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Versorgung

Bartelt war in Schwarzenfeld zu Gast

Der Regierungspräsident mahnte beim Herbstforum zu sparsamen Umgang mit Grundwasser. Auch Kinder sollen sensibilisert werden.
Von Rudolf Hirsch

Sprachen über die Folgen des Klimawandels für die Bildung von Grundwasser (von links): Martin Müller, Benjamin Kopp, Stefan Kremb, Stefan Dick, Axel Bartelt, Andreas Kolbinger, Axel Bauer und Raimund Schoberer  Foto: Rudolf Hirsch
Sprachen über die Folgen des Klimawandels für die Bildung von Grundwasser (von links): Martin Müller, Benjamin Kopp, Stefan Kremb, Stefan Dick, Axel Bartelt, Andreas Kolbinger, Axel Bauer und Raimund Schoberer Foto: Rudolf Hirsch

Schwarzenfeld.„Wasserversorgung und landwirtschaftliche Bewässerung in Zeiten des Klimawandels“ lautete das Thema des dritten Herbstforums der Regierung der Oberpfalz zur Reihe „Grundwasserschutz“. Regierungspräsident Axel Bartelt berief sich bei der Veranstaltung in der Miesberg-Gaststätte auf Expertenprognosen, als er feststellte: „Die Grundwassermengen gehen zurück bei gleichzeitig steigendem Wasserbedarf“.

Der Regierungspräsident zeigte sich überzeugt, dass anhaltende Trockenperioden und ausbleibende Niederschläge diese Entwicklung weiter beschleunigen. Das „Niederschlagsdefizit“ sei nun schon seit zwölf Jahren zu beobachten. Dies bedeute einen steigenden Wasserbedarf für die Landwirtschaft und die Gärtner. Axel Bartelt rief jeden Einzelnen zum Grundwasserschutz auf und bezweifelte, ob denn in Zukunft „noch jedes Stück Rasen bewässert und gemäht werden muss“.

Rund 100 Teilnehmer, darunter Bürgermeister sowie Vertreter von Wasserversorgern, Behörden und der Landwirtschaft, tauschten beim Oberpfälzer Klima-Gipfel ihre Meinungen aus. Dr. Benjamin Kopp vom „Bayerischen Landesamt für Umwelt“ geht davon aus, „dass es in Zukunft noch trockener und wärmer wird und sich deshalb weniger Grundwasser bilden kann“.

Wasserschatzkiste für Kinder

Raimund Schoberer vom Sachgebiet „Wasserwirtschaft“ an der Regierung der Oberpfalz stellte Projekte zum „Grundwasserschutz“ vor und kündigte für 2020 die Aktionen „Wasserschatzkiste und Wasserschule für Kindergärten und Schulen“ an. Ziel sei es, bereits die Kinder für die Themen Trinkwasser- und Grundwasserschutz zu sensibilisieren. Schoberer schlägt eine Vernetzung der Wasserleitungen über Gemeinde- und Versorgungsgrenzen hinaus vor.

Grundwasserschutz

  • Broschüre:

    Das dritte Experten-Forum in Schwarzenfeld war Teil der „Aktion Grundwasserschutz – Trinkwasser für die Oberpfalz“. Dazu brachte die Bezirksregierung eine Broschüre heraus, die die Bedeutung des Untergrundes für die Speicherung des Grundwassers aufzeigt.

  • Filter:

    Wenn Regenwasser im Boden versickert, wird es gefiltert. Je feinkörniger und dichter die Deckschichten sind, desto reineres Wasser kommt unten an und sammelt sich im Boden als Grundwasser.

Für Dr. Andreas Kolbinger vom Staatsministerium für Umwelt und Verbraucherschutz werden in Zukunft die Trinkwasserverbraucher und die landwirtschaftlichen Nutzer stärker in Konkurrenz treten. Er ist der Meinung: „Die Lösung dieses Problems muss im gesamtgesellschaftlichen Interesse liegen“. Die Landwirte seien gefordert, sich neue Anbauverfahren und Bewässerungsmethoden zu überlegen und durch den Anbau von Zwischenfrüchten den Abfluss des Wassers bei Starkregen zu verhindern. Dr. Stefan Kremb vom Bereich Landwirtschaft an der Regierung der Oberpfalz thematisierte die Bewässerung der Kartoffelfelder und sprach die Auswirkungen der geringen Sickerwasserbildung auf die Nitratproblematik an. Seit 2017 gebe es eine neue Düngeverordnung, die 2020 nochmals verschärft werden soll.

Dr. Stefan Dick von der Südstärke GmbH und Dr. Michael Holtschulze von der Lorenz Bahlsen Snack-World GmbH & Co KG sprachen aus der Sicht der lebensmittelverarbeitenden Betriebe über die Folgen des Klimawandels und die Anpassungsmöglichkeiten für den Kartoffelanbau in der Oberpfalz.

Intelligente Steuerung

Dr. Martin Müller von der Arbeitsgemeinschaft Landtechnik und Landwirtschaftliches Bauwesen in Bayern e.V. befasste sich mit der Frage, „wie effiziente Bewässerung technisch und wirtschaftlich gestaltet werden kann“. Axel Bauer, Leiter des Sachgebiets Wasserwirtschaft an der Regierung von Unterfranken, stellte eine Methode vor, „wie Grundwasserentnahmen im Rahmen eines Niedrigwassermanagements intelligent gesteuert werden können“. Dieses Management sei wichtig für einen nachhaltigen Umgang mit Grundwasser in Mangelgebieten, erklärt Raimund Schoberer vom Sachgebiet Wasserwirtschaft.

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