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Jubiläum

100 Jahre bewegte TV-Geschichte

Der TV Bodenwöhr feiert sein Jubiläum mit zahlreichen Aktionen und einem großen Festakt am 12. Oktober.
von Albert Gleixner

Matthias Schießl (Mitte) führt als 1. Vorsitzender mit dieser Mannschaft den TV Bodenwöhr in die 100-Jahr-Feier. Foto: Albert Gleixner
Matthias Schießl (Mitte) führt als 1. Vorsitzender mit dieser Mannschaft den TV Bodenwöhr in die 100-Jahr-Feier. Foto: Albert Gleixner

Bodenwöhr.Der Turnverein „Glück Auf“ 1919 feiert das 100-jährige Bestehen feiern. Über das ganze Jahre hinweg werden sportliche Aktionen zum Jubiläum stattfinden. Der große Festtag ist der Samstag, 12. Oktober. An diesem Tag findet um 16 Uhr der Festgottesdienst in der Pfarrkirche mit dem Zug der Vereine zur Hammerseehalle statt, wo dann der Festabend mit Ehrungen und einer Show-Band stattfinden wird.

Beim Gottesdienst wird auch die Fahne, welche derzeit zur Restaurierung gegeben ist, gesegnet werden. Dazu sind alle Bodenwöhrer Vereine geladen, berichtet die Vorstandschaft des TV Bodenwöhr, die das Programm verantwortet.

Mit 550 Mitgliedern ist der Turnverein heute der größte Verein in der Gemeinde. 18 junge Männer trafen sich im Herbst 1919 in der Bahnhofsgaststätte in Blechhammer. Man hatte zunächst vor, einen Burschenverein zu gründen. In der Debatte setzte sich dann die Mehrheit für Gründung des Turnvereins durch. 1. Vorstand wurde Leo Köller. Durch Genehmigung des hiesigen Kgl. Bayerischen Hüttenamtes, durfte der Turnverein den Bergmannsgruß „Glück Auf“ als Beinamen führen. Laut Satzung von 1920 wurde jeder junge Mann ab 17 Jahren aufgenommen. Frauen konnten noch nicht beitreten.

Sie prägten Jahrzehnte den Bodenwöhrer Fußball: hinten die Standardelf der 1950er Jahre, vorne das Team, das für den Aufstieg 1963/64 in die A-Klasse sorgte. Foto: Albert Gleixner
Sie prägten Jahrzehnte den Bodenwöhrer Fußball: hinten die Standardelf der 1950er Jahre, vorne das Team, das für den Aufstieg 1963/64 in die A-Klasse sorgte. Foto: Albert Gleixner

Turnwart Hans Fensterl hatte bald eine leistungsstarke Riege zusammen. Turnen war die Hauptsportart. Weitere Sparten waren Leichtathletik, Schwimmen, Faustball und Fußball, dass zunächst als „Spinnerei“ abgewertet wurde. Die Fußballabteilung nahm 1920 mit zwei Mannschaften den Spielbetrieb in Blechhammer auf. Die erste Fahnenweihe 1922 war ein voller Erfolg. In den folgenden Jahren zählten die Bodenwöhrer Sportler zu den besten in der Region.

Aufstieg nach dem Krieg

Im Jahre 1928/29 wurde ein Grundstück auf der Klause des Hüttenwerks gepachtet und in vielen freiwilligen Arbeitsstunden der alte Sportplatz errichtet. In den Kriegsjahren ruhte das Vereinsleben. 169 Bodenwöhrer fielen im Krieg und 52 galten als vermisst. Nach dem Krieg nahm der Verein seine Tätigkeit wieder auf und mit Wirkung vom 22. Mai 1946 gestattete die Militärregierung dem Turnverein unter Vorstand Adam Ellert die Aufnahme der Vereinsgeschäfte.

