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Computerwelt

Bauer auf der virtuellen Farm

Spieler und Entwickler trafen sich beim Farmcon-Event, der in diesem Jahr bei der Firma Horsch in Sitzenhof stattfand.
Von Ingrid Hirsch

Mit virtuellen Traktoren auf dem Bauernhof unterwegs. Die Teilnehmer am „FarmCon-Event“ bei Horsch durften die neueste Software des Computerspiels „Landwirtschaftssimulator“ testen. Foto: xih
Mit virtuellen Traktoren auf dem Bauernhof unterwegs. Die Teilnehmer am „FarmCon-Event“ bei Horsch durften die neueste Software des Computerspiels „Landwirtschaftssimulator“ testen. Foto: xih

Schwandorf.Vor zehn Jahren hat der damals 28-jährige Schweizer Stefan Geiger zum Zeitvertreib die Software „Landwirtschaftssimulator“ erfunden, die sich heute millionenfach verkauft und zu einem der beliebtesten Computerspiele in Europa geworden ist. Einmal im Jahr treffen sich Spieler und Entwickler zum „FarmCon“. Dieser Community-Event fand am Wochenende auf dem Gelände des Horsch FITZentrum auf dem Sitzenhof statt.

1000 Anmeldungen waren dazu im Vorfeld bei der Firma „Giants“ eingegangen, die Stefan Geiger mittlerweile gegründet hat. Sie wollten die neue Software „Landwirtschaftssimulator 2019“ kennenlernen, die im November auf den Markt kommt und beim Treffen in Schwandorf vorgestellt wurde. Die Software bildet den gesamten Bereich der Landwirtschaft ab, von der Tierhaltung über die Feldbearbeitung bis zur Forst- und Teichwirtschaft. Die Entwickler der virtuellen Welt bilden dabei die Realität möglichst naturgetreu ab und holen sich dazu Rat bei den Fahrzeug- und Geräteherstellern. Unternehmer Michael Horsch ist einer der Unterstützer und bot den Computerfreaks deshalb am Wochenende auf dem Firmengelände eine Plattform.

Spieler ab acht Jahren

Motorengeräusche ertönen über die Kopfhörer, der „Fahrer“ schaut sich um, und setzt den Traktor oder den Mähdrescher in Bewegung. Ganz ohne Führerschein und schon mit acht Jahren. Ab diesem Alter sei das Computerspiel geeignet, erklärt „Giants-Geschäftsführer Christian Ammann. Erfinder Stefan Geiger studierte Informatik und hatte schon jahrelange Game-Entwicklungserfahrung. Da kam ein Freund auf ihn zu mit der Bitte, eine realistische Simulation eines Mähdreschers zu kreieren. Zwei Jahre lang dauerte der Prozess.

FarmCon

  • Gemeinschaft:

    FarmCon ist das offizielle Community-Event für Modder, Entwickler und Spieler des Landwirtschafts-Simulators.

  • Lokalität:

    Ort des Geschehens war dieses Jahr das HORSCH-FITZentrum.

  • Inhalte:

    Geboten waren Vorträge rund um Modding und die Videospielserie an sich, Treffen anderer Mitglieder der einzigartigen Community, Gespräche mit den Entwicklern von GIANTS Software und Einblicke in die Weiterentwicklungen des Spiels.

Hersteller von Landmaschinen wurden kontaktiert und um detaillierte Informationen zu den einzelnen Maschinen gebeten. Die erste Landmaschinenmarke, die kooperativ mitmachte, war Fendt. Mittlerweile sind 40 lizenzierte Marken im Spiel enthalten. Darunter auch die Firma Horsch. 2008 wurde das Spiel erstmals veröffentlicht und ist seither bei den Verkaufszahlen vorne mit dabei. 2009 war es bereits das meistverkaufte PC-Spiel in Deutschland.

Mehr zum Thema: Die Horsch Maschinen GmbH wird beim bayernweiten Unternehmenswettbewerb „Erfolgreich.Familienfreundlich“ geehrt.

Die erste Version bot die Gelegenheit, Ackerbau zu betreiben. Zwei Jahre später konnten auch Tiere gehalten und deren Produkte verkauft werden. Dabei besteht ein betrieblicher Kreislauf. Die Streu im Kuhstall und das Futter können auf den eigenen Feldern produziert werden. Die Gülle dient als Dünger. Dabei sind die mechanischen Funktionen wie im echten Leben. Auch das Getreide wächst manchmal besser und manchmal schlechter. Und wie bestimmt die Software die Wetterlage? „Das geht nach dem Zufallsprinzip über bestimmte Logarithmen im Computer“, erklärt Geschäftsführer Christian Ammann.

Gemeinsame Bewirtschaftung

Bis zu 16 Leute können im Team zusammenarbeiten und gemeinsam einen Hof bewirtschaften. Da geht es nicht nur um die Technik, sondern auch um die Wirtschaftlichkeit im Betrieb. Wo lassen sich Kosten einsparen? Wie entwickeln sich die Preise auf dem Markt? Fragen, die im Spiel zu klären sind. Beim Event bei Horsch trafen Realität und Simulation unmittelbar aufeinander. Während sich die einen mit dem virtuellen Bauernhof beschäftigten, bekamen die anderen die Geräte auf den Feldern vorgeführt.

Die Veranstaltung endete am Sonntagnachmittag mit der Preisverteilung. Gesucht wurde der Spieler, der in einer gewissen Zeit möglichst viele Strohballen auf dem Feld einsammeln und stapeln konnte – das alles natürlich nur virtuell. (xih)

Lesen Sie mehr: Horsch investiert 23 Millionen. Mit der neuen Waldfabrik soll es bald vorbei sein mit der Enge am Stammsitz Sitzenhof.

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