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Infrastruktur

Bahnhof als attraktive Visitenkarte

Die Generalsanierung des Bahnhofsgebäudes in Maxhütte-Haidhof ist angelaufen, entstehen soll auch ein Café mit Terrasse.
Von Norbert Wanner

Nach langen Jahren des Wartens wird das Bahnhofsgebäude saniert. Foto: Wanner
Nach langen Jahren des Wartens wird das Bahnhofsgebäude saniert. Foto: Wanner

Maxhütte-Haidhof.Es tut sich was am Bahnhof: Dach, Fenster…, die Arbeiten am Gebäude sind unübersehbar. Im Laufe des kommenden Jahres soll die laufende Generalsanierung abgeschlossen sein. Insgesamt sind drei Bauabschnitte geplant: die Sanierung der „Außenhaut“ des Gebäudes, der Bau einer öffentlichen Toilettenanlage und schließlich der Innenausbau.

Ein „Klassiker“ im Stadtrat

Die Feststellung, dass sich etwas tut, ist dabei nicht selbstverständlich. Über viele Jahre hinweg gehörte der Zustand des Bahnhofs zu den Klassikern bei den Anfragen im Stadtrat, weil sich eben nichts tat. Entsprechend gut war die Stimmung bei Bürgermeisterin Dr. Susanne Plank, als sie bei einem Gespräch mit unserem Medienhaus bekannt geben konnte, was ein Lokführer wohl mit dem Licht am Ende des Tunnels umschreiben würde: Seit Anfang Oktober liegt endlich die Baugenehmigung vor. Das wiederum sorgte auch beim zweiten Gesprächspartner in dieser Sache für gute Laune: Sanzio Dimai. Er ist der Eigentümer.

Das Foto aus der Sammlung von Ortsheimatpfleger Manfred Henn zeigt den Maxhütter Bahnhof um 1960, links neben dem Hauptgebäude war in einer Baracke ein Bahnhofskiosk mit einer kleinen Kneipe untergebracht.
Das Foto aus der Sammlung von Ortsheimatpfleger Manfred Henn zeigt den Maxhütter Bahnhof um 1960, links neben dem Hauptgebäude war in einer Baracke ein Bahnhofskiosk mit einer kleinen Kneipe untergebracht.

2011 hatte die Stadt das Bahnhofsgebäude vom damaligen Eigentümer Günther Riepl zurückgekauft, nachdem sich die erhoffte Sanierung des Gebäudes über Jahre hinweg nur eine Hoffnung geblieben war. Es folgte eine Diskussion darüber, ob es nicht die bessere Lösung wäre, das Gebäude abzureißen und an bestehender Stelle einen Neubau zu errichten. In dieser Debatte meldete sich der historische Arbeitskreis zu Wort und wies auf den historischen Wert des Bahnhofsgebäudes für die Stadt hin. Eine Ansicht, die sich letztendlich in der politischen Diskussion durchsetzte.

„Unter diesem Blickwinkel machte sich die Stadt erneut auf die Suche nach einem Investor“, blickt die Bürgermeisterin zurück. Der wurde schließlich 2015 gefunden, doch immer noch war kein Lichtschimmer zu sehen, was jedoch nicht am neuen Eigentümer lag. Dr. Susanne Plank formuliert es so: „Selbst der kleinste Schritt musste mit dem Eisenbahnbundesamt abgestimmt werden.“ Besondere Schallschutzgutachten, Erschütterungsgutachten, besondere Sicherheitsvorkehrungen – um Arbeiten am Bahnhofsgebäude durchführen zu können, waren deutlich höhere Genehmigungshürden als bei einem normalen Bauvorhaben zu überwinden, erläutert Dimai und lobt in diesem Zusammenhang ausdrücklich Stadt und Landratsamt.

„Wenn Du hier Hilfe brauchst, wird Dir auch geholfen.“ Die Bürgermeisterin bezeichnete den jetzigen Eigentümer als Glücksfall für den Bahnhof. „Meine Prämisse ist es, den Bahnhof in seinem ursprünglichen Charakter zu erhalten. Von der ursprünglichen Eindeckung des Dachs bis zur Fassadengestaltung wird das Gebäude im historischen Aussehen erstrahlen. Wenn das Kind schön ist, gefällt es den Leuten“, so Dimai.

Veränderungen am Bahnhof

  • Umbau 1950:

    Das Bahnhofsgebäude in Maxhütte-Haidhof wurde im Jahr 1950 zum ersten Mal umgebaut. Dabei gingen die ursprünglichen Rundbogenöffnungen im Erdgeschoss und die Fassadengliederung verloren. Weitere größere Veränderungen folgten, darunter beispielsweise der Umbau des Unterstands an der Nordseite zu einem geschlossenen Anbau.

  • Behindertengerechter Ausbau:

    2006 baute die Deutsche Bahn einen Tunnel, damit Fahrgäste dadurch von einem Gleis zum anderen wechseln können. Ein barrierefreier Ausbau unterblieb dabei allerdings. In den folgenden Jahren setzte sich die Stadt immer wieder für dieses Ziel ein. 2014 wurde es schließlich mit dem Bau einer Aufzugsanlage erreicht. (bxh)

Sein Konzept für den Bahnhof sieht auch ein Café vor und „die schönste Terrasse im Städtedreieck“, die zusammen mit dem Café dafür sorgen soll, dass die Leute „nicht mehr nur möglichst schnell vom Bahnhof wegwollen“. Für das obere Geschoss ist noch keine Verwendung festgelegt.

Bei Bürgermeisterin Dr. Susanne Plank und Sanzio Dimai ist der Optimismus groß, dass der Bahnhof künftig eine attraktive Visitenkarte für die Stadt wird und es eine Zukunft für den Bahnhof gibt, der 1860 also Bestandteil der Bahnstrecke Regenburg - Hof von der Ostbahngesellschaft errichtet wurde.

Die historische Aufnahme aus der Sammlung von Ortsheimatpfleger Manfred Henn zeigt den Maxhütter Bahnhof mit dem davor versammelten Personal
Die historische Aufnahme aus der Sammlung von Ortsheimatpfleger Manfred Henn zeigt den Maxhütter Bahnhof mit dem davor versammelten Personal

Der Bahnhof Maxhütte-Haidhof war ein wichtiger Bestandteil für die industrielle Entwicklung der Region, weiß Ortsheimatpfleger Manfred Henn zu berichten. Viele Jahre beherbergte der Bahnhof auch die Poststation. Gleichfalls fuhren von hier sogenannte „Omnibusse“ (von Pferden gezogene große Wägen, auf denen Sitzbänke angebracht waren) auf der schnurgeraden Landstraße (heutige Bahnhofstraße, Burglengenfelder Straße, Villenstraße weiter durch die Austria nach Haugshöhe) und schließlich nach Burglengenfeld.

Zukunft der Bahnstrecke offen

1899 eröffnete man ab dem Bahnhof Haidhof die heute stillgelegte Bahnstrecke nach Burglengenfeld, deren Zukunft noch in den Sternen steht. Auf Anfrage unseres Medienhauses teilte Gregor Glötzl, Leiter der Geschäftsstelle Städtedreieck, mit, „dass es (noch) nichts zu berichten gibt“. Die Bayerische Eisenbahngesellschaft (BEG) prüfe nach wie vor, ob es zu einer Reaktivierung kommen kann. Es könne von Seiten der BEG noch nicht gesichert dargelegt werden, ob sich eine Reaktivierung lohnt oder nicht. Das Ergebnis soll bis Ende des Jahres 2017 vorliegen.

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