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Arbeit

690 Bewerber, 1650 Lehrstellen

Der Lehrstellenmarkt ist nach wie vor sehr angespannt. Im Juli waren laut Arbeitsagentur noch 650 Azubistellen unbesetzt.

Automechatroniker zählt zu den Lehrberufen, die noch freie Stellen anbieten. Foto: Grubitzsch/dpa
Automechatroniker zählt zu den Lehrberufen, die noch freie Stellen anbieten. Foto: Grubitzsch/dpa

Schwandorf.Die meisten Bewerber, die dieses Jahr die Schule beendet haben, konnten bereits eine passende Lehrstelle finden. „Alle Jugendlichen, die noch keinen Ausbildungsvertrag in der Tasche haben, aber im Herbst eine Lehre beginnen möchten, sollten spätestens jetzt aktiv werden“, betont Markus Nitsch, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Schwandorf.

Trotz des Zeitdrucks sollten junge Menschen nicht wahllos Bewerbungen an jede ihnen bekannte Firma versenden. Viel erfolgversprechender sind zielgerichtete Bewerbungen für Ausbildungsstellen, die die jungen Menschen auch wirklich interessieren. „Wer sich noch unsicher ist, was für sie oder ihn der passende Beruf sein könnte, meldet sich am besten zeitnah bei der Berufsberatung der Agentur für Arbeit. Das gilt auch für Jugendliche, die sich bisher rein auf ihren Schulabschluss konzentriert haben. Es gibt noch immer eine größere Auswahl an freien Ausbildungsstellen im Landkreis“, führt der Agenturleiter aus.

Seit Beginn des Berufsberatungsjahres im Oktober 2018 meldeten sich bei der Agentur für Arbeit Schwandorf rund 690 Bewerber mit Wohnsitz im Landkreis für Berufsausbildungsstellen. Das waren zirka 80 Bewerber bzw. 10,3 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum. Zugleich gab es rund 1650 Meldungen für Berufsausbildungsstellen. Das entspricht einem Rückgang von zehn Ausbildungsstellen bzw. 0,6 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

Im Juli waren noch rund 80 Bewerber unversorgt und knapp 650 Ausbildungsstellen unbesetzt. Im Vergleich zum Vorjahresmonat gab es 36,2 Prozent bzw. rund 50 unversorgte Bewerber weniger für Berufsausbildungsstellen. Aktuell entfallen rechnerisch auf jeden unversorgten Bewerber im Landkreis Schwandorf knapp acht unbesetzte Ausbildungsstellen, im Vorjahr waren es noch fünf unbesetzte Stellen je unversorgtem Bewerber.

Klarer Trend: Bewerbermarkt

Der Trend in Richtung Bewerbermarkt zeichnet sich immer stärker ab. Inzwischen müssen sich Arbeitgeber fragen, wie sie Jugendliche für eine Ausbildung in ihrem Betrieb begeistern können. Unternehmen mit offenen Ausbildungsstellen empfiehlt Markus Nitsch, auch jungen Menschen eine Chance zu geben, die keine Bestnoten im Zeugnis stehen haben: „Oft zeigen Jugendliche, die auf den ersten Blick nicht der Traumkandidat für die Stelle sind, im Praktikum oder in der Ausbildung ihr Potenzial.“

Die Ansprechpartner des gemeinsamen Arbeitgeber-Services von Agentur für Arbeit und Jobcenter unterstützten Unternehmen gerne bei der Suche nach geeigneten Kandidatinnen und Kandidaten und informieren über mögliche Unterstützungsangebote.

Auch die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) schlägt Alarm. Gewerkschafter Rainer Reißfelder appelliert an Schulabgänger, sich auch in der Ernährungsbranche umzusehen: „Vom Süßwarentechnologen bis zur Chemielaborantin – die Lebensmittelindustrie bietet hochtechnische Berufe bei überdurchschnittlicher Bezahlung. Im Kreis Schwandorf haben Firmen jetzt noch 63 freie Ausbildungsplätze rund ums Essen und Trinken zu vergeben.“

3200 Mitarbeiter im Landkreis

Die Ernährungsindustrie ist der viertgrößte Industriezweig in Deutschland – und mit rund 3200 Beschäftigten allein im Kreis Schwandorf ein „wichtiger Wirtschaftsfaktor in der Region“, so Reißfelder. Laut dem NGG-Geschäftsführer dürften gelernte Fachleute künftig kaum Probleme haben, eine passende Stelle zu finden. „Gefragt ist insbesondere die Fachkraft für Lebensmitteltechnik. Wer das lernt, hat nach der Ausbildung einen soliden Titel in der Hand. Je nach Betrieb können Fachkräfte eine Spezialisierung etwa für Getränke, Brot- oder Tiefkühlwaren draufsatteln und es bis zum Meisterbrief bringen“, erklärt Reißfelder.

Die Digitalisierung schreite in ihrem Berufsfeld so schnell voran wie in kaum einer anderen Branche. „Künstliche Intelligenz ist in der Ernährungsindustrie längst angekommen und steuert zum Beispiel Abläufe in der Lagerlogistik. Das macht die Jobs nicht nur für Mechatroniker und Computerspezialisten interessant“.

Freie Stellen

  • Top 10:

    Einzelhandelskaufmann/-frau, Anlagemech.- Sanitär-/Heiz. -Klimatech., Verkäufer/in, Elektroniker/in- Energie-/Gebäudetechnik, Fachverkäufer/-in Fleischerei und Bäckerei, Maurer/in, Zimmerer/Zimmerin, Metallbauer/in - Konstruktionstechnik, Kfz.-Mechatroniker - PKW-Technik

  • Informationen:

    die Azubi-Börse“ der Arbeitsagentur: www.berufenet.arbeitsagentur.de

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