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Misstrauen

Asklepios-Chef versagt Mitarbeitern Mitsprache

Die Geschäftsleitung initiiert Gesprächskreis zur Zukunft des Klinikums in Oberviechtach – ohne Arbeitnehmervertreter.

Für Asklepios-Geschäftsführer Matthias Meier macht die Beteiligung der Arbeitnehmervertreter am Runden Tisch wenig Sinn. Die Oberviechtacher Betriebsrätin fühlt sich vor die Tür gesetzt. Foto: Archiv

OBERVIECHTACH. Wie es um die Zukunft des Asklepios-Klinikums in Oberviechtach bestellt ist, werden dessen Mitarbeiter wohl aus zweiter Hand erfahren. Zum ersten Treffen des Runden Tisches „Gemeinsam für Oberviechtach“, morgen, ab 17 Uhr im Krankenhaus, sind die Arbeitnehmervertreter des Krankenhauses nicht geladen – glaubt man Informationen, die der MZ vorliegen, wurden sie gar wieder ausgeladen.

Der Runde gehören nach MZ-Informationen die Oberviechtacher Stadträte Alexander Flierl (CSU), Ludwig Berger (CWG), Wilfried Neuber (CWG) und Josef Biebl (SPD), ein namhafter Unternehmer aus der Region und Vertreter der Kirche und aus Pflegeeinrichtungen an.

Vom Chef ausgeladen?

Die Vorwürfe, die ver.di-Gewerkschaftssekretär Robert Linke gestern äußerte wiegen schwer. Bei der Demonstration für den Erhalt der Klinik in Oberviechtach am 15. Januar hätten Ludwig Berger, der Vorsitzende des Krankenhausfördervereins und ver.di einen Runden Tisch angeregt, um über die Zukunft des Oberviechtacher Krankenhauses zu sprechen. Jetzt habe man erfahren, dass Asklepios die Gespräche ohne den Betriebsrat oder die Gewerkschaft ver.di führe. „Wir sehen die Arbeitnehmerinteressen nicht vertreten“, sagt Asklepios-Betriebsrätin und ver.di-Vertrauensfrau Anneliese Kühner. Wie Kühner berichtet, sei die Arbeitnehmerseite vom Vorsitzenden des Krankenhausfördervereins, Ludwig Berger, mündlich geladen worden. Am Rande eines Monatsgesprächs habe sie von Asklepios-Geschäftsführer Matthias Meier erfahren, dass die Arbeitnehmervertreter nicht eingeladen seien. Er fände es „unproduktiv, wenn die Arbeitnehmerseite dabei sei, man käme dann zu keinem Konsens“, erinnert sich Kühner an die Begründung.

Dass die Arbeitnehmer an der Gesprächsrunde hätten teilnehmen sollen, bestätigt allerdings auch Oberviechtachs Bürgermeister Heinz Weigl. Bei einem Gespräch mit Meier Ende Januar hätte der Asklepios-Chef auch ihm gegenüber erklärt, dass die Arbeitnehmervertreter einen Platz in der Runde erhalten sollten. Weigl reagierte prompt und sagte seine Teilnahme am Runden Tisch ab. „Ich gehe nur hin, wenn Arbeitnehmervertreter dabei sind, denn so war es von Herrn Meier angekündigt“, sagte er.

Beteiligte wollen Wogen glätten

Laut Asklepios-Geschäftsführer Matthias Meier soll der Runde Tisch „Verantwortungtragende aus der Region“ ins Gespräch über ihre unterschiedlichen Erwartungshaltungen zur Zukunft der Klinik in Oberviechtach bringen. Mit den Arbeitnehmervertretern stehe die Geschäftsleitung ohnehin in ständigem Austausch. Meier wollte weder die Vorwürfe von Betriebsrat und ver.di noch das Fernbleiben von Weigl kommentieren.

Indes versuchen andere Teilnehmer der Gesprächsrunde die Wogen zu glätten. Ludwig Berger, Mitunterzeichner der Einladung, betont, dass es bei den Gesprächen „in erster Linie um den Erhalt des Krankenhauses geht“. Oberviechtachs Altbürgermeister Wilfried Neuber beschwört ein „Bündnis, um das Haus zu stärken“ und verspricht „ein deutliches Gespräch“. CSU-Stadrat Alexander Flierl erhofft sich, dass die stationäre Grundversorgung für Oberviechtach vielleicht sogar verbessert würde. Er, Berger und Neuber gehen davon aus, dass die Mitarbeiter an späteren Gesprächen beteiligt werden.

Für Anneliese Kühner liegt eher der Schluss nahe, dass die Gespräche am Runden Tisch auf sehr „einseitige Art geführt werden sollen“. (gl)

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