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Politik

AfD schwört auf die Landtagswahl ein

Der Kreisvorsitzende der Partei diagnostiziert in Nittenau, dass das deutsche Volk von einer Seuche befallen worden sei.
Von Rudolf Hirsch

Wahlkampfauftakt bei der AfD: Reinhard Mixl (4. von rechts) und Johann Kellermeier (ganz rechts) kandidieren im Stimmkreis Schwandorf. Josef Lankes (2. von rechts) und Dr. Wolfgang Pöschl (3. von rechts) sind die Kandidaten für den Stimmkreis Cham. Foto: xih
Wahlkampfauftakt bei der AfD: Reinhard Mixl (4. von rechts) und Johann Kellermeier (ganz rechts) kandidieren im Stimmkreis Schwandorf. Josef Lankes (2. von rechts) und Dr. Wolfgang Pöschl (3. von rechts) sind die Kandidaten für den Stimmkreis Cham. Foto: xih

Nittenau.„Das deutsche Volk hat die Seuche befallen.“ Diese Diagnose stellt der Arzt und Psychiater Dr. Felix Börner und verabreicht dem „Patienten“ gleich die „volle Dosis“. Der Therapeut glaubt aber nicht an eine schnelle Heilung. „Der Leidensdruck ist noch nicht groß genug“, sagte der Kreisvorsitzende beim Wahlkampfauftakt der AfD am Dienstag im Landgasthof Schmidbauer in Muckenbach.

„Wie konnte Merkel derart über uns kommen?“, fragt sich der AfD-Politiker. Er könne sich das nur mit „dem verheerenden Hang der Deutschen zur Selbstaufgabe“ erklären. Börner sagt, er mache „die hündische Unterwerfung des deutschen Volkes“ nicht mehr länger mit; er sehe nicht ein, warum er für die geschichtlichen Ereignisse der Vergangenheit in Mithaftung genommen werden solle. Die Kirche befreie die Gläubigen von der Sünde, die AfD das deutsche Volk vom „kollektiven Schuldgefühl“. Doch das dauere. „Die Verhältnisse im Land müssen noch schlimmer werden“, ist er überzeugt.

Der Referent aus dem Landkreis Cham bietet den 80 Zuhörern „schwere Kost“. Er leitet die Entwicklung der Überfremdung psychologisch her und erklärt den „Kniefall der Deutschen vor der Welt“ analytisch. „Den mache ich aber nicht mit, warum auch“, sagte der AfD-Vertreter. Am deutschen Wesen solle wieder einmal alles genesen. Aber nicht mit der „Alternative für Deutschland“, sagt er.

Lesen Sie mehr: AfD-Bundesvorsitzender Meuthen wünscht sich mehr Bürger wie in Chemnitz: „Ziemlich helle, die Menschen in Dunkeldeutschland.“

Die Kandidaten für die Landtags- und Bezirkstagswahlen stellten sich vor. Reinhard Mixl ist 57 Jahre alt und lebt mit seiner Familie in Schwandorf. Im November 2016 trat der Diplom-Betriebswirt der AfD bei und bewirbt sich nun im Stimmkreis Schwandorf um das Landtags-Direktmandat. Er kritisiert die seiner Meinung nach ungerechte Steuerpolitik zum Nachteil der mittelständischen Betriebe und der „kleinen Steuerzahler“.

Mixl schlägt eine Kürzung der Subventionen zugunsten von Steuerentlastungen für die Arbeitnehmer vor. Das Umsatzsteuerrecht müsse familienfreundlicher gestaltet werden. Der Kandidat tritt für eine „bayerische Leitkultur“ ein und lehnt „multikulti“ ab, wie er sagt. Integration sei für ihn mehr als „nur Deutsch zu lernen“. Mixl ist für den Erhalt einer „intakten und vielfältigen Natur“.

„Unser Land, unsere Regeln.“

Johann Kellermeier, AfD-Kandidat für den Bezirkstag

Der selbstständige Handwerksmeister Johann Kellermeier aus Maxhütte-Haidhof kandidiert für den Bezirkstag. Er ist für eine Abschaffung der doppelten Staatsbürgerschaft und glaubt, „dass eine Integration von Muslimen nur begrenzt möglich ist“, wie er erklärte. Er bekenne sich zur traditionellen Vater-Mutter-Kind-Familie als gesellschaftliches Leitbild. Für ihn gehöre der Islam zwar „zu Söder, aber nicht zu Bayern“. Und zum Thema Leitkultur sagt Kellermeier: „Unser Land, unsere Regeln.“

Chamer Kandidaten

  • Landtag:

    Im Stimmkreis Cham bewirbt sich der Dachdeckermeister Josef Lankes aus Cham um das Direktmandat für den Landtag.

  • Bezirkstag:

    Dr. Wolfgang Pöschl, Finanzmathematiker aus Lohberg, kandidiert für den Bezirkstag.

  • Politik:

    Beide halten die Entwicklung beim Euro, im Finanzsektor, in der Migration sowie bei Energie und Umwelt für besorgniserregend.

Mehr zum Thema: Am 14. Oktober wählt Bayern einen neuen Landtag. Die MZ stellt die Kandidaten aus dem Landkreis Schwandorf vor, ihre Ziele und was sie den Bürgern versprechen.

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