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Region Schwandorf
Freitag, 21. September 2018 25° 3

Tiere

Biber bleibt ein großes Problem

Die Teglgrube in Maxhütte-Haidhof, wo der Nager aktiv ist, bleibt gesperrt. Die Eichen am Nordufer sollen durch Vergrämungsmittel geschützt werden.
Von Christa Bach

  • So sieht in der Teglgrube Durchforstung auf Biberart aus. Foto: Bach
  • Ein sauber geschälter Baum Foto: Bach
  • Den Parkplatz der Teglgrube blockiert eine große Grauerle. Foto: Bach
  • Die Umsturzgefahr der Bäume im Bereich Teglgrube ist derzeit groß. Foto: Bach

Maxhütte-Haidhof.Die Mitteilung der Stadt Maxhütte-Haidhof (die MZ berichtete), dass das Freibad Teglgrube bis zum Beginn der neuen Saison wegen eines Bibers nicht mehr betreten werden darf, hatte für einiges Aufsehen gesorgt. Winterbadegäste bedauerten den Verlust des heimisch-kalten Badevergnügens, Spaziergänger beklagten, dass sie nicht mehr vom Gebiet der Eselweiher kommend über das Gelände wandern konnten und manch Erholungssuchender wurde von Wut über den angeblichen Schädling ergriffen, während Naturschützer um dessen Leben bangten.

Dem Biber selbst sagt sein neuer Lebensraum offensichtlich zu: Eine Familie ist gegründet. Zwar ist der Nager selbst relativ Kamerascheu, doch die Spuren seiner winterlichen Nahrungsbeschaffungsmaßnahmen sind unübersehbar: Mehrere gefällte Erlen, Pappeln und Weiden, sauber geschält, zeugen von seinem Appetit auf junge Zweige und Baumrinde – was ihn in Konflikt mit der Stadt bringt, hat er sich doch mit dem Freibad eine öffentliche Einrichtung ausgesucht, für deren gefahrlose Nutzung die Kommune Sorge zu tragen hat.

Spätestens, nachdem der Biber eine hohe Erle ausgerechnet am Parkplatz in Angriff genommen hatte und diese nun das Gelände blockiert – auch an der Engstelle am Eingang wird mancher Baum nur mehr von zentimeterdünnem Holz aufrechtgehalten –, war man im Rathaus gezwungen, der Verkehrssicherungspflicht nachzukommen und die Teglgrube zu sperren, um Sach- oder Personenschäden durch umstürzende Bäume zu vermeiden.

Der Flurschaden selbst sei allerdings nicht gravierend, so das Ergebnis einer Begutachtung durch die Vertreter der Stadt und der Unteren Naturschutzbehörde mit Johannes Ortner und Georg Lautenschlager. Im Frühjahr, wenn das Nahrungsangebot wieder zunimmt, werde man wohl wieder Frieden vom Biber haben, lautet ihre Prognose. Und nach Beseitigung eventuell noch vorhandener Gefahrenquellen und störender gefällter Bäumen werde man das Bad auch wieder öffnen können.

In der Zwischenzeit wollen die Verantwortlichen versuchen, den wertvolleren Baumbestand, speziell die großen Eichen am nördlichen Ufer, durch Vergrämungsmittel, die dem Nager den Appetit verderben, zu schützen. Schutzzäune seien eher zwecklos, für Biberzähne stellten diese kaum ein Hindernis dar, sagt Ortner und erinnert an zentimeterdicke, durchgenagte Gitterstäbe beim Fangversuch des „Leonberger Bibers“.

Zwar hoffe man, durch Verwehrung von Durchgängen den Biber in weniger stark frequentiertes Gelände zu leiten, doch vorläufig gelte es, sich mit ihm zu arrangieren. Sollte sich allerdings eine Problemverschärfung ergeben, werde man sich an das „Bibermanagement“ mit seinen zwei hauptamtlichen Bibermanagern wenden, um eine allseits vertretbare Lösung zu finden.

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