MyMz
Anzeige

Botschaft

Wolbergs will wieder antreten

Der angeklagte Regensburger Oberbürgermeister hat eine Weihnachtsansprache veröffentlicht. Er beteuert seine Unschuld.
von Christine Strasser

Der angeklagte Regensburger Oberbürgermeister Joachim Wolbergs hat eine Weihnachtsbotschaft veröffentlicht. Foto: Uwe Moosburger/altrofoto.de
Der angeklagte Regensburger Oberbürgermeister Joachim Wolbergs hat eine Weihnachtsbotschaft veröffentlicht. Foto: Uwe Moosburger/altrofoto.de

Regensburg.Joachim Wolbergs will zurück ins Regensburger Rathaus und auch bei der nächsten Oberbürgermeisterwahl wieder antreten. Das hat der suspendierte OB, der wegen des Vorwurfs der Vorteilsannahme vor Gericht steht, am Freitag in einer Weihnachtsbotschaft auf den sozialen Netzwerken angekündigt. Wolbergs, der betont, dass er als Bürger und Mensch spricht, sagt in dem Video an die Regensburger Bevölkerung gerichtet: „Für den Fall, dass ich nicht schuldig gesprochen werde, und dass das eintritt, wovon ich überzeugt bin, nämlich dass ich beweisen kann, dass ich unschuldig bin, (...) für den Fall möchte ich wieder ins Amt des Oberbürgermeisters zurückkehren und würde mich natürlich Ihrem Votum bei der nächsten Kommunalwahl wieder stellen wollen. Das ist doch klar.“

„Ich habe mich immer darum bemüht, alles korrekt zu machen.“

Joachim Wolbergs

Wolbergs wiederholt in dem 16 Minuten langen Video seine Kritik an der Staatsanwaltschaft und der Kriminalpolizei, die er schon in den vergangenen Verhandlungstagen vor dem Landgericht lautstark äußerte. Er bezeichnet es als „Wahnsinn“, was die Ermittlungsbehörden in seinem Fall abgeliefert haben. Die sechswöchige Inhaftierung Anfang 2017 sei in seinen Augen „rechtswidrig“ gewesen. Wolbergs betont: „Ich habe nie verdunkelt. Die Haft habe sein Leben komplett verändert, privat und beruflich. Doch inzwischen müsse er davon ausgehen, dass die Ermittler die Telefonate, auf denen der Haftbefehl gegen ihn beruhte, im Zweifelsfall gar nicht oder nur in Teilen gehört haben. Für die Fehler bei der Telefonüberwachung wolle aber bei den Ermittlungsbehörden niemand die Verantwortung übernehmen, prangert Wolbergs an. Das sei für ihn „unerträglich“.

Vertrauen in das Landgericht

Joachim Wolbergs (l.) mit seinem Anwalt Peter Witting Foto: Uwe Moosburger/altrofoto.de
Joachim Wolbergs (l.) mit seinem Anwalt Peter Witting Foto: Uwe Moosburger/altrofoto.de

Dem Landgericht sei er sehr dankbar, dass er das Gefühl haben könne, dass die Wirtschaftsstrafkammer, die diesen Fall verhandelt, alles dafür tue, um die Wahrheit zu erfahren, sagt Wolbergs. Ein Stück weit stelle das sein Vertrauen in den Rechtsstaat wieder her. Ein Vertrauen, dass er spätestens mit seiner Inhaftierung verloren hatte, wie er darlegt. Bis zum Beginn des Prozesses habe er das Gefühl gehabt, „völliger Willkür“ ausgesetzt zu sein.

Auf der Anklagebank vor dem Landgericht sitzt Wolbergs wegen des Vorwurfs der Vorteilsannahme. In dem Prozess geht es unter anderem um die Frage, ob Spenden des ebenfalls angeklagten Bauträgers Volker Tretzel an Wolbergs’ SPD-Ortsverein bei der Vergabe eines Bauprojektes an den Unternehmer eine Rolle gespielt haben. Laut Anklage flossen zwischen 2011 und 2016 rund 475 000 Euro. Die Spenden sollen in Einzelzahlungen von knapp unter 10 000 Euro aufgespalten worden sein, um der Veröffentlichungspflicht zu entgehen und so ihre Herkunft zu verschleiern. Im kommenden Jahr wird in der Verhandlung außerdem beleuchtet, ob Wolbergs bei Renovierungen und Wohnungskäufen Vorteile angenommen hat. Wolbergs räumt in dem Video ein, dass es um „nicht unerhebliche“ Vorwürfe geht. Noch seien es aber Vorwürfe, weil ein Urteil erst noch gesprochen werden muss.

Wolbergs kämpft um seine Ehre

Wenn er Fehler gemacht habe, dann habe er dafür gerade zu stehen, sagt Wolbergs. Er selbst, so streicht er heraus, sei jedoch „felsenfest davon überzeugt“, dass er unschuldig sei. Deshalb werde er alles dafür tun, „für diese Unschuld zu kämpfen“. Die Ermittlungsbehörden hätten ihm mit diesem Verfahren alles genommen. Das sei ihr Recht, wenn er schuldig sei, führt Wolbergs aus. Wenn er aber nicht schuldig sei, dann habe man ihm seine Ehre genommen – „alles andere sowieso“. Er kämpfe für die völlige Wiederherstellung seiner Ehre, dafür, „dass ich zu Menschen wieder sagen kann, sie haben mir zu Recht vertraut“. Diesen Kampf werde er so lange führen, wie er dazu in der Lage sei. Denn er sei davon überzeugt, dass er in den Jahren, in denen er für die Stadt Regensburg tätig sein durfte, immer darum bemüht habe, „alles korrekt zu machen“. Es sei ihm immer wichtig gewesen, das Beste für die Stadt zu tun.

Sie sind noch nicht registriert?

Neu registrieren

MessageBox

Nachricht