mz_logo

Korruptionsaffäre
Donnerstag, 21. Juni 2018 29° 8

Korruptionsaffäre

Wolbergs und die OB-Kandidatur

Der Prozess wird vermutlich am 24. September starten. Für Wolbergs Rückkehrpläne ist die Zeit knapp. Er will dennoch kämpfen.
Von Isolde Stöcker-Gietl

Wolbergs kämpft weiter für seine Rückkehr ins OB-Amt. Foto: altrofoto.de
Wolbergs kämpft weiter für seine Rückkehr ins OB-Amt. Foto: altrofoto.de

Regensburg.Für den suspendierten Regensburger Oberbürgermeister Joachim Wolbergs zeichnet sich ein Fahrplan für die kommenden Monate ab. Das Landgericht Regensburg plant nach Wolbergs Kenntnisstand am 24. September den Prozess zu eröffnen – sofern alle Verfahrensbeteiligten ihre Terminkalender danach ausrichten können. Die vier Angeklagten Wolbergs, Bauträger Volker Tretzel, ein ehemaliger Mitarbeiter Tretzels und der ehemalige SPD-Stadtratsfraktionsvorsitzende Norbert Hartl werden von acht Anwälten vertreten. Die Wirtschaftsstrafkammer plant derzeit mit rund 70 Prozesstagen, was einen enormen logistischen Aufwand nach sich zieht.

Dass es aufgrund der vielen Verzögerungen rund um das Gerichtsverfahren mit einer Kandidatur bei der Oberbürgermeisterwahl 2020 nun eng werden könnte, sieht Wolbergs zwar, er will aber dennoch weiter an seinen Plänen festhalten. Gestern bekräftigte er in einem Telefonat mit der Mittelbayerischen Zeitung diesen Wunsch – betonte aber erneut, dass er eine Kandidatur an den Ausgang des Gerichtsprozesses knüpfen wird. „Das ist doch klar: Wenn ich verurteilt werde, dann trete ich nicht mehr an. Daran wird sich auch nichts ändern.“ Da er aber selbst von seiner Unschuld „felsenfest überzeugt“ sei, werde er weiter dafür kämpfen, diese Beweise zu liefern, um ins Amt zurückkehren zu können. „Dass es nun so lange dauert, liegt nicht in meiner Hand.“

Am Mittwoch hatte die Landesanwaltschaft Bayern erklärt, dass Wolbergs weiterhin vom Amt des Oberbürgermeisters suspendiert bleibe, da auch der Vorwurf der Vorteilsannahme schwerwiegend sei und bei einer Verurteilung zu einer Entfernung aus dem Amt führen könne. Mehr als 20 Fälle der Vorteilsannahme werden Wolbergs angelastet, zudem Verstöße gegen das Parteiengesetz.

Sollte sich der Prozess in die Länge ziehen und ein Urteil bis zur Kandidatenkür – die spätestens im Herbst 2019 stattfinden dürfte – noch nicht gefällt sein, könnte Wolbergs trotz seiner Suspendierung antreten. Allerdings bräuchte er dafür die Rückendeckung seiner Partei. Mit einer eigenen Liste wolle er sich nicht zur Wahl stellen, wiederholte Wolbergs gestern erneut und trat damit entsprechenden Gerüchten, die in der Stadt im Umlauf sind, entgegen. „Mein Plan ist, wieder der SPD-Oberbürgermeister zu werden.“

Da sowohl den Angeklagten als auch der Staatsanwaltschaft nach einer Verurteilung oder einem Freispruch in Regensburg eine Revision vor dem Bundesgerichtshof offenstünde, könnte die Oberbürgermeisterwahl in Regensburg längst gelaufen sein, bevor im Fall Wolbergs eine endgültige Entscheidung gefallen ist.

Lesen Sie außerdem ein Interview mit Joachim Wolbergs: Der suspendierte Oberbürgermeister will rehabilitiert werden. Er will zurück in sein Amt.

Alles zum Fall Wolbergs lesen Sie in unserem Spezial!

Erhalten Sie täglich die aktuellsten Nachrichten bequem via WhatsApp auf Ihr Smartphone. Alle Infos dazu finden Sie hier.

In unserer Chronologie haben wir die Ereignisse seit 2016 zusammengefasst:

Die Kommentarfunktion steht exklusiv unseren Abonnenten zur Verfügung. Als Abonnent melden Sie sich bitte an oder registrieren Sie sich. Alle anderen Nutzer finden preiswerte Angebote in unserem Aboshop.

Anmelden Registrieren Zum Abo-Shop

Sie sind noch nicht registriert?

Neu registrieren

MessageBox

Nachricht