mz_logo

Region Schwandorf
Mittwoch, 19. September 2018 27° 1

Gastronomie

Belebung für die Schwandorfer Innenstadt

Die Weinstube an der Weinbergstraße stellt sich neu auf: Geplant sind ein Anbau, ein größerer Biergarten – und Live-Musik.
Von Hubert Heinzl

Nach dem Abriss des Nachbargebäudes an der Spitzwegstraße laufen die Bauarbeiten für den Anbau der Weinstube auf Hochtouren. Inhaber Michael Edenharter plant auf dem Grundstück einen neuen Biergarten. Foto: Heinzl
Nach dem Abriss des Nachbargebäudes an der Spitzwegstraße laufen die Bauarbeiten für den Anbau der Weinstube auf Hochtouren. Inhaber Michael Edenharter plant auf dem Grundstück einen neuen Biergarten. Foto: Heinzl

Schwandorf.Gastronom Michael Edenharter (47) hat die Weinstube an der Spitzwegstraße schon immer mal wieder neu erfunden: Vor 23 Jahren übernahm er das Traditionslokal von seiner Mutter. 2003 eröffnete er den kleinen Biergarten – fünf Jahre später erwies sich die Idee mit dem Rauchverbot als echter Glücksgriff. Vor neun Jahren ergänzte der rührige Gastwirt das Angebot um Guinness und Whiskey und machte aus der reinen Weinstube zur Hälfte ein Irish Pub.

Jetzt steht die nächste Neuorientierung an – getreu Edenharters Motto: „Gut läuft eine Gaststätte immer dann, wenn man am Ball bleibt“. Am 12. März rückten an der Weinbergstraße die Bagger an und machten das baufällige Nachbaranwesen dem Erdboden gleich. Über lange Jahre gehörte es der alteingesessenen Schwandorfer Familie Hierstetter. Doch nach einem Besitzerwechsel verkam das Gebäude zusehends. „Da hat es 20 Jahre reingeregnet. Das Haus war eigentlich nur noch Schrott mit ein bisschen Kosmetik drauf“, sagt Edenharter. Interessant war allerdings die Lage in unmittelbarer Nachbarschaft zur Weinstube. Als das 140 Quadratmeter große Areal aus der Konkursmasse des Vorbesitzers zum Verkauf stand, war sein erster Gedanke: „Da musst du zugreifen“.

Nicht größer – besser werden

So kennen ihn die Schwandorfer: Weinstuben-Wirt Michael Edenharter. Foto: Heinzl
So kennen ihn die Schwandorfer: Weinstuben-Wirt Michael Edenharter. Foto: Heinzl

Erworben hat der Gastronom das Anwesen im Rahmen eines langwierigen Bieterverfahrens, bei dem der Inhaber der Weinstube erst Ende des vergangenen Jahres den Zuschlag bekam. Als Schnäppchen will Edenharter den Neuerwerb nicht verstanden wissen – schon allein wegen der Kosten für den Abriss. Doch der Kauf ermöglicht dem Familienbetrieb einen weiteren Neuanfang. „Wir wollen nicht größer, aber besser werden“, beschreibt der 47-Jährige die Zielsetzung.

Ein kleiner Anbau soll den beengten Verhältnissen in der Weinstube ein Ende setzen. Erneuert werden neben der räumlichen Aufteilung auch die Sanitäranlagen. Der Clou des Projekts aber ist ein etwa 60 Quadratmeter großer Biergarten auf dem ehemaligen Nachbargrundstück, den die neuen Besitzer nach ihren eigenen Vorstellungen gestalten wollen. Einen sechsstelligen Betrag nehmen die Edenharters für das Projekt in die Hand. „Wenn es gut läuft, wird es sich bei 300 000 Euro einpendeln“, sagt der Weinstubenwirt.

„Ich hoffe, dass Immobilienbesitzer diesem Vorbild folgen werden.“

Andreas Feller, Schwandorfer Oberbürgermeister

Zurzeit sind die Mitarbeiter der Firma Donhauser an der Baustelle noch damit beschäftigt, neue Fundamente und eine Teilunterkellerung zu errichten. Wenn alles nach Plan läuft, ist bis zum August oder September der Anbau komplett fertiggestellt. Dann soll die Weinstube etwa vier Wochen geschlossen werden, um den Innenausbau im bestehenden Gebäude über die Bühne zu bringen. Mit der Wiedereröffnung rechnet Edenharter anschließend im Oktober dieses Jahres. In den Wintermonaten soll der Biergarten gestaltet werden; von der etwa vierwöchigen Pause im Sommer einmal abgesehen, plant Edenharter alle Maßnahmen im laufenden Betrieb. Rechtzeitig zur Freiluftsaison im kommenden Jahr soll dann laut Edenharter die Gesamtmaßnahme abgeschlossen sein.

Bereichern will der Weinstuben-Wirt damit nicht nur die Gastronomie, sondern auch das kulturelle Angebot in der Stadt. Dem Gastwirt schwebt eine Art Kleinkunstbühne vor, die vor allem auch von Schwandorfer Bands für Konzerte oder öffentliche Proben genutzt werden soll. Bisher waren die Platzverhältnisse dafür eher ungünstig, standen sich Musiker und Publikum in den beengten Räumen buchstäblich auf den Zehen.

Nach zwei Monaten genehmigt

Auch Oberbürgermeister Andreas Feller besichtigte die Baustelle – zusammen mit Wirtschaftsförderin Maria Schuierer und City-Manager Roland Kittel von der Stadt. Foto: Stadt Schwandorf/Schuierer
Auch Oberbürgermeister Andreas Feller besichtigte die Baustelle – zusammen mit Wirtschaftsförderin Maria Schuierer und City-Manager Roland Kittel von der Stadt. Foto: Stadt Schwandorf/Schuierer

Von der Stadt wurden Abriss und Neubau im Rahmen der laufenden Verwaltungstätigkeit genehmigt, wie Pressesprecher Lothar Mulzer auf Anfrage erklärte. Am 18. Dezember des vergangenen Jahres ging nach seinen Worten der Bauantrag bei der Stadt ein; am 22. Februar erhielt Edenharter den Genehmigungsbescheid. „Die Zusammenarbeit mit der Stadt war gut“, lobt Edenharter, der schon im Vorfeld des offiziellen Antrags das Gespräch mit der Verwaltung gesucht hatte.

Bei der Stadt spielt man den Ball zurück. Oberbürgermeister Andreas Feller, der kürzlich zusammen mit Wirtschaftsförderin Maria Schuierer und City-Manager Roland Kittel zum Baustellenbesuch vorbeigekommen war. Der OB, der zuvor auch dem neu eröffneten Schuhhaus Gruber an der Friedrich-Ebert-Straße einen Besuch abgestattet hatte, lobte das Engagement der Geschäftsleute. „Nur so kann unsere Stadt schöner werden“, sagte er laut einer Pressemitteilung der Stadt. Und: „Ich hoffe, dass weitere Immobilieneigentümer diesem Vorbild folgen und den Windschatten der Sanierung der Friedrich-Ebert-Straße nutzen werden“, so der Oberbürgermeister.

Mehr Nachrichten aus Schwandorf lesen Sie hier.

Erhalten Sie täglich die aktuellsten Nachrichten bequem via WhatsApp auf Ihr Smartphone. Alle Infos dazu finden Sie hier.

Sie sind noch nicht registriert?

Neu registrieren

MessageBox

Nachricht