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Kirche

Auf viele Details kommt es an

Für die Primiz von Martin Popp am Sonntag laufen in Leonberg seit Monaten Vorbereitungen. Die MZ sprach mit dem „Chefplaner“.
Von Werner Amann

  • Zahlreiche Gläubige, darunter auch die Kinder vom Kindergarten, bereiteten dem Neupriester einen sehr herzlichen Empfang bei seinem Heimatbesuch. Foto: Amann
  • „Dein Wille geschehe“ (fiat voluntas tua) ist der Segensspruch am Primizbogen der Pfarrkirche in Leonberg. Foto: Amann
  • Primizprediger ist Kardinal Gerhard Ludwig Müller, Präfekt der Glaubenskongregation im Vatikan. Popp pflegt eine lange Verbundenheit mit ihm. Foto: Archiv

Leonberg.Voller Vorfreude und Anspannung wartet die Pfarrgemeinde „St. Leonhard“ auf das Großereignis am Sonntag. Bei einem feierlichen Gottesdienst um 10 Uhr findet auf dem Schlossplatz die Primiz von Neupriester Martin Popp statt. Das allein schon wäre Grund genug, dass sich Leonberg von seiner schönsten Seite zeigt und sich mächtig herausputzt.

Nach 33 Jahren ist Martin Popp der erste Primiziant, dem die Pfarrei zu seiner Berufung zum Priestertum beglückwünschen kann. Doch die Feier bekommt weitere Glanzpunkte: Kardinal Gerhard Ludwig Müller, der Präfekt der Kongregation für Glaubenslehre im Vatikan in Rom und ehemaliger Bischof in Regensburg, hält persönlich die Primizpredigt. Außerdem umrahmt der Konzertchor der Regensburger Domspatzen unter der Leitung von Prof. Roland Bücher gesangliche diesen Gottesdienst.

Die Vorbereitungen für dieses „Jahrhundertereignis“ laufen seit Monaten auf Hochtouren. Die Fäden dafür hält Günter Bengler als Sprecher des Pfarrgemeinderates und Organisationsleiter der Primiz, in Händen. Unter anderem wurde ein Primizpfarrbrief erstellt, der neben den Grußworten von Bürgermeisterin Dr. Susanne Plank, Pfarrer Hans-Peter Greimel und Bengler auch den Werdegang des Neupriesters enthält. Außerdem wird darin auch auf die verschiedenen Veranstaltungen hingewiesen, die zur Vorbereitung auf die für Leonberg große Feier durchgeführt wurden.

Priesterweihe am 27. Juni

So gab es bereits am 25. Juni eine Wallfahrt mit Martin Popp zur oberen Kapplkirche (die MZ berichtete), am 26. Juni wurden in der Pfarrkirche ganztägig Anbetungsstunden mit Aussetzung des Allerheiligsten angeboten. Am Samstag, 27. Juni, wurde Martin Popp schließlich zusammen mit weiteren zwei Mitbrüdern im Dom zu Regensburg durch Bischof Rudolf Voderholzer zum Priester geweiht. Tags darauf, am 28. Juni, wurde der Neupriester dann in seiner Heimatgemeinde herzlichst in Empfang genommen.

Martin Popp entschied sich nach seiner Rückkehr vom College in Belgien dafür, Priester zu werden.
Martin Popp entschied sich nach seiner Rückkehr vom College in Belgien dafür, Priester zu werden. Foto: Archiv

Martin Popp entschied sich nach seiner Rückkehr aus Belgien, Priester zu werden. „Nach der 12. Klasse im Seminar der Domspatzen schlug mir mein Internatsdirektor vor, in das Priesterseminar zu schnuppern“, erzählt er im Interview. Er gesteht offen: „Natürlich tauchten immer wieder Überlegungen auf, ob ich die richtige Entscheidung getroffen habe.“ An seinem Entschluss aber änderte das letztlich nichts. Auch, weil ihn die Eltern „in jeder Hinsicht positiv unterstützen“, wie er sagt. Mit Kardinal Müller pflegt er eine „lange Verbundenheit“ – ein Grund, warum der für die Primizpredigt in das relativ kleine und bescheidene Leonberg kommt.

