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Lokalpolitik

2,7 Millionen Euro für Grundstückskauf

Auch in Bruck sprudeln die Steuereinnahmen. Deshalb wird kräftig investiert. Allerdings schmelzen die Rücklagen dahin.
Von Renate Ahrens

Bauland ist knapp in Bruck – der Kauf von Grundstücken steht in den nächsten Jahren deshalb im Fokus des Interesses der Gemeinde. Foto: Ahrens
Bauland ist knapp in Bruck – der Kauf von Grundstücken steht in den nächsten Jahren deshalb im Fokus des Interesses der Gemeinde. Foto: Ahrens

BRUCK.Der Erwerb von Grundstücken ist der größte Posten im Haushalt der Gemeinde Bruck in diesem Jahr: 2,7 Millionen Euro sind dafür eingeplant. Von der boomenden Wirtschaft würden nicht nur der Bund und die Wirtschaft profitieren, sondern auch der Markt Bruck, erklärte Bürgermeister Hans Frankl bei der Haushaltsausschusssitzung und präsentierte die Zahlen für 2018.

„Wir stehen ganz gut da.“ Mit einer Gewerbesteuereinnahme von 3,35 Millionen Euro könne man in diesem Jahr rechnen. Außerdem steige der Anteil an Einkommenssteuer und Umsatzsteuer. Wegen der Systematik des Kommunalen Finanzausgleiches wirke sich die gute Steuerkraft des Marktes allerdings negativ auf den Haushalt aus, wie bereits im Vorjahr. „Deshalb sinken zwar die Einnahmen aus den Schlüsselzuweisungen, aber die Ausgaben für die Kreisumlage steigen deutlich – trotz des niedrigeren Umlagesatz von 43 Prozent“, erklärte Frankl. Diese Situation werde sich aufgrund der Prognosen in den nächsten Jahren nicht verbessern.

Keine Kreditaufnahme geplant

Kreditaufnahmen seien nicht vorgesehen – mit 339 Euro Pro-Kopf-Verschuldung liege Bruck sogar unter dem Durchschnitt von 603 Euro. Allerdings würden die Rücklagen heuer deutlich sinken: von 2,7 Millionen Euro auf 100000 Euro. Schließlich seien viele Investitionen geplant, zählte Frankl auf: Ein großer Brocken ist dabei der Abbau von baulichen Barrieren im Rathaus. Aber auch das Kinderhaus, die Sanierung des Gerätehauses der Feuerwehr Sollbach oder die Sanierung des Flachdaches am Freizeitzentrum schlage ordentlich zu Buche.

Der Haushalt

  • Der Haushalt Bruck 2018

    hat ein Gesamtvolumen von rund 15 Millionen Euro. Davon entfallen zehn Millionen Euro auf den Verwaltungshaushalt (acht Prozent mehr als im Vorjahr) und fünf Millionen Euro auf den Vermögenshaushalt (48,5 Prozent mehr als 2017).

  • Der Markt Bruck

    stellt im Jahr 2018 rund 2,7 Millionen Euro für den Erwerb von Grundstücken zur Verfügung (zum Beispiel für Bauerwartungsland 1,5 Millionen Euro, für den Neubau eines Kinderhauses: 500 000 Euro, Erwerb von Grundstücken mit leerstehenden Gebäuden: 275 000 Euro).

Frankl blickte aber auch schon auf das Jahr 2019. Rund sieben Millionen Euro wolle man dann investieren, etwa in den Breitbandausbau, die Erschließung eines neuen Baugebiets, die Sanierung der Fischbacher Straße, die Sanierung des Wasserleitungsnetzes oder den Neubau des Wasserbehälters Randsberg. „Den Bürgern entstehen keine Nachteile“, betonte Bürgermeister Frankl. „Heuer werden weder die Gemeindesteuern noch Beiträge und Gebühren erhöht.“ Lediglich die Kanalgebühren werden um 20 Cent auf 1,70 Euro pro Kubikmeter angehoben.

Auch Kämmerer Daniel Schreiner zeigte sich zufrieden, zum Beispiel mit dem Plus im Vermögenshaushalt. Neben dem Erwerb von Grundstücken würden aber auch die Personalkosten ein großer Posten in den Haushaltsausgaben sein. Froh sei er, dass der Markt keine Schulden aufnehmen müsse. Auch die Vertreter der Fraktionen hatten keine Beanstandungen und bedankten sich bei Schreiner für das Zahlenwerk.

„Wir werden jede Gelegenheit zum Erwerb von Grundstücken nutzen.“

Hans Frankl, Bürgermeister

Jürgen Hofmann (CSU) gab den Räten zwei Anregungen mit auf den Weg: Zum einen wäre bei der Sandoase eine bessere Infrastruktur erforderlich, wie die Bereitstellung von Strom oder Wasser. Bald erfolge dort eine Renaturierung. Außerdem schlug er vor, 3000 Euro für einen Arbeitskreis für gemeindliche Veranstaltungen zur Verfügung zu stellen. Am Rande bemerkte Hofmann, er fände es gut, für die Sanierung der Spielplätze 45000 Euro bereitzustellen, aber er forderte, diese Planungen auch umzusetzen, etwa in der Biedermannsiedlung. Heike Faltermeier (CSU) schlug vor, jedes Jahr einen Spielplatz lieber gründlich zu verschönern, anstatt mit dem Gießkannenprinzip alle Plätze nur halbherzig.

An die Wasserversorgung denken

„Einiges vorgenommen“ habe man sich in nächster Zeit, sagte Gregor Wettinger (SPD) anerkennend, mahnte jedoch, die Sanierung des Wassernetzes im Auge zu behalten. Rudi Sommer (Grüne) kritisierte, das vorgesehene Geld für Baulanderwerb und der Ausweisung neuer Bauplätze lieber in die Innerortsentwicklung zu stecken. Statt der geplanten Klimaanlage im Freizeitzentrum wären Fenster zum Kippen energetisch sinnvoller und umweltfreundlicher. „Nichts auszusetzen“ am Haushalt hatte Lorenz Bräu (Freie Wähler).

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