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Auslagerung

Asklepios-Pläne stoßen zunehmend auf Skepsis

Im Landkreis wachsen Zweifel an der Glaubwürdigkeit des Konzerns, der zum 1.Juli die Geriatrie nach Burglengenfeld verlagert.

Trotz Ausbau des Schlaflabors in Nabburg: Die Zweifel an Asklepios wachsen.

Landkreis.Schlafstörungen sind in Zeiten von Arbeitsplatzunsicherheit, hohen Anforderungen im Job und häufig daraus resultierendem Burn-out keine Seltenheit mehr. Sogar Kinder mit Aufmerksamkeitsdefizit-Syndrom (ADHS) zählen mittlerweile zum Kreis der Patienten, die nachts nicht zur Ruhe kommen. Während die Asklepios Kardiologische Klinik Nabburg mit der Erweiterung seines Schlaflabors von fünf auf sechs Plätze seit dem 1. Januar immer mehr Betroffenen helfen will, ist es ebenfalls der Asklepios-Konzern, der derzeit mindestens 20 Menschen im Landkreis den Schlaf raubt.

Wie im Dezember bekannt wurde, wird Asklepios die geriatrische Abteilung vom Krankenhaus Oberviechtach nach Burglengenfeld verlagern. Beschlossener Termin dafür ist der 1. Juli, wie Asklepios-Geschäftsführer Matthias Meier erklärt. Die Gewerkschaft Ver.di läuft Sturm dagegen und plant für 15. Januar eine Protestaktion auf dem Marktplatz in Oberviechtach, an der sich auch der Krankenhausförderverein beteiligt.

Erklärung für Umdenken gefordert

Der Grund: Sowohl vor als auch nach der Übernahme der drei Landkreis-Krankenhäuser Nabburg, Oberviechtach und Burglengenfeld zum 1. Juli 2010 habe Asklepios den Ausbau der Geriatrie in Oberviechtach versprochen, sagt Ludwig Berger, Vorsitzender des Krankenhausfördervereins. Und auch Ver.di spricht von einem „kalkulierten Wortbruch“. Berger ist in großer Sorge und fordert von dem Konzern eine Erklärung für das plötzliche Umdenken.

„Asklepios macht sich völlig unglaubwürdig“, ärgert sich Berger. Als der Konzern vom Kreistag den Zuschlag für die Übernahme der Landkreis-Kliniken bekam, habe es Standortgarantien für sämtliche Abteilungen gegeben. „Statt dem versprochenen Ausbau der Geriatrie ist nun genau das Gegenteil geplant.“

Am schwersten wiegt für den langjährigen Vorsitzenden des Fördervereins, dass die Bevölkerung verunsichert werde und die Patientenströme auf Dauer versiegen könnten. „Aber wir wollen unser Krankenhaus erhalten und tun alles, um das Vertrauen wiederherzustellen.“ Asklepios müsste ihnen allerdings entgegenkommen und den Verlagerungsbeschluss zurücknehmen, so Ludwig Berger.

Eine Million Euro Defizit pro Jahr

Den Vorwurf, mit den Verlagerungsplänen einen Wortbruch begangen zu haben, weist Asklepios-Geschäftsführer Meier zurück. „Wir haben damals die Grundversorgung für Oberviechtach zugesichert – dazu gehört die Geriatrie nicht.“ Diese sei in Oberviechtach mit knapp einer Million Euro Defizit pro Jahr zu teuer. „Wenn wir den Standort akutmedizinisch erhalten wollen, müssen wir an anderer Stelle entlasten“, erklärt Meier die beschlossene Verlagerung. Über den Erhalt der Grundversorgung wiederum würden allein die Planungsbehörden entscheiden, so Meier. Den mehr als 20 betroffenen Mitarbeitern in Oberviechtach droht laut dem Geschäftsführer mit der Geriatrieverlagerung keine Kündigung. Es gelte das „Beschäftigungsgebot“, wie Meier es nennt, wonach die Mitarbeiter für zwei Jahre weiterbeschäftigt werden. Auch ein Facharzt für Geriatrie sei für den neuen Standort bereits gefunden.

Doch auch in Burglengenfeld, wo man von der Verlagerung profitieren könnte, sieht der Betriebsrat den Beschluss mit Skepsis: „Wir müssen uns fragen, inwieweit Asklepios in der Zukunft für Burglengenfeld verlässlich ist“, sagt der Betriebsratsvorsitzende Peter Fleischmann. „Wir hätten es lieber gesehen, dass der Konzern einhält, was er sagt.“ Zudem sei auch die Geriatrische Rehabilitation in Burglengenfeld erstmals defizitär, so Fleischmann. „Nur weil man etwas von A nach B verlagert, heißt das nicht, dass es dann ein Erfolg wird.“

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