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Konzert

Bezirksorchester erntet Beifall

55 Musiker sorgten in Oberviechtach für ein mitreißendes Programm. Die Mitspieler kommen aus 31 Vereinen.

Das Bezirksorchester der Oberpfalz deckte bei seinem Konzert die ganze Bandbreite der Blasmusik ab. Foto: Alexander Riedl
Das Bezirksorchester der Oberpfalz deckte bei seinem Konzert die ganze Bandbreite der Blasmusik ab. Foto: Alexander Riedl

Oberviechtach.Das seit dem Jahr 2000 bestehende Orchester des Bezirks Oberpfalz zeigte beim diesjährigen Konzert in Oberviechtach eine ausgezeichnete Leistung. 55 Musiker aus 31 Musikvereinen bereiteten sich unter der musikalischen Leitung von Bezirksdirigent Anton Lottner und Michael Schaefer eine Woche lang im Kloster Ensdorf auf diesen Auftritt vor. Die beiden Dirigenten trafen eine hervorragende Musikauswahl, den Musikern war der Spaß am Musizieren förmlich anzusehen, heißt es in einer Pressemitteilung des Bezirks.

Eröffnet wurde das Konzert mit „Signature“, einem ursprünglich vom belgischen Komponisten Jan van der Roost als Erkennungsmelodie für das eigene Orchester anlässlich seines zehnjährigen Bestehens geschriebenen Werk. Danach ging es weiter in den Zirkus. Vorhang auf, der „Harlequin“ schlägt Purzelbäume, geht auf Händen und treibt seine Späße. Dem Komponist Franco Cesarini ist es hierbei gelungen, mit witzigen Rhythmen und stimmungsvollen Klangbildern den Charakter des Harlequins musikalisch nachzuzeichnen. Die Reise ging vom Zirkus weiter nach Bali. „Jalan Jalan“, indonesisch für laufen oder auch spazieren gehen, wurde von Shin´ya Takahashi für eine musikalische Durchwanderung der Insel der Götter komponiert. Dieser Spaziergang schlägt sich in vier Szenen wieder: Morgenstimmung, Markttreiben am Morgen, Am frühen Nachmittag und Tanz der Männer im Fackelschein.

Ein wispernder Mond

Im Anschluss wurde es sehr viel ruhiger. Bei „As the moon whispers“ erzählt Benjamin Yeo die Geschichte eines kleinen Kindes, das friedlich unter einem Fenster schläft und vom Mond träumt. Dieser flüstert dem Kind zu, dass er es beschützt. Vor der zwanzigminütigen Pause ging es noch in ein irisches Dorf. „Lord Tullamore“ von Carl Wittrock beschreibt mit technisch anspruchsvollen und strahlenden, aber auch ruhigen und gefühlvollen Passagen das Leben in dem kleinen Ort bei irischer Folk Music und einem guten Glas Whiskey.

Die Helfer

  • Konzert:

    Die Blaskapelle Oberviechtach hatte mit ihrem Vorsitzenden Michael Niebauer die Organisation übernommen. More Recording + Production ermöglichte die Tonaufnahme des Konzerts.

  • Probe:

    Lucia Bäuml hatte die Probentage organisiert.

  • Gastgeber:

    Das Kloster Ensdorf sorgte für ideale Bedingungen während der Probenwoche.

„Ceremonial March“ von Jan van der Roost leitete den zweiten Teil des Konzertes ein. Der Komponist war ein echter Liebhaber des international anerkannten Musikers Edward Elgar und schrieb diesen Marsch anlässlich dessen 50. Todestages. Ungewöhnliche Taktarten gab es bei der „Serenade“ von Derek Bourgeois zu hören. Er komponierte diese ursprünglich als Auszug bei seiner Hochzeit. Er erlaubte sich hierbei allerdings einen kleinen Scherz und verwendete dazu Taktarten, zu denen man nicht ausziehen kann (11/8-, 13/8- bzw. 7/8-Takte). Mein Name ist „Bond … James Bond“. Unter diesem bekannten Satz arrangierte Stephen Bulla im gleichnamigen Stück mit dem „James Bond Theme, Goldfinger, Nobody does it better, Skyfall und Live and let die“ fünf bekannte Bond Melodien zu einem Medley.

Die Balkanregion diente im Laufe der Jahrhunderte schon immer als musikalische Inspirationsquelle. Wilde Rhythmen, Überraschungen, Solopassagen, ein schwungvolles, rassiges Stück hat Etienne Crausaz mit dem „Balkan Dance“ geschaffen, bei dem niemand im Saal stillsitzen konnte. Zum Abschluss des a zweistündigen Konzerts ging es zurück in die 1920- Jahre. „The Crazy Charleston Era“ in einem Arrangement von Stefan Schwalgin aus drei klassischen Jazz-Titeln lies das Publikum für einige Minuten genauso wild, verrückt und lebendig mitswingen wie vor hundert Jahren. Witzige Instrumentaleffekte und verrückte Kapriolen des Orchesters schienen sich hier nochmals zu überschlagen.

Achterbahnfahrt als Zugabe

In seinen Schlussworten bedankte sich Lottner, auch im Namen von Schaefer für die beeindruckende Leistung der Musiker und die tolle Woche im Kloster Ensdorf. Durch den lange anhaltenden Applaus ließ sich das Orchester nicht lange bitten und legte noch zwei Zugaben auf. Zum einen den „Florentiner Marsch“ in einer etwas abgewandelten Form mit verschiedenen lustigen Einlagen und dann noch „Rollercoaster“ eine wilde Achterbahnfahrt mit steilen Talfahrten und Kurven, wo das Kreischen der Mitfahrenden zu hören war. Mit nochmals lange anhaltendem Beifall mit stehenden Ovationen verließen die Musikerinnen und Musiker nach ihrer beeindruckenden Leistung, die die ganze Bandbreite der Blasmusik abdeckte, die Bühne.

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