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Verkehr

Alte Kfz-Kennzeichen stärken die Identität

Neunburgs neuer Bürgermeister Martin Birner wünscht sich das alte „NEN“ an seinem neuen Dienstwagen.

Ginge es nach dem neuen Neunburger Bürgermeister Martin Birner, würden künftig wieder mehr Fahrzeuge mit dem alten NEN-Kennzeichen auf den Straßen zu sehen sein. Foto: ghp

NEUNBURG.Die Verkehrsministerkonferenz hat am Mittwoch vergangener Woche in Potsdam den Weg für die Wiedereinführung früherer Kfz-Schilder freigemacht. Sie stimmte einem Vorschlag der Länder Sachsen, Thüringen und Mecklenburg-Vorpommern zu, die Kennzeichenregelung zu liberalisieren.

Damit entsprachen sie auch dem Vorstoß der Bürgermeister von zwölf bayerischen Städten, welche die alten Kraftfahrzeug-Kennzeichen ihrer Gemeinden wieder zurück haben wollten (die MZ berichtete). Zugrunde liegt der Initiative eine Untersuchung der Hochschule Heilbronn in 81 deutschen Städten, wonach 68 Prozent der Befragten für die Wiedereinführung der Kennzeichen votierte.

Doch selbst wenn der Bund die nötigen rechtlichen Voraussetzungen geschaffen hat – einer Änderung der Kfz-Zulassungsordnung muss der Bundesrat zustimmen – ist die Einführung der alten Kennzeichen noch nicht sicher. Denn die Umsetzung wird bei den Landkreisen liegen. Und die sind von der Idee alles andere als begeistert. Der Deutsche Landkreistag lehnt die Wiedereinführung alter Kennzeichen als „nostalgische Kleinstaaterei“ ab. Eine Rückkehr in die Zeit vor den Gebietsreformen der vergangenen Jahrzehnte bedeute mehr Verwaltungsaufwand und Bürokratie, kritisierte Präsident Hans Jörg Duppré.

Auch beim Landratsamt Schwandorf ist man nicht gerade begeistert über die mögliche Neuerung. Pressesprecher Franz Pfeffer gibt zu, dass man eigentlich erwartet hatte, die Initiative würde scheitern. Eine neue Regelung bedeute in jedem Fall einen erhöhten Arbeits- und Kostenaufwand für die Zulassungsbehörde. Noch seien viele Details offen: Gelte etwa das Wohnortprinzip für die Zuteilung der Kennzeichen etc. „Was wir in jedem Fall brauchen ist eine klare Regelung“, fordert der Pressesprecher.

Laut Pfeffer sind übrigens noch rund 2200 Altkennzeichen im Landkreis Schwandorf, darunter 657 Fahrzeuge/Anhänger mit NEN-Kennzeichen, angemeldet.

Als Anhänger des alten NEN-Kennzeichens outete sich der neue Neunburger Bürgermeister Martin Birner auf Nachfrage der Mittelbayerischen Zeitung. „Ich freue mich über die positive Entscheidung der Verkehrsminister,“ sagte Birner. Es stärke die Heimatverbundenheit zur Pfalzgrafenstadt, ist Birner überzeugt. Allerdings müsste sich der bürokratische Aufwand in Grenzen halten und es müssten klare Regelungen erlassen werden, schränkte das Stadtoberhaupt ein. Im Juni laufe übrigens der Leasingvertrag über den Dienstwagen des Bürgermeisters aus, informierte er. Birner würde sich freuen, als erster ein neues altes NEN-Kennzeichen an seinem Auto anbringen zu dürfen.

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