird der Verkehr 2019 auf eine Fahrbahn verlegt. Die Spuren seien dann schmaler als bisher gewohnt, sagte Huber. Es sei deshalb möglich, dass auf Tempo 60 reduziert werden müsse. Er appellierte an die Verkehrsteilnehmer, die Dauerbaustelle gelassen zu sehen. Es gehe langsamer voran und es komme immer wieder zu Stauungen, „aber es herrscht kein Verkehrschaos“.

Positive Bilanz in Sachen Energie

Das Potenzial für Fotovoltaik auf Dachflächen ist nach Angaben von Klimamanager André Suck im Landkreis noch groß. Sonnenstrom ist hier bereits jetzt der größte Lieferant erneuerbarer Energie.  Foto:  Rainer Jensen/dpa
Das Potenzial für Fotovoltaik auf Dachflächen ist nach Angaben von Klimamanager André Suck im Landkreis noch groß. Sonnenstrom ist hier bereits jetzt der größte Lieferant erneuerbarer Energie. Foto: Rainer Jensen/dpa

Klimamanager André Suck stellte im Wirtschaftsausschuss eine Kurzbilanz in Sachen regenerativer Energieerzeugung im Landkreis vor. Gut 70 Prozent des im Landkreis erzeugten Stroms stammen aus erneuerbarer Energie. Strom aus Windrädern kommt dabei im Landkreis auf Platz drei, wie der Klimamanager erklärte. Wasserkraft ist der zweitgrößte Lieferant erneuerbarer Energie. Den Löwenanteil liefert hier das Donaukraftwerk bei Geisling. Sonnenstrom liegt im Landkreis mittlerweile sogar auf Platz eins. Dabei sei das Ausbaupotenzial bei Dachflächenanlagen noch groß, sagt Suck.

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