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Entsorgung

Abfallberge sprengen Zeitplan

Sperrmüll am Straßenrand: Abfuhrunternehmen können wegen der großen Mengen die Termine nicht einhalten.
Von Cornelia Lorenz

Im Stadtgebiet Schwandorf verschieben sich die Termine der Sperrmüllsammlung nach hinten. Viele Bürger stellen Dinge an den Straßenrand, die im Sperrmüll nichts verloren haben, zum Beispiel Autoreifen. Foto: Lorenz
Im Stadtgebiet Schwandorf verschieben sich die Termine der Sperrmüllsammlung nach hinten. Viele Bürger stellen Dinge an den Straßenrand, die im Sperrmüll nichts verloren haben, zum Beispiel Autoreifen. Foto: Lorenz

Schwandorf.Autoreifen, Bretter, alte Möbel – an vielen Straßenrändern in Schwandorf stapeln sich zurzeit alle möglichen Gegenstände, die ihre Besitzer gern loswerden wollen. Die im vierjährigen Turnus stattfindende Sperrmüllsammlung des Landkreises ist im vollen Gange – und die von den Bürgern bereitgestellten Abfallmengen bringen die Abfuhrunternehmen diesmal in Verzug. „Die Leute haben vier Jahre lang gehortet – oder es geht ihnen jetzt so gut, dass sie vieles wegwerfen können“, vermutet Markus Burkhardt vom Entsorgungsservice Hofmann aus Burglengenfeld, der derzeit in den Straßen der Großen Kreisstadt unterwegs ist.

Schon über 440 Tonnen

Mit zwei Fahrzeugen durchkämmt die Firma Hofmann seit einigen Tagen die Schwandorfer Ortsteile, nachdem sie zuvor seit 9. April im Städtedreieck unterwegs war. Auch die Gemeinde Steinberg am See gehörte zur Tour. „Wir hängen dem Terminkalender ein paar Tage hinterher“, sagt Burkhardt. Das liegt daran, dass die Bürger viel mehr Sperrmüll vor die Haustüren stellen als vor vier Jahren. 2014 hat die Firma Hofmann insgesamt 230 Tonnen Sperrmüll eingesammelt. Heuer liege man rund eine Woche vor Schluss bereits bei über 440 Tonnen, sagt Burkhardt. Im Anschluss an die Touren der Firma Hofmann werden weitere Entsorgungsfirmen Sperrmüll aus den übrigen Landkreisgemeinden abholen.

Die Sperrmüllabfuhr läuft seit 9. April und ist für die Bürger kostenlos. Foto: szd
Die Sperrmüllabfuhr läuft seit 9. April und ist für die Bürger kostenlos. Foto: szd

Im Landratsamt führt man das hohe Sperrmüllaufkommen darauf zurück, „dass die Wirtschaft allgemein gut läuft und dies auch dazu führt, dass Neuanschaffungen getätigt werden und demzufolge vermehrt alte Gegenstände entsorgt werden“, heißt es in einer Mitteilung von Pressesprecher Hans Prechtl. Zum ersten Mal hatte der Landkreis die Sperrmüllsammlung im Jahr 1996 durchgeführt – kurz nachdem damals Volker Liedtke das Amt des Landrates übernommen und im Wahlkampf vehement für die Sammlung geworben hatte.

Daueraufgabe für Landkreis

Bei den vergangenen Sammelaktionen kamen landkreisweit in der Regel rund 2000 Tonnen zusammen. Laut Prechtl waren es 2014 in Summe 873 Tonnen Sperrmüll, 839 Tonnen Altholz und 16 Tonnen Schrott. Ursprünglich sollte die Sammlung im Jahr 1996 eine einmalige Angelegenheit bleiben, doch spätestens die Bilanz der zweiten Sammlung im Jahr 2000 machte eine Daueraufgabe daraus: 3183 Tonnen Sperrmüll und dazu noch rund 1000 Tonnen Schrott wurden damals gesammelt – wesentlich mehr als bei der Premiere. Im Jahr 2014 rechnete der Landkreis mit Kosten von knapp 120000 Euro. Wie teuer die Aktion heuer angesichts des enormen Aufkommens sein wird, wird sich noch zeigen. Klar ist aber: Für die Bürger ist die Sperrmüll-Aktion kostenlos, denn sie wird bereits über die Müllgebühren abgedeckt.

Elektrogeräte werden nicht abgeholt, ebensowenig Bauschutt und Altreifen. Foto: szd
Elektrogeräte werden nicht abgeholt, ebensowenig Bauschutt und Altreifen. Foto: szd

Das mag so manchen Bürger dazu verleiten, Dinge vor die Haustür zu stellen, die gar nichts im Sperrmüll verloren haben: Alte Autoreifen werden ebensowenig mitgenommen wie stark imprägniertes Holz, etwa Zaunlatten oder Fensterrahmen. Aber auch für Baustellenabfälle oder normalen Hausmüll ist die Aktion nicht gedacht. Elektrogeräte oder Problemabfälle wie Batterien, Leuchtstoffröhren und Lacke sollten ebenso wenig nicht an der Straße abgestellt werden. Die Entsorgungsfirmen lassen solche Hinterlassenschaften stehen – der Eigentümer ist in der Pflicht, den Unrat selbst sachgemäß zu entsorgen.

Appell an die Bürger

Dringend empfiehlt das Landratsamt, sich bei den bereitgestellten Gegengeständen an die vorgegebenen Größen zu halten. Das maximale Kantenmaß sollte 1,50 Meter nicht überschreiten. Das liegt daran, dass größere Gegenstände die Steuereinheiten der Fahrzeuge beschädigen können.

Am Abholtag sollte Sperrmüll ab 6 Uhr für die Entsorgungsfirmen bereitstehen. Foto: szd
Am Abholtag sollte Sperrmüll ab 6 Uhr für die Entsorgungsfirmen bereitstehen. Foto: szd

Im Schnitt sechs bis sieben Tonnen Sperrmüll kann ein Fahrzeug auf einmal aufnehmen und liefert seine Ladung dann im Schwandorfer Müllkraftwerk ab. Nach Angaben des Zweckverbands Müllverwertung nimmt man dort im Moment weniger Gewerbemüll an als üblich. Das liege zum einen an einem allgemein höheren Hausmüllaufkommen, das angenommen werden muss – aber auch an der laufenden Sperrmüllsammlung: Gegenstände wie Matratzen oder Holz haben einen sehr hohen Brennwert, es lässt sich wesentlich mehr Dampf erzeugen als mit gewöhnlichem Hausmüll, so dass die Gewerbemüllmengen derzeit heruntergefahren werden.

Hans Prechtl, Pressesprecher am Landratsamt in Schwandorf Archivfoto: Kurtz
Hans Prechtl, Pressesprecher am Landratsamt in Schwandorf Archivfoto: Kurtz

Die Sperrmüll-Abfuhrtermine aller Gemeinden sind unter www.landkreis-schwandorf.de zu finden. Es wird empfohlen, den tatsächlichen Termin kurz vor der Bereitstellung des Sperrmülls zu überprüfen, da Verzögerungen zu erwarten sind.

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