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Umwelt

14 000 Setzlinge für klimarobusten Wald

Die Firma Uniper SE investiert 300 000 Euro in Wackersdorf. Im Ökowald sollen so „Neubauwohnungen“ für Insekten entstehen.
Von Johann Ippisch

Die Waldarbeiter der Firma Reiger Landschaftspflege aus Warmersdorf pflanzen derzeit 14 000 Setzlinge auf der 2,8 Hektar großen Waldfläche der Firma Uniper SE bei Steinberg am See.  Foto: Johann Ippisch
Die Waldarbeiter der Firma Reiger Landschaftspflege aus Warmersdorf pflanzen derzeit 14 000 Setzlinge auf der 2,8 Hektar großen Waldfläche der Firma Uniper SE bei Steinberg am See. Foto: Johann Ippisch

Wackersdorf.In einem Waldstück zwischen dem Rekultivierungsfeld Westfeld und der Autobahn A 93 stapeln sich derzeit rund 750 Festmeter Fichten- und Kiefernholz. Die Eigentümerin des ca. 2,8 Hektar großen Waldgrundstückes, die Firma Uniper SE Düsseldorf, hat in den letzten Tagen Fichten- und Kiefernbäume fällen lassen. In vollem Gange sind derzeit die Pflanzarbeiten der Waldarbeiter der Firma Reiger Landschaftspflege aus Warmersdorf, die in den nächsten Tagen rund 14 000 Setzlinge in den frei gewordenen Waldboden setzen.

Bäume erster und zweiter Ordnung werden dabei gepflanzt. Speziell für Insekten, vor allem Bienen und Schmetterlinge, lässt Uniper zusätzlich entlang der Forstwege in Neunergruppen Blühsträucherreihen und dahinter Baumarten zweiter Ordnung (Wuchshöhe zwischen 10 und 20 Meter) pflanzen. Die rund 900 Setzlinge bestehen aus 450 Sträuchern wie Roter Hartriegel, Weißdorf, Gemeiner Schneeball, Schwarzer Holunder, Pfaffenhütchen und Heckenrose sowie 450 Bäumen zweiter Ordnung wie Feldahorn, Vogelkirsche, Wildbirne, Wildapfel, Purpurweide und Vogelbeere.

Umwelt

Bäume fällen für die Rekultivierung

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Im neuen Ökowald der Firma Uniper werden zudem pro Hektar zahlreiche „Neubauwohnungen“ für Insekten geschaffen. Dafür bleiben in den Waldflächen auf vier bis sechs Meter gekappte Baumstämme (Torsobäume) stehen, und es werden Totholzhaufen aufgeschichtet sowie im Zuge des anstehenden Waldwegebaus Wurzelstockinseln auf den Flächen etabliert, so Jan Kiver von Uniper, der mit seinem zuständigen Forstwirt Uwe Binner aus Steinberg am See den Forstschritt der Pflanzarbeiten besichtigte.

Rekultivierung soll 2022 abgeschlossen sein

Franz Deml von der Firma Reiger Landschaftspflege erläuterte zudem die derzeit laufenden Pflanzmaßnahmen. Zu sehen sei die Maßnahme als Gesamtprojekt, das Uniper seit Jahren auf dem ehemaligen Gelände der Bayerischen Braunkohlen Industrie AG vorantreibt. Die Rekultivierung der sogenannten Westfeld-Flächen, die 2002 begann, soll bis Ende 2022 in mehreren Etappen abgeschlossen werden.

Das Uniper-Projekt

  • Kosten:

    300 000 Euro

  • Entnahme:

    750 Festmeter Fichten- und Kiefernholz

  • Neupflanzung:

    4400 Rotbuchen, 6800 Eichen, 1700 Hainbuchen, 900 Setzlinge mit Roter Hartriegel, Weißdorn, Gemeiner Schneeball, Schwarzer Holunder, Pfaffenhütchen und Heckenrose sowie 450 Bäume mit Feldahorn, Vogelkirsche, Wildbirne, Wildapfel, Purpurweide und Vogelbeere.

Im Zuge des Rekultivierungsvorhabens werden insbesondere auch das vorhandene Entwässerungssystem und die Sickerwasseraufbereitung für das Westfeld grundlegend modernisiert und ausgebaut. In Vorbereitung zu den Rekultivierungsmaßnahmen wurden auf über acht Hektar Ausgleichsflächen angelegt. Westlich des Rekultivierungs-Areals entstanden neue Laichgewässer- und Landhabitate sowie Verbund- und Vernetzungskorridore, die auch einer Lebensraumvernetzung zum Naturschutzraum Hirtlohweiher dienen, erwähnte Jan Kiver. Er war sich sicher, dass sich die Fauna und Flora im Bereich des Westfelds zu einem naturschutzfachlich hochwertigen Vegetations- und Lebensraum entwickeln, verbunden mit einer positiven Veränderung des Landschaftbildes.

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