MyMz
Anzeige

Böller-Anlagen: Stadtrat befürwortet Lärmschutz

Gegen die Schuss-Anlagen im Weihergebiet hat die Stadt nun eine Handhabe.

Das heißt, sollte die Böllerei im Weihergebiet wieder weitergehen, könne Bürgermeisterin Maria Steger sofort die Verordnung in Kraft setzen und die Schießerei beenden. Damit kam man einer Bitte des Teichwirts Johann Dobler nach, um so ein Zeichen zu setzen für die nächsten Gespräche.

Anlass zu dieser Dringlichkeitsmaßnahme war der Betrieb dreier automatischer Schussanlagen zur „Vergrämung“ von Kormoranen im Teublitzer Weihergebiet. Seit der Inbetriebnahme am 7. Mai durch den Teichwirt Dobler aus Nabburg gingen massive Proteste der Bürger aus Teublitz bei der Stadt, der Polizei und beim Landratsamt Schwandorf ein. Die MZ berichtete ausführlich darüber.

Laut Ergebnis einer Fachstellenbesprechung beim Landratsamt gibt es nur die Möglichkeit, durch eine Lärmschutzverordnung diese nervenbelastende Böllerei abzustellen. Zwischenzeitlich, so Steger, habe es „gute Gespräche“ zwischen ihr und dem Teichwirt Dobler aus Nabburg gegeben. Dabei stellte Steger fest, dass die Stadt die Probleme der Teichwirte, die durch die Kormorane verursacht werden, durchaus ernst nehme.

Dobler stimmte dem Vorschlag von Steger zu, ein Netz von Beobachtern und Jägern rund um die Fischteiche im Teublitzer Weihergebiet aufzubauen, die natürlich auch mal einen Schuss abgeben dürfen. Diese mündliche Absprache führte nun dazu, dass seit Donnerstag die Schreckschuss-Anlagen im Naherholungsgebiet von Teublitz abgeschaltet sind.

Zur Begründung einer Lärmschutzverordnung führte Bürgermeisterin Maria Steger aus, dass die Verwaltung mit Geschäftsleiter Franz Härtl die entsprechenden Gutachten und Stellungnahmen von Fachbehörden eingeholt habe. Das Gesundheitsamt Schwandorf gehe davon aus, dass mit dem Betrieb der automatischen Schussanlagen mit Beeinträchtigungen des psychischen und sozialen Wohlbefindens zu rechnen sei. Belästigung durch Lärm kann zur Minderung des psychischen, körperlichen und sozialen Wohlbefindens führen und dabei Reaktionen wie Stress, Gereiztheit und gesundheitliche Beschwerden, Konzentrationsstörungen, Beeinträchtigung der Schlafqualität, Blutdruckerhöhungen auslösen.

Dr. Ring, Fachberater beim Fischereiwesen des Bezirks Oberpfalz und Dr. Klein vom Institut für Fischerei der Bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft vertraten die Auffassung, dass die Vergrämung durch automatische Schießanlage wenig Wirkung zeigen. Einzig der Abschuss führe zu einer spürbaren Verringerung des Bestandes. Der Vogelexperte Karl Büchl von der Vogelstation Regenstauf meinte, dass mit dem Eingriff in die Gelege (Austausch der Eier durch Attrappen usw.) der Kormoranbestand gemindert werden könnte. Er wies aber auch daraufhin, dass im Teublitzer Weihergebiet der geschützte und sehr seltene Pirol vorkomme.

Sie sind noch nicht registriert?

Neu registrieren

MessageBox

Nachricht