Der Primizbogen vor seinem Elternhaus soll Martin Popp seinen künftigen Weg als Geistlicher weisen.
Der Primizbogen vor seinem Elternhaus soll Martin Popp seinen künftigen Weg als Geistlicher weisen. Foto: Amann

In dieser Woche vor der Primiz hielt der Neupriester mit den Kindergartenkindern einen Wortgottesdienst ab und bei den Abendmessen erteilte er den Primizsegen. Aber auch organisatorisch, so erklärte Primizleiter Bengler der MZ, war man nicht untätig. So wurden schon aus Anlass des Heimatempfangs am Schlossplatz die Fahnen gehisst und bei der Pfarrkirche sowie vor dem Elternhaus von Martin Popp sogenannte Primizbögen aufgestellt. Die größte Herausforderung für die freiwilligen Helfer steht jedoch noch bevor: Alles soll frisch und schön wirken, wenn am Primizsonntag der Altar am Schlossplatz festlich gestaltet werden soll. Deshalb werden die Blumen am Samstag frisch gepflückt und erst am Sonntag – in aller Herrgottsfrühe sozusagen – die ganzen Blumenteppiche gelegt.

Der Schlossplatz in Leonberg ist am Sonntag für den Primizgottesdienst vorbereitet.
Der Schlossplatz in Leonberg ist am Sonntag für den Primizgottesdienst vorbereitet.

Sechs Teppiche sind es, die vom Portal der Pfarrkirche bis hin zum Schlossplatz gelegt werden und symbolhaft die Meilensteine von Martin Popp hin zum Priestertum aufzeigen sollen. Ein weiterer wird vor dem Elternhaus des Primizianten durch eine Frauengruppe aus Holzheim am Forst gelegt, wo die Mutter des Primizianten den Kirchenchor leitet. Die Mustervorlagen dafür erstellte Christine Weiß, die mit dem Frauenteam vom Sachausschuss und freiwilligen Helfer Primiz dann auch für die endgültige Gestaltung zuständig ist.

Primizbraut Emilia geht voraus

Hilfe kam auch von der Stadtverwaltung, die für Freitag und Samstag noch eine Großreinigungsaktion in Leonberg und entlang des Primizweges angekündigt hatte. Auf seinem Weg vom Elternhaus zum Schlossplatz wird der Primiziant von der fünfjährigen Emilia Huber als Primizbraut begleitet. Damit wird ein Brauch erhalten, wonach eine in weiß gekleidete geistliche Braut auf einem Kissen eine Primizkrone oder einen Kelch voraus trägt.

Weitere Infos und Einzelheiten zur Primiz finden Sie im Internet unter www.primiz-leonberg.de.

Terminplan und Lebenslauf

  • Primiz:

    Der Terminplan für Sonntag sieht die Aufstellung der kirchlichen und weltlichen Vereine samt Gästen an der Pfarrkirche für 8.45 Uhr vor. Abgeholt wird der Primiziant am Elternhaus am Kalkofen um 9.15 Uhr. Die Primizmesse beginnt um 10 Uhr am Schlossplatz. Das Primizmahl ist um 13 Uhr für geladene Gäste in der Stadthalle; um 18 Uhr die Dankandacht mit Erteilung des Einzelprimizsegens in der Pfarrkirche.

  • Vita:

    Geboren wurde Martin Popp am 15. Dezember 1988. Er ging zur Grundschule in Leonberg, besuchte 1999 bis 2008 das Musikgymnasium der Domspatzen und 2005 bis 2006 das College Notre-Dame de Tournai in Belgien. Ins Priesterseminar St. Wolfgang in Regensburg trat er 2009, studierte Theologie und wurde 2014 zum Diakon geweiht. Am 27. Juni 2015 war Priesterweihe im Regensburger Dom. (brn)

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