MyMz
Anzeige

Neujahrsempfang

14 barrierefreie Wohnungen in Regensburg

Der Verein Zweites Leben will den Bau von 14 barrierefreien Wohnungen am Nibelungenareal 2020 fertigstellen.
Von Laura Lindner

Michael Lex sorgte für Unterhaltung. Foto: Lindner
Michael Lex sorgte für Unterhaltung. Foto: Lindner

Regensburg.Treffender hätten die Gründer den Namen nicht wählen können. Der Verein „Zweites Leben“ bietet Menschen mit einer Hirnschädigung Unterstützung in ihrer neuen Lebenssituation. Beim Neujahrsempfang am Sonntag feierte man gemeinsam mit Mitgliedern, Freunden und Unterstützern das bald 19-jährige Bestehen.

So lange schon übernimmt der Verein Verantwortung für Betroffene und deren Angehörige. Dabei ist sich die Vorsitzende Maria Dotzler sicher: „Auch 2019 wird ein gutes Jahr werden.“ Dotzler zeigte sich besonders überwältigt von der Resonanz, denn auch dieses Mal war das Café Zweites Leben bis auf den letzten Platz gefüllt.

Verein wurde 2000 gegründet

Im Jahr 2000 gründeten Betroffene, Angehörige, Ärzte, Fachkräfte und Ehrenamtliche den Verein. Der Name geht auf eine Betroffene zurück, die selbst als Ehrenamtliche tätig war und sich nach einem schweren Unfall ihr „Zweites Leben“ aufbauen musste. Seitdem ist viel passiert, woran sich auch die Vorsitzende auf dem Neujahrsempfang gerne erinnerte.

Zu den Neueinrichtungen in den letzten Jahren gehört die Eröffnung des vereinseigenen Cafés am Bezirksklinikum auf dem Gelände für Neurologische Rehabilitation. Das in Eigenregie geführte Café bietet Betroffenen einen Arbeitsplatz. Ein weiterer Meilenstein folgte außerdem im Jahr 2008 mit der Gründung des Neurologischen Nachsorgezentrums.

„Der Verein redet nicht nur, sondern setzt ausnahmslos alles um.“

Dr. Dr. Helmut Hausner, Vorstand der medbo

Anstatt es heuer etwas langsamer angehen zu lassen, sind Dotzler und das Team des Zweiten Lebens voll motiviert, auch 2019 wieder viel zu bewegen. Denn aktuell läuft ein Großprojekt des Vereins, der Bau des Wohnprojekts „Wohnen im zweitenLEBEN“.

Nach dem Spatenstich im letzten Jahr gibt es bereits Neuigkeiten: „Die Fertigstellung ist für 2020 angedacht“, erklärte Berthold Neppel, der stellvertretende Vorsitzende. Trotz schwieriger Bodenverhältnisse schreite das Projekte voran. „Sobald die Temperaturen wieder steigen, wird die Arbeit wieder aufgenommen“, versicherte Neppel.

Der Vorstand der medbo, Dr. Dr. Helmut Hausner, lobte das Engagement der Ehrenamtlichen: „Der Verein redet nicht nur, sondern setzt ausnahmslos alles um.“ Das Zweite Leben liege dem Bezirk Oberpfalz am Herzen.

„Gesundheit kostet“

Diesem Lob schloss sich die Bürgermeisterin Gertrud Maltz-Schwarzfischer an. Sie nutzte die Gelegenheit jedoch auch, um das deutsche Gesundheitssystem zu hinterfragen: „Ich frage mich, warum die Arbeit unseres Gesundheitssystems zu früh endet.“ Man dürfe die Menschen nicht alleine lassen, meinte die Bürgermeisterin.

Dem stimmte Dotzler zu: „Gesundheit kostet!“ Denn laut der Vorsitzenden brauchen Menschen mit erworbener Hirnschädigung eine lebenslange Therapie, die mit enormen Kosten verbunden ist. Und so hat sich der Verein für das neue Jahr noch mehr vorgenommen: So sei etwa die Unterstützung des aktuellen Projekts der Schlaganfallhelfer des Landratsamts Regensburgs geplant. Auch die weitere Etablierung und Begleitung des Stammtisches für junge Betroffene von Armin Hellinger ist geplant.

Obgleich die Mitgliederzahl in den letzten 19 Jahren von sieben auf 519 gestiegen ist, hat es sich der Verein zur Aufgabe gemacht, mehr neue Mitglieder zu gewinnen. Der Musiker Michael Lex sorgte mit ergreifender Musik für gute Unterhaltung.

Weitere Nachrichten aus Regensburg lesen Sie hier.

Das Wohnkonzept

  • Barrierefreiheit:

    In Regensburg gibt es kaum Wohnmöglichkeiten für Menschen nach einem Schlaganfall oder mit Schädel-Hirn-Verletzung. Der Verein will das ändern und baut 14 rollstuhlgerechte Wohneinheiten in der Lore-Kullmer-Straße.

  • Ziel:

    Betroffene sollen trotz ihrer Beeinträchtigungen autonom leben können. Denn oft sind auch junge Erwachsene gezwungen, in Heime zu ziehen oder bei Angehörigen zu wohnen.

Sie sind noch nicht registriert?

Neu registrieren

MessageBox

Nachricht