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Tradition

Bei Kesselfleisch Politik debattiert

Beim Schlachtschüsselessen in Muckenbach stand die Koalition im Blickpunkt. Die Veranstaltung lockte viele Politiker an.
Von Philipp Seitz

Nicht nur die Bevölkerung, sondern auch Vertreter aus der Politik kommen jedes Jahr nach Muckenbach. Foto: Seitz
Nicht nur die Bevölkerung, sondern auch Vertreter aus der Politik kommen jedes Jahr nach Muckenbach. Foto: Seitz

Nittenau.Gastwirt Georg Schmidbauer junior nimmt einen Schöpflöffel voller warmen Presssack. Rund 200 Portionen Kesselfleisch und 120 Teller voller warmen Presssack wandern am Rosenmontag über die Theke. Das Besondere: Die Besucher müssen nur die Getränke bezahlen, das Essen selbst ist frei. „Das Schlachtschüsselessen gibt es schon seit 22 Jahren bei uns in Muckenbach“, sagt Schmidbauer.

Es soll ein Dankeschön für die Kunden und gleichzeitig eine Werbung für das Wirtshaus sein: „Wir wollen auch wegen des Wirtshaussterben etwas dafür tun, dass unsere Kunden gerne in die Gaststätte kommen.“ Doch nicht nur das frische Kesselfleisch lockt die Besucher an. Das Gasthaus ist am Rosenmontag auch ein Anlaufpunkt für die örtlichen Politiker. Landrat Ebeling, die Bundestagsabgeordneten des Wahlkreises und mehrere Bürgermeister zählen zu den Stammgästen des Kesselfleischessens. Nittenaus Bürgermeister Karl Bley nennt den Termin ein „politisches Schlachtschüsselessen“. Hier treffe sich die gesamte Politprominenz, egal welcher Colour.

Nittenaus dritter Bürgermeister Albert Meierhofer schätzt an der Traditionsveranstaltung „neben dem super Kesselfleisch auch die ungezwungenen Gespräche mit den politischen Vertretern“. In diesem Jahr drehe sich alles um die Ereignisse und die Ergebnisse der Koalitionsverhandlungen in Berlin. „Da fragt man dann natürlich auch mal beim Abgeordneten nach, wie die Verhandlungen so abgelaufen sind“, sagt Meierhofer.

„Das Schlachtschüsselessen am Rosenmontag gehört einfach dazu.“

Karl Holmeier, Bundestagsabgeordneter

Das bestätigt auch der CSU-Bundestagsabgeordnete Karl Holmeier. Er komme regelmäßig zum Kesselfleischessen, „denn es gehört einfach dazu, dass man während der Faschingstage die Geselligkeit pflegt und dann auch nach Muckenbach kommt“. Ihn hätten viele Besucher auf den Koalitionsvertrag angesprochen, bestätigt der Abgeordnete. Doch die Regierungsbildung sorge nicht nur in Muckenbach für Gesprächsstoff: „Bei jedem Termin ist momentan Thema, wann es in Berlin wieder richtig weitergeht.“

Ein Video von der Veranstaltung finden Sie hier:

Politisches Schlachtschüsselessen kam gut an

Gastwirt Schmidbauer freut sich über den großen Zuspruch. Am Ende sind alle Portionen weg. Doch wie lange er diese Tradition noch aufrechterhalten könne, sei unklar. „Die Vorschriften beim Schlachten werden immer mehr.“ Er müsse deshalb viel Geld investieren. Doch so lange es geht, wolle er daran festhalten: „Mich freut es immer, wenn politisiert wird.“

Seit 22 Jahren findet das Schlachtschüsselessen mittlerweile statt:

Beliebte Tradition

  • Gäste

    Politische Gäste waren in diesem Jahr unter anderem Landrat Thomas Ebeling, der Bundestagsabgeordnete Karl Holmeier und Bezirksrat Thomas Brandl sowie die Nittenauer Stadtspitze.

  • Einladung per Telefon

    Die Einladung nimmt Wirt Georg Schmidbauer telefonisch vor. Er freue sich, wenn an den Tischen politisiert werde und die Gäste ins Gespräch kommen, betont er.

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