Ein Mann der „ersten Stunde“ war auch Wilhelm Vielberth. Im Oktober 1993 verstarb er als Ehrenvorstand. Die früheren Turnwarte Hans Fensterl, Ludwig und Albert Stabl erweckten das Turnen wieder zum Leben. Turnwart Max Lohr baute eine Männer- und Jungturnriege auf.

Prägende Fussballer

  • 1950er Jahre:

    Zur Standardelf mit den Trainern Alois Koller und Wilhelm Wiendl gehörten Fritz Neft, Siegfried Wiendl, Anton Bauer, Ludwig Lautner, Johann Eichinger, Martin Bauer, Karl Hautmann, Josef Meier, Alfons Braun, Martin Braun, Karl Kraus.

  • 1963/64:

    Den Aufstieg in die A-Klasse sicherten Reinhard Wallinger, Helmut Axmann, Hans Wallinger, Leo Rasthofer, Helmut Gall, Hans Hartl, Werner Lankes, Werner Schober, Manfred Wallinger, Franz Lamm und Ernst Axmann.

Das letzte große Abturnen fand 1951 unter Turnwart Heribert Braun auf dem Sportplatz statt. Pfarrer Isidor Haustein weihte im Juli 1953 die neue Fahne, die jetzt zum 100-jährigen wieder restauriert wird. 1963/64 steig die erste Mannschaft in die A-Klasse auf, wo man dann 13 Jahre die gelb-blaue Farbe des TV vertrat und für Bodenwöhr ein Aushängeschild war.

1976 erfolgte der Aufstieg in die Bezirksliga, der die Turner zwei Jahre angehörten. 1962 wurde eine aktive Eisstockabteilung ins Leben gerufen. Der Hammersee und der Warbrucker Weiher waren im Winter Austragungsorte großer Turniere. Am 24. Februar 1966 fand die erste Frauenturnstunde unter Oberlehrerin Gunda Girg statt. Der TV fieberte der Einweihung der dringend benötigten Turnhalle und des Schulsportplatzes entgegen.

Neue Anlagen zum 50.

Am 26. Juli 1969 war es soweit: Der TV konnte sein 50-jähriges Gründungsfest mit der Einweihung der neuen Sportanlagen begehen. Im Rahmen eines viertägigen Volksfestes auf dem Festplatz an der Werkstraße wurde dies gebührend gefeiert. Gerade die Turnhalle bot neue Möglichkeiten. Es entwickelte sich Kinder- und Damenturnen, Tischtennis und unter Heribert Braun auch Geräteturnen. 1975 wurde von Eduard Bauer eine Volleyball-Abteilung aufgebaut. Bodenwöhr wurde hier zur Hochburg.

Legendär waren die Faschingsbälle des TV. Die Damen stiegen 1980 in die Bezirksliga und die Herren 1985 in die Landesliga auf. Der Meilenstein in der TV-Geschichte: Bau des Sportzentrums. 1987 wurde der Bauantrag eingereicht und der Spatenstich erfolgte am 16. Oktober 1987 für das mit rund einer Million veranschlagten Projekts mit Sportplatz, drei Tennisplätzen und Vereinsheim. Am 22. Juli 1989 konnte die Einweihung verbunden mit 70 Jahre Turnverein gefeiert werden.

Die Sportanlage ist wohl das Schönste und für den Turnverein und seinen Mitgliedern eine wirkliche Heimat geworden. 2003 tauchte die alte Vereinsfahne aus dem Jahre 1922 im Internet in den USA auf. Sie wurde vermutlich als Kriegsbeute mitgenommen. Im Internet konnte die TV-Fahne für 735 Dollar ersteigert werden. TV-Ehrenmitglied Rudolf Danhauser sammelte das Geld für die Sanierung der Fahne.

Im Moment startet der TV Bodenwöhr in Zusammenarbeit mit der Grundschule Bodenwöhr einen großen Malwettbewerb mit allen 125 Kindern. Außerdem hat der TV Bodenwöhr noch ein Geheimprojekt in Auftrag gegeben.

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