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Verkehr

Bahn: Langer Atem ist nötig

Für den Haltepunkt Maxhütte gibt es doch keine Verbesserung – vorerst. Kämpfernaturen wie Ingrid Brandl lassen nicht locker.
Von Thomas Rieke

Bahn-Fan Ingrid Brandl kämpft unverdrossen für bestimmte Verbindungen, die der Fahrplan bis Dezember 2017 noch garantierte. Unser Bild zeigt sie im Gespräch mit SPD-Stadtrat Horst Viertlmeister, der die Schiene grundsätzlich für die Personenbeförderung gestärkt haben möchte. „Wir brauchen einen 20-Minuten-Takt nach Regensburg“, so seine klare Forderung. Foto: Rieke
Bahn-Fan Ingrid Brandl kämpft unverdrossen für bestimmte Verbindungen, die der Fahrplan bis Dezember 2017 noch garantierte. Unser Bild zeigt sie im Gespräch mit SPD-Stadtrat Horst Viertlmeister, der die Schiene grundsätzlich für die Personenbeförderung gestärkt haben möchte. „Wir brauchen einen 20-Minuten-Takt nach Regensburg“, so seine klare Forderung. Foto: Rieke

Burglengenfeld.Seit vielen Monaten wird im Städtedreieck ein Thema intensiv diskutiert: die Verbesserung des öffentlichen Personennahverkehrs, insbesondere auf der Schiene. Grund für das parteiübergreifende Engagement ist die simple Erkenntnis, dass der stetig gewachsene Güter- und Pendlerverkehr die Leistungsfähigkeit der Straße längst an ihre Grenzen gebracht haben. Sich nach Alternativen umzuschauen, ist also pure Not.

Es gibt mittlerweile diverse weitreichende Konzepte. In Regensburg redet man endlich wieder konkret von einer „Tram“; aber auch eine Stadt-Umland-Bahn sowie eine Städtedreiecksbahn sind Gegenstand der Überlegungen. Aufbruchstimmung unter Planern und Visionären...

Missverständliche PR

Um so härter der Rückschlag, den die Bayerischen Eisenbahngesellschaft (BEG) Ende 2017 verkündete: Bestens bewährte Haltezeiten des Alex wurden zugunsten eines Prestigeprojekts (Verbindung München–Prag) verändert oder aufgehoben. Die Folge sind längere Wartezeiten für Jugendliche aus dem Städtedreieck, die in Schwandorf die Schule besuchen, sowie Zeitverlust und zusätzliche Kosten für Bayern- und Ökoticket-Nutzer, die vormittags nach München möchten. „Der Nahverkehr wird abgehängt“, so das Urteil lokaler Bahnfreunde.

Burglengenfeld-Maxhütte: Es dauert

  • Konsens:

    Der Landkreis hat gemeinsam mit den Städten Maxhütte-Haidhof-Teublitz und Burglengenfeld sein Interesse an der Wiederaufnahme des SPNV zwischen Maxhütte und Burglengenfeld bekundet. Doch die Hürden sind hoch. Als Kriterium wurde u.a. festgelegt, dass das zu erwartende Fahrgastpotenzial werktags 1000 Reisende übersteigt – und zwar auf jedem Streckenkilometer.

  • Zwischenstand:

    Im Ausschuss für für Kreisentwicklung und Umweltschutz gab Landrat Ebeling bekannt, bezüglich des Fahrgastpotenzials könne derzeit keine eindeutige Aussage getroffen werden. Es sei abhängig vom Fahrplan-Konzept und liege je nachdem knapp ober- oder unterhalb der 1000-Personen-Marke. Eine Entscheidung sei voraussichtlich im ersten Quartal 2019 zu erwarten. (ht)

Der Protest blieb nicht aus und war vielfältig – und schien Früchte zu tragen. Eine Mitteilung der BEG in der zweiten Juni-Woche war so zu interpretieren, als hätten die Entscheidungsträger am Fahrplan wieder Korrekturen vorgenommen, die eine Rückkehr zu Bewährten bedeuteten. Kurz darauf aber das Dementi: Es gibt doch keine zusätzlichen Halte des Alex, weder in Maxhütte, noch in Regenstauf, wo der Unmut über die Verschlechterungen seit Dezember mindestens genau so groß ist wie im Städtedreieck. Alles ein Missverständnis. Ganz aufzugeben brauche man die Hoffnung jedoch nicht. Für den nächsten Fahrplanwechsel am 9. Dezember stünden Entscheidungen noch aus.

