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Region Schwandorf
Freitag, 21. September 2018 25° 4

Verkehrsüberwachung

Bedenkzeit bis zum Herbst

Gemeinderat informiert sich über die Arbeit des Zweckverbandes Kommunale Verkehrssicherheit Oberpfalz.
Von Johann Ippisch

Geschäftsleiter Maximilian Köckritz präsentierte dem Gemeinderat das Konzept des Zweckverbandes Kommunale Verkehrssicherheit Oberpfalz. Foto: sjj
Geschäftsleiter Maximilian Köckritz präsentierte dem Gemeinderat das Konzept des Zweckverbandes Kommunale Verkehrssicherheit Oberpfalz. Foto: sjj

Wackersdorf.Nachdem sich der Gemeinderat am 16. Juli 2014 dafür ausgesprochen hatte, dem Zweckverband Kommunale Verkehrssicherheit Oberpfalz nicht beizutreten, präsentierte jetzt dessen Geschäftsleiter Maximilian Köckritz dem Gremium erneut das Konzept. Bis zum Herbst haben nun die Fraktionen, über eine mögliche Mitgliedschaft im Zweckverband erneut zu beschließen.

1. Bürgermeister Thomas Falter begründete, warum dieses Thema erneut auf die Tagesordnung des Gemeinderat genommen wurde: Nach vier Jahren Zweckverbandes möchte der Gemeinderat dessen neue Erkenntnisse und Ergebnisse wissen. Interessant seien gerade auch die Erfahrungen aus anderen Städten und Gemeinden, die bereits beigetreten sind. Der Ansatz der Gemeinde früher war die mögliche Überwachung des ruhenden Verkehrs gerade im Bereich der Seengebiete. Aktuell gibt es aber auch verstärkt Bürgeranfragen über zu hohe Geschwindigkeiten in Tempo-30-Zonen im Bereich Schule und Kindergarten. Die Gemeinde hat aktuell fünf „Smileys“ im Gemeindegebiet aufgestellt, vier weitere sind bestellt.

„Wo diese Einsicht fehlt, sind Kontrollen und Sanktionen unverzichtbar.“

Maximilian Köckritz

Bereits 61 Gemeinden gehören dem Zweckverband als Mitglied an, betonte Maximilian Köckritz, der die Hintergründe der Kommunalen Verkehrsüberwachung erläuterte.  So sterben bei Tempo 65 acht von zehn Fußgängern, die mit einem Pkw kollidieren. Bei Tempo 50 überleben acht von zehn Fußgänger die Kollision mit einem Pkw. Verkehrssicherheit bedeute, dass sich jeder an die geltenden Verkehrsregeln hält. „Wo diese Einsicht fehlt, sind Kontrollen und Sanktionen unverzichtbar.“ Köckritz zeigte Beispiele, wo sich nach einem Jahr Überwachung wesentliche Verbesserungen in Sachen Verkehrssicherheit einstellten.

Gefahrenpotenziale erkennen

Die Überwachung erfolgt durch 35 Mitarbeitern, die derzeit beim Zweckverband angestellt sind, im ruhenden und fließenden Verkehr. Dabei bedient man sich mit dem Programm A.RES ANALYTIC, das heterogene Daten wie Anzahl der Geschwindigkeitsverstöße, Art der Fahrzeuge oder Höhe der Überschreitungen nach Bußgeldkatalog verknüpft und Gefahrenpotenziale mit den Ampelfarben grün, gelb und rot markiert. Somit kann der Gemeinderat erkennen, wo sich Handlungsbedarf ergibt. Die Gemeinden selbst geben den Überwachungsumfang, die Messstellen, die Prioritäten und auch den Zeitraum der Überwachung vor. Köckritz unterstrich die enge Zusammenarbeit mit der Polizei.

Warum Verkehrsüberwachung?

  • Bei jedem vierten Einsatz kämpfen die Rettungskräfte mit Verkehrsproblemen. Nicht nur Falschparker in der Feuerwehranfahrtszone versperren den Rettern den Weg.

Die Dienstleistung hat natürlich auch ihren Preis – zur Finanzierung des Zweckverbandes. Die Überwachung des ruhenden Verkehrs kostet 30 Euro und des fließenden Verkehrs 100 Euro pro Stunde (bei Zweckvereinbarung 35 bzw. 125 Euro). Für die Sachbearbeitung  werden   zehn Euro je Fall und für die  Verkehrszählgeräte 30 Euro pro Tag erhoben.

In der öffentlichen Sitzung standen zudem private Bauanträge auf der Tagesordnung. Insbesondere wurden isolierte Befreiungen zu den rechtswirksam gültigen Bebauungsplänen ausgesprochen. Im Gewerbegebiet Fabrikstraße wurde der Bauantrag auf Errichtung eines Zwischenbaus zwischen zwei bestehenden Fertigungshallen in der Barbarastraße genehmigt.

Schon zwei Bäume brannten

„Zum zweiten Mal innerhalb von zehn Tagen hat in Wackersdorf ein Baum gebrannt“, berichtete Falter unter den „Informationen des Bürgermeisters“. Zum einen brannte ein Apfelbaum am Gelände des Mehrgenerationenhauses und vor kurzem die sogenannte Mooreiche am Museumslehrpfad. Trotz der extremen Trockenheit der letzten Wochen konnte durch schnelles Eingreifen der Bauhofmitarbeiter Schlimmeres verhindert werden. Die Gemeinde hat „Anzeige gegen unbekannt“ erstattet. Armin Vogel (FW) regte eine Videoüberwachung beim Mehrgenerationenhauses an. Datenschutzrechtliche Gründe sprechen aber gegen das Aufstellen von Videokameras auf öffentlichem Grund, so Falter. 

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