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Region Schwandorf
Dienstag, 18. September 2018 26° 2

Verkehr

Bahn verstärkt Takt in Region

Wegen Dauerstaus auf den Autobahnen fahren ab Dezember deutlich mehr Züge. Im Städtedreieck bleiben aber noch Wünsche offen.
Von Reinhold Willfurth

  • Regionalexpresszüge der Bahn (links) und der Oberpfalzbahn (rechts) verbessern das Zugangebot in der Region.Foto: fu / Archiv
  • Eine Stadtbahn-Verbindung von Burglengenfeld nach Regensburg (hier eine Rettungsübung) schwebt vielen Bürgern aus dem Städtedreieck vor.Archiv

Schwandorf. Offiziell ist es die Großbaustelle auf der Autobahn A 3, welche die Bayerische Eisenbahngesellschaft (BEG) zum Nachbessern des Schienenverkehrs zwischen Regensburg und Schwandorf bewogen hat. Tatsache ist aber auch, dass der Protest aus dem Städtedreieck und aus Regenstauf nach den Verschlechterungen, die der Winterfahrplan im Dezember 2017 mit sich brachte, lautstark war.

Wie auch immer: Neun zusätzliche Halte im Bahnhof Maxhütte-Haidhof sollen wieder mehr Menschen, ob Berufspendler, Studenten oder Einkäufer auf dem Weg von und nach Regensburg oder München wieder auf die Schiene bringen. Das ist der Tenor einer Pressemitteilung der BEG von dieser Woche. In Kraft treten sollen die Verbesserungen allerdings erst im Winterfahrplan im Dezember.

Alle 20 Minuten ein Zug

Größte Errungenschaft aus Sicht der BEG ist ein 20-Minuten-Takt während der morgendlichen Hauptverkehrszeit, geleistet von Zügen der Oberpfalzbahn, des Alex und der Deutschen Bahn. Neu ist in diesem Zuge eine Verbindung mit der Oberpfalzbahn, die den Bahnhof Maxhütte um 6.24 Uhr verlässt und um 6.55 Uhr am Regensburger Hauptbahnhof ankommt.

Ingrid Brandl und Horst ViertlmeisterFoto: Rieke / Archiv
Ingrid Brandl und Horst ViertlmeisterFoto: Rieke / Archiv

Zusätzlich wird die DB Regio laut BEG montags bis freitags vier Regionalexpress-Verbindungen auf der Strecke von Nürnberg nach Schwandorf kurzerhand nach Regensburg verlängern – in beide Richtungen und mit Zwischenhalten in Maxhütte-Haidhof und Regenstauf. Die neuen Züge fahren ab Schwandorf gegen 9 Uhr, 11 Uhr, 13 Uhr und 19 Uhr in Richtung Regensburg. In der Gegenrichtung fahren die REs in Regensburg um 8.32 Uhr, 10.32 Uhr, 12.32 Uhr und 16.40 Uhr los.

Der Alex, der bislang kurz nach 9 Uhr in Maxhütte hielt und somit Fahrgäste vergleichsweise spottbillig per Bayernticket oder Ökoticket des RVV zum Einkaufsbummel nach Regensburg oder München brachte, fährt jetzt nach Auskunft von Christine Hecht von der Länderbahn erst um 9.45 Uhr los (9.54 Uhr in Regenstauf) und kommt um 10.05 Uhr in Regensburg an. Wer nach München will, braucht dann Geduld: Erst um 10.44 Uhr startet ein Regionalexpress in die Landeshauptstadt. Eventuell bringe die Einführung des „Flughafen-Express (ÜFEX)“, der ab Dezember von Regensburg zum Münchener Airport pendelt, Verbesserungen. Dafür springt jetzt der RE der Deutschen Bahn ein – aber nur, wenn er tatsächlich kurz nach neun Uhr in Maxhütte losfährt. Die BEG-Formulierung lässt das offen.

Bahn-Vorkämpferin Ingrid Brandl, die grundsätzlich über die Neuerungen „hoch erfreut“ ist, will sich den großen Jubel demnach für einen späteren Zeitpunkt aufheben: „Ich glaube es erst, wenn ich den Fahrplan gelesen habe“.

„Protest hat Früchte getragen“

Ansonsten findet es Brandl „wunderbar“, dass die BEG jetzt so überraschend schnell nachgebessert habe. Das Zusammenwirken von Wirtschaft, Politik und Bürgern habe Früchte getragen. Brandl hat diese Woche begonnen, Unterschriften für eine bessere Bahnverbindung vom Städtedreieck nach Regensburg zu sammeln, eher nebenher „auf dem Weg in die Arbeit“. Nach ein paar Tagen hätten bereits rund 50 Bürger ihr Anliegen schriftlich unterstützt.

„Das ist ein erster Schritt in die richtige Richtung“, sagt Horst Viertelmeister und freut über den „schönen Erfolg für die Bürger“. Der Fraktionssprecher der SPD im Teublitzer Stadtrat, selbst Berufspendler nach Regensburg, kämpft seit langem für Verbesserungen auf der Schiene. Doch um das morgendliche Verkehrschaos rund um Regensburg aufzulösen, bedürfe es einer Art S-Bahn mit zusätzlichen Haltepunkten im Regensburger Stadtgebiet – und idealerweise einem Endhalt in Burglengenfeld, von wo die Pendlerlinie via Teublitz nach Maxhütte-Haidhof führen sollte. „Die Gleisanschlüsse sind da, und die Kombifahrzeuge für Stadt und Land gibt es ebenfalls“, so Viertelmeister. Den jetzigen Erfolg will sich der SPD-Mann nicht alleine auf die Fahnen schreiben, wenngleich MdL Franz Schindler auf Betreiben seiner Parteifreunde bei der BEG vorstellig geworden sei. Druck habe es vermutlich auch aus Regensburg gegeben. „Und im Herbst sind ja auch Wahlen“, so Viertelmeister.

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Stau vermeiden mit Bahnfahren

  • Dichterer Fahrplan:

    Die Bayerische Eisenbahngesellschaft (BEG) baut das Zugangebot zwischen Schwandorf, dem westlichen Landkreis Regensburg und der Oberpfälzer Hauptstadt aus.

  • Zeitplan:

    Die Verbesserungen treten mit dem Winterfahrplan 2018 / 19 in Kraft und sind vorläufig auf sechs Jahre befristet.

  • Baustellen:

    Begründet werden die Verbesserungen mit den Verkehrsbehinderungen auf der Autobahn A 3, die bis 2024 sechsspurig ausgebaut und die seitdem immer wieder für lange Staus sorgen.

  • Zusammenspiel:

    Die Verbesserungen werden durch Oberpfalzbahn und den DB-Regionalexpress (RE) realisiert.

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