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Kirche

40 Jahre Pfarrzentrum St. Josef

Die Burglengenfelder Pfarrei hat für das Jubiläum eine Reihe von Veranstaltungen geplant. Einer der Höhepunkte ist am 5. Mai.
Von Thomas Rieke

Blick in die Pfarrkirche St. Josef: Vor 40 Jahren wurde sie eingeweiht, was nun größer gefeiert werden soll. Wesentliches Merkmal des 410 Sitzplätze bietenden Raumes ist die freitragende Fachwerkkonstruktion. Das Tageslicht wird durch einen Holz- und Metallvorhang gefiltert. Foto: Rieke
Blick in die Pfarrkirche St. Josef: Vor 40 Jahren wurde sie eingeweiht, was nun größer gefeiert werden soll. Wesentliches Merkmal des 410 Sitzplätze bietenden Raumes ist die freitragende Fachwerkkonstruktion. Das Tageslicht wird durch einen Holz- und Metallvorhang gefiltert. Foto: Rieke

Burglengenfeld.Weil sich die Bevölkerungszahl Burglengenfelds seit dem Zweiten Weltkrieg sage und schreibe verdoppelt hatte, beschloss die Diözese Regensburg in den 1970er Jahren die Gründung einer neuen Pfarrei („Am Sand“) und in der Folge den Bau eines komplett neuen Pfarrzentrums (St. Josef). Der Wunsch nach einem zusätzlichen geistlichen Mittelpunkt für Katholiken war so groß geworden, dass die Verantwortlichen dafür weder Mühen noch Kosten scheuen wollten. Im Mai vor genau vierzig Jahren wurde das Pfarrzentrum an der Johann-Baptist-Mayer-Straße von Weihbischof Karl Flügel konsekriert; der damalige Bürgermeister, Stefan Bawidamann, sprach von einem Jahrhundertereignis für seine Heimatstadt.

Wie sich die Zeiten ändern: Burglengenfeld wächst zwar noch immer, stetig und stark; doch über eine zusätzliche neue Kirche denkt niemand nach. Wozu auch? Betreuungsplätze für Kinder sind knapp, die Grundschule platzt aus allen Nähten. Aber die Kapazitäten in den vorhandene Gotteshäusern reichen vollkommen aus...

Intensives Bemühen um Familien

Wer wüsste dies besser als Stadtpfarrer Helmut Brügel. Vor zehn Jahren trat er in St. Josef seinen Dienst und damit die Nachfolge von Hans Preißl an, der 1973 als Pfarrkurat nach Burglengenfeld versetzt worden war, um die neue Pfarrei aufzubauen. Laut Brügel nimmt die Zahl der Pfarreimitglieder (derzeit rund 3100) zuzugsbedingt aktuell wieder zu; trotzdem würden die Lücken im pfarrlichen Leben größer. Immer weniger Neubürger drängt es automatisch in die Pfarrei, gleichzeitig schrumpft der Kreis jener, die jahrzehntelang Stützen gewesen sind.

Brügel tut alles, um gegenzusteuern. Seit drei Jahren, so berichtet er, bemüht sich St. Josef besonders intensiv um junge Familien. Monatlich werden spezielle Gottesdienste angeboten, viermal im Jahr gibt es eine Kinderkirche, zugeschnitten auf die Allerjüngsten. Das Konzept ist simpel, aber erfolgreich: „Wenn ich die Kinder begeistere, habe ich auch die Eltern.“

Pfarrer Helmut Brügel an seinem Lieblingsplatz in der Kirche – wenn er nicht gerade selber predigt. Foto: Rieke
Pfarrer Helmut Brügel an seinem Lieblingsplatz in der Kirche – wenn er nicht gerade selber predigt. Foto: Rieke

Produkt dieses Engagements ist ein Bibelsingspiel; gemeinsam wurde es einstudiert, gemeinsam soll es am 18. Mai aufgeführt werden. So sieht es das Programm vor, das die Pfarrei auf Anregung Brügels anlässlich des 40. Weihetags von St. Josef in den letzten Monaten erarbeitet hat. Um dem Jubiläum gerecht zu werden, wurde ein Festausschuss gegründet, dem Max Duschinger vorsteht.

