MyMz
Anzeige

Ausrüstung

Aiwanger steht für Rettungsboot Pate

Die Neunburger Wasserwacht hat das lang ersehnte neue Schlauchboot mit Außenborder bekommen und es bereits ausprobiert.
Von Roland Thäder

Die Wasserwacht hat, wie hier am Eixendorfer See, bereits einige Übungen mit dem neuen Schlauchboot absolviert.
Die Wasserwacht hat, wie hier am Eixendorfer See, bereits einige Übungen mit dem neuen Schlauchboot absolviert.

Neunburg.Stefan Dirnberger ist glücklich. Der Vorsitzende der Neunburger Wasserwacht freut sich über die Indienststellung des neuen Schlauchboots mit Außenborder. Bei der Bootstaufe steht ein ganz besonderer Gast Pate. Der Bayerische Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger wird dazu an den Eixendorfer See kommen. Aber das ist noch lange nicht alles, was die Wasserwacht in diesem Sommer noch zu bieten hat.

Das neue Boot mit einem Aluminiumboden ist mit einem 20 PS starken Außenborder bestückt. Beim Vorgänger hatte der Zweitaktmotor den Geist aufgegeben. Beschafft wurde es nach dem Bayerischen Rettungsdienstgesetz. Bezahlt hat es deshalb der Freistaat, konkret das Innenministerium. Deshalb kann Dirnberger über den Anschaffungspreis nur spekulieren. Allerdings obliegt der Neunburger Ortsgruppe der Unterhalt, wie das bei anderen Ausrüstungsgegenständen, beispielsweise der Tauchausrüstung, auch der Fall ist. Und das ist teuer genug. Die Kosten dafür gehen in die Tausende. Davon weiß der Ortsgruppenvorsitzende ein Lied zu singen. Ohne großzügige Spender ginge das gar nicht.

Das neue Boot ist viel leichter

Wirtschaftsminister Aiwanger wird Pate für das Boot. Foto: Sina Schuldt/Archiv
Wirtschaftsminister Aiwanger wird Pate für das Boot. Foto: Sina Schuldt/Archiv

Das neue Schlauchboot ist ausreichend für Einsätze auf kleineren Seen und Flüssen. Der große Vorteil gegenüber dem Vorgängermodell liegt jedoch in der Handhabung. Das 60 Kilogramm leichte Boot lässt sich zu zweit ins Wasser einsetzen. Das haben Dirnberger und seine Kollegen bereits an der Brucker Sandoase, am Steinberger See und auch am Eixendorfer See bei Übungen ausprobiert. Das Vorgängermodell war 50 Kilogramm schwerer. Um es einzusetzen, benötigte man schon vier Helfer. Die stünden aber nicht immer zur Verfügung, sagt Dirnberger. Aber immerhin verfügt die Ortsgruppe mit Simone Maderer und Sabrina Scheuerer über zwei neue Bootsführer. Sie haben jüngst die Prüfung bestanden. Insgesamt stehen nun zwölf Bootsführer für Einsätze zur Verfügung.

„Bei den meisten Unfällen auf und rund ums Wasser ist Leichtsinn die Ursache.“

Stefan Dirnberger, Vorsitzende der Neunburger Wasserwacht

Für den Eixendorfer See sei das Boot jedoch nur bedingt geeignet. Denn mit einer Höchstgeschwindigkeit von 20 Stundenkilometern benötige man zur Durchquerung des sieben Kilometer langen Gewässers rund 20 Minuten. Das sei einfach zu lange, weiß Dirnberger. Die Hauptgefahrenorte lägen auch an entgegengesetzten Orten, nämlich am Sogbereich an der Hauptsperre und am Wasserüberschlag an der Vorsperre bei Hillstett. Wenn akute Gefahr bestehe, wie im vergangenen Juli, als ein Segler auf dem See gekentert war, ist schnelles Handeln gefragt. Die Handlungsfelder der Wasserwacht sind sehr vielfältig. „Wasserwacht macht einfach Spaß“, sagt Stefan Dirnberger.

Übung macht den Meister: Das gilt für die jüngsten Mitglieder der Wasserwacht genauso, wie für Taucher und Bootsführer:

Nur schwimmen ist schöner

Doch dafür hat die Neunburger Wasserwacht auch noch die „Britta“. Das größere Boot mit einem 50 PS-Johnson-Außenborder ist für solche Einsätze wie geschaffen. Doch die „Britta“, benannt nach der Gattin des früheren Chefarzts des Neunburger Krankenhauses, Hajo Steffens, hat ein Manko. Sie ist alt. Genauer gesagt 30 Jahre alt. Der Kunststoff der Schale wird langsam brüchig. Alle fünf Jahre muss es zum TÜV und bei der letzten Prüfung wurde den Wasserwachtlern bereits vom Prüfer bescheinigt, dass es wohl das letzte Mal gewesen sei, das die „Seetüchtigkeit“ bescheinigt werde, erinnert sich Dirnberger.

Die Neunburger Wasserwacht gehört im Landkreis zur Wasserrettungsgruppe Ost. Das ist eine schnelle Einsatzgruppe mit etwa 25 Rettern, die den Bereich von Schönsee über Neunburg bis hin nach Bodenwöhr, Bruck und Nittenau zuständig ist.

Einer der tragischsten Einsätze der Wasserwacht in jüngster Zeit war 2016 der Einsatz in Kainzmühle im Nachbarlandkreis Neustadt an der Waldnaab. Damals war ein Boot mit vier Jugendlichen gekentert. Eine 14-Jährige kam dabei ums Leben. „Bei den meisten Unfällen auf und rund ums Wasser ist Leichtsinn die Ursache“, weiß Dirnberger. Deshalb sollte man den Grundsatz beherzigen: „Schwimm nicht alleine – tauche nicht alleine...“, rät der Retter, der als Polizist auch beruflich zu den Einsatzkräften zählt.

Der Tag der Abzeichen

Die Bootstaufe ist am Samstag, 3.August, ab 13.30 Uhr am Eixendorfer See. Die Wasserwacht wird für Kaffee und Kuchen und Getränke sorgen, die zum Selbstkostenpreis abgegeben werden. Dort erhält das Boot den kirchlichen Segen. Foto: ro
Die Bootstaufe ist am Samstag, 3.August, ab 13.30 Uhr am Eixendorfer See. Die Wasserwacht wird für Kaffee und Kuchen und Getränke sorgen, die zum Selbstkostenpreis abgegeben werden. Dort erhält das Boot den kirchlichen Segen. Foto: ro

Die Bootstaufe wird am Freitag , 2. August, ab 13.30 Uhr sein. Dabei erhält auch das neue Einsatzfahrzeug, ein VW Amarok, den Segen. Bereits einen Tag danach findet von 14 bis 17 Uhr ein weiteres Event statt. Dann veranstaltet die Neunburger Wasserwacht im Freibad ihren Aktionstag „Nur schwimmen ist schöner“. Zum einen können an diesem Nachmittag Kinder und Erwachsene alle Schwimmabzeichen ablegen, vom „Seepferdchen“ bis zum goldenen Schwimmabzeichen. „Zusätzlich bieten wir die Möglichkeit zu kurzen Reanimationstrainings an, und zwar im Rahmen der Aktion Herzensretter“, informiert Dirnberger. Die Strecken, die zu absolvieren sind, finden Interessierte im Internet unter unter www.wasserwacht.de oder auf der Aktionsseite www.nur-schwimmen-ist-schoener.de.

Weitere Nachrichten aus Neunburg und Umgebung lesenSie hier.

Sie sind noch nicht registriert?

Neu registrieren

MessageBox

Nachricht