Im September 2017: Die Deutsche Bahn ermöglichte im Rahmen einer Großübung der Feuerwehr eine Sonderfahrt. Ginge es nach den politischen Entscheidungsträgern im Städtedreieck und dem Kreistag, würde die Strecke grundsätzlich reaktiviert. Doch die Hürden sind hoch. Foto: Barte
Im September 2017: Die Deutsche Bahn ermöglichte im Rahmen einer Großübung der Feuerwehr eine Sonderfahrt. Ginge es nach den politischen Entscheidungsträgern im Städtedreieck und dem Kreistag, würde die Strecke grundsätzlich reaktiviert. Doch die Hürden sind hoch. Foto: Barte

Unterdessen haben politische Mandatsträger und Privatpersonen wie Inge Brandl die Ärmel hochgekrempelt. Sie möchten weiter Druck ausüben und die Bahngesellschaft zum Einlenken bewegen. Dass der Alex-Halt in Maxhütte werktags von 9:17 auf 8.46 Uhr vorverlegt wurde, hält die 63-Jährige für eine unglückliche Entscheidung, weil dies zum Nachteil von Bayern- und Ökoticket-Kunden ist. Den Ersatz des Alex ab Schwandorf um 13.09 Uhr durch eine Länderbahn ab 13.32 Uhr kritisiert sie nicht minder. Schüler aus dem Städtedreieck, deren Unterricht in Schwandorf um 12.40 Uhr ende, müssten nun eine halbe Stunde länger die Zeit tot schlagen.

„Wir brauchen einen 20-Minuten-Takt nach Regensburg.“

Dies sei umso bedauerlicher, als die Jugendlichen auch früher in den Tag starten müssten; ihr Morgenzug in Maxhütte (ein Alex) fährt nun ab 6.34 Uhr (vorher gab es eine Regionalbahn ab 6.46 Uhr).

Den bisherigen Protest hält Brandl für löblich, aber nicht ausreichend. Sie freut sich über das Engagement eines Jan Maschek, der nicht müde wird, seine mutigen Vorstellungen von einem optimierten SPNV zum Besten zu geben. Doch bis diese in greifbare Nähe rückten, verstreiche zu viel Zeit. Brandl geht es jetzt um zwei konkrete Haltetermine am Tag – „und das sollte mit ein bisschen gutem Willen relativ schnell möglich sein“.

Ihre Hoffnung, sich durchzusetzen, schöpft Brandl aus der Tatsache, dass sie schon vor 22 Jahren erfolgreich für eine Verbesserung im Fahrplan der Bahn gekämpft hat. Ihre Strategie: Gute Argumente, Sachlichkeit und Beharrlichkeit. Ferner sammelte sie jede Menge Unterschriften von Unterstützern.

SPD plant UnterschriftenaktionHorst Viertlmeister, Stadtrat

Eine Unterschriftenaktion kündigt jetzt auch Horst Viertlmeister an. Der Sprecher der Maxhütter SPD-Stadtratsfraktion ist prinzipiell ebenfalls ein großer Bahnfan. Doch altbekannte Schwächen, wie Unpünktlichkeit und kurzfristige Ausfälle, ließen ihn vor Jahren zum klassischen Autopendler werden. Tagtäglich kämpft sich der Banker frühmorgens durch den Stau, längst ist für ihn aber der Zeitpunkt gekommen, eine grundlegende Verbesserung des schienengebundenen Personennahverkehrs zu fordern.

„Es muss sich was bewegen. Täglich fahren 8500 Menschen aus dem Städtedreieck nach Regensburg zur Arbeit“, konstatiert Viertlmeister. Es sei ein lohnendes Ziel, alles dafür zu tun, dass für sie eine attraktive Alternative zum Individualverkehr entwickelt werde. Ein 20-Minuten-Takt wäre ideal.

Auch auf der Kreisversammlung der Grünen am Donnerstag ab 19.30 Uhr im Gasthof „3 Kronen“ geht es um die Zukunft der Mobilität. Es referierenKreisrat Rudi Sommer und die Initiatoren der Bürgerinitiative „ALEXsagtNEIN“, Dr. Franz Schmidkunz, Petra Huber und Franz Feichtl. Dabei kommt auch die geplante Umgehungsstraße zur Sprache. Im Anschluss ist Gelegenheit zur Diskussion.

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