Geplante Feierlichkeiten

  • 1. Mai:

    Pfarrwallfahrt nach Amberg zum Maria-Hilf-Berg

  • 5. Mai:

    9.45 Uhr Aufstellen des Kirchenzugs in der Karl-Weiß-Straße; 9.55 Uhr Kirchenzug mit der Dietldorfer Blaskapelle; 10 Uhr: Dankgottesdienst mit Dekan Msgr. Hans Amann mit allen musikalischen Gruppen der Pfarrei; 11.30 Uhr Mittagessen; 14 Uhr Pfarrfest; 18 Uhr Fußball Ministranten gegen PGR/KV

  • 18. Mai:

    Biblisches Singspiel mit der Musikgruppe Shalom

  • 2. Juni:

    Benefizfußballspiel der bayerischen Klerusauswahl gegen die AH des ASV Burglengenfeld. Den Anstoß führt Gründungspfarrer Hans Preißl aus. Spenden gehen an das Suppenküchenprojekt der Mallersdorfer Schwestern in Südafrika.

  • 22. September:

    Pfarrausflug

Bereits am 5. Mai, und damit fast auf den Tag genau 40 Jahre nach der Einweihung der Kirche, ist der Höhepunkt angesagt: Bei einem festlichen Gottesdienst mit Dekan Hans Amann wollen die Gläubigen dafür danken, dass es in den 1970er Jahren zu der so weitreichenden Entscheidung der Pfarrgründung gekommen ist. Und dabei besteht die ausgezeichnete Möglichkeit, sich bewusster als sonst auf den besonderen Charakter des Pfarrzentrums einzulassen.

Die Pläne des Münchner Architekten Franz Kießling waren, so erinnern sich ältere Burglengenfelder, alles andere als unumstritten; vor allem am vorgelagerten, 25 Meter hohen Glockenturm, einer Stahlkonstruktion mit verschalter Turmstube, schieden sich die Geister.

Umso bemerkenswerter ist es, dass Kießling später sehr viel Lob von qualifizierten Stellen erhielt. Das Ensemble wurde mit mehreren Auszeichnungen bedacht, unter anderem dem Deutschen Architekturpreis 1983. Die wohlproportionierten und um einen großzügigen Begegnungshof angelegten Gebäude bildeten als Gruppe den Mittelpunkt des damals neuen Siedlungsgebiets der Stadt, heißt es in einer Laudatio. Die eingesetzten konstruktiven und gestalterischen Mittel seien mit „hohem Anspruch im Detail der Aufgabenstellung angemessen“. Besondere Würdigung erfuhr die Lichtführung im Kirchenraum.

Der Pfarrer braucht Geld für Sanierungsmaßnahmen

Sorgenvoll wendet sich der Blick von Pfarrer Helmut Brügel nach oben. Die hohen Räume im Pfarrzentrum seien zwar schön, aber wegen der höheren Heizkosten unwirtschaftlich. Foto: Rieke
Sorgenvoll wendet sich der Blick von Pfarrer Helmut Brügel nach oben. Die hohen Räume im Pfarrzentrum seien zwar schön, aber wegen der höheren Heizkosten unwirtschaftlich. Foto: Rieke

Auch Pfarrer Brügel weiß das Ensemble sehr wohl zu schätzen, kennt aber auch seine Schwächen. Die hohen Räume des Pfarrzentrums seien im Winter schwer zu beheizen. Manche Funktionsräume waren ihm viel zu dunkel, so dass er nachträglich Fenster einbauen ließ. Zwischenzeitlich musste auch ein Teil des Daches saniert werden, und weitere Investitionen zeichnen sich ab. An Fensterlementen und Holzverkleidungen hat der Zahn der Zeit genagt, die Betonsockel platzen stellenweise auf. Um die auf 450000 Euro geschätzten Sanierungskosten zu begleichen, gibt es für Brügel nur einen Weg: Sparen, sparen, sparen!

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