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Natur

Zaungast beim großen Fressen

Die Eintagsfliegen ziehen Schwärme von Fischen an eine beleuchtete Brücke in Nittenau. Ein besonderes Spektakel bieten die Waller.
Von Agnes Feuerer

Schwärme von Wallern machen sich über die toten Eintagsfliegen auf dem Wasseroberfläche her.Foto: tfe

Nittenau/Bruck. Der Brucker Florian Feuerer ist ein Angler aus Leidenschaft. Nicht nur das Fangen macht ihm Freude, nein, auch das Beobachten der Fische in besonderen Situationen bereitet ihm eine große Freude. Eine gute Gelegenheit, Waller und andere, kleinere Fische zu beobachten, bietet sich ihm immer in der Zeit, wenn die Eintagsfliegen sich paaren.

Da Florian Feuerer Mitglied im Angelverein Nittenau ist, kennt er den Regen wie seine Westentasche. Er weiß auch, wann mit dem Schwärmen der Eintagsfliegen zu rechnen ist. Jedes Jahr Anfang August, so Feuerer, ist es so weit. In diesem Jahr kamen die Fliegen, wohl wegen des kalten Frühjahrs, erst Ende August aus dem Wasser.

So gegen 22 Uhr beginnt dann das Spektakel. Die Fliegen steigen aus dem Wasser auf, paaren sich und fallen dann tot auf das Wasser zurück. Vor allem, seit unter der Regenbrücke die Strahler angebracht worden sind, sei dies noch besser zu beobachten. Sobald sich ein kleiner Teppich aus toten Eintagsfliegen gebildet hat, kommen auch schon die ersten Fische. Alle Arten, außer Hecht und Zander, stillen an diesen Abenden ihren Hunger. Bald aber kann man beobachten, dass die ersten Waller auftauchen, ganze Schwärme von bis zu 20 Fischen, mit einer Größe zwischen 30 Zentimetern zu gut zwei Metern. Sie sammeln sich zunächst am Rande des Lichtkegels. Dann aber beginnt das große Fressen. Während die kleineren Waller sich sofort über die proteinhaltige Nahrung hermachen und schlürfen, was das Zeug hält, halten sich die alten Welse etwas außerhalb auf. Sie stehen oft in der Mitte des Flusses und suchen sich die besten Plätze in Ruhe aus. Dann schwimmen sie zu den „Teppichen“ und dann sieht man eigentlich nur noch ein großes Maul aus dem Wasser kommen, das die Fliegen förmlich in sich hineinsaugt. Sie holen sich zwei, drei Maul voll und tauchen dann wieder ab.

Florian Feuerer und seine Freunde haben einmal ausgerechnet, dass die Welse nach so einer Portion Eintagsfliegen zirka drei Wochen keine Nahrung mehr zu sich nehmen müssen. Vor drei Jahren hatten sie auch schon mal einen sehr seltenen Mandarinwaller beobachtet, vor zwei Jahren kam er dann wieder, da konnten sie dann sehen, wie viel er auf dieses eine Jahr gewachsen ist. Leider ist er aber seit damals nicht wieder aufgetaucht. Man könne diese Spektakel sehr gut auch von der Brücke aus beobachten, aber Florian Feuerer geht dann immer mit der Watthose in den Fluss und kann so diese Orgien aus nächster Nähe betrachten. Für dieses Jahr ist das Spektakel vorbei, aber nächstes Jahr, wird er sich wieder am Fluss aufhalten, um das große Fressen zu beobachten. (tfe)

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