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Ermittlungen

Bombe: Verdächtigen auf Mallorca gefasst

Das Polizeipräsidium bestätigt Berichte, wonach der gesuchte Burglengenfelder auf der Urlauberinsel geschnappt wurde.

In diesem Ferienhaus in Peguera ist der Verdächtige festgenommen worden. Foto: MZ
In diesem Ferienhaus in Peguera ist der Verdächtige festgenommen worden. Foto: MZ

Burglengenfeld.Spanische Medien wussten es eher als das Regensburger Polizeipräsidium und die Staatsanwaltschaft Amberg: Der 28-jährige Burglengenfelder, der im Verdacht steht, im Februar im Neubaugebiet Hussitenweg III eine Rohrbombe gelegt zu haben, wurde am Montag im Urlauberort Peguera (4000 Einwohner) im Südwesten Mallorcas festgenommen. Die deutschen Behörden hatten vergangene Woche einen europäischen Haftbefehl beantragt, die Guardia Civil brauchte nicht lange, um auf die Spur des mutmaßlichen Bombenbastlers zu kommen – obwohl er sich, so berichtet die Mallorca Zeitung, absolut unauffällig verhalten haben soll. Details zur Festnahme gaben die Behörden am Mittwoch nicht preis.

In Begleitung der Freundin?

In diesem Ferienhaus in Peguera ist der Verdächtige festgenommen worden. Foto: MZ
In diesem Ferienhaus in Peguera ist der Verdächtige festgenommen worden. Foto: MZ

Ein deutscher Journalist, der für die Mallorca Zeitung arbeitet, hatte auch eher zufällig von der Polizeiaktion erfahren und nahm Kontakt zur Eigentümerin des Ferienhauses auf, in dem der Burglengenfelder angeblich sogar mit einer Freundin seit Tagen logierte. Der 28-Jährige sei so ruhig gewesen, dass ein Nachbar gar nicht bemerkte, dass das Anwesen neben ihm bewohnt war. Aufgerüttelt wurde er erst, als am Montag in seiner Straße bewaffnete Polizei aufkreuzte.

Anderen Zeitungsberichten zufolge wurde der Burglengenfelder am Dienstag per Videokonferenz von einem Haftrichter vernommen. Nun gilt es, über die Auslieferung zu entscheiden, was aber nur Formsache sein dürfte. Von der zuständigen Staatsanwaltschaft Amberg war dazu gestern niemand zu erreichen.

Journalisten auf Mallorca schreiben ferner, bei dem Burglengenfelder handle es sich um einen „Rechtsradikalen“; in einem Fall wird auch behauptet, die spanische Polizei hätte ihn als „Reichsbürger“ ins Visier genommen. Beides kann Dietmar Winterberg, Sprecher des Polizeipräsidiums Regensburg, so nicht bestätigen. Ihm ist es ein Rätsel, wie spanische Kollegen zu dieser festen Annahme kommen konnten. Die Zugehörigkeit zu irgendeiner fragwürdigen Gruppe sei bisher nicht nachweisbar.

Die Urlauberinsel als Versteck

  • Fakt:

    Der polizeilich gesuchte Burglengenfelder wurde in einer Ferienwohnung in Peguera aufgegriffen. Ihm wird vorgeworfen, eine Rohrbombe gebastelt zu haben. Den Verdacht, er sei „rechtsradikal“ oder Mitglied der Reichsbürger-Bewegung, bestätigt die deutsche Polizei nicht.

  • Peguera:

    Der rund 4000 Einwohner zählende Ort ist bei deutschen Urlaubern sehr beliebt und gehört zur Kommune Calvià (ca. 50 000 Einwohner). (ht)

Spezialkräfte durchsuchten am 8. März Haus des Bombenbastlers

Wie berichtet, hatte die Kriminalpolizei Amberg bereits am 8. März versucht, dem mutmaßlichen Bombenbastler von Burglengenfeld auf den Zahn zu fühlen. Durch akribische Ermittlungsarbeit war sie ihm auf die Spur gekommen. Sein elterliches Anwesen inmitten eines älteren Wohnquartiers wurde an besagtem Freitagabend großräumig abgeriegelt, dann schlugen die Einsatzkräfte zu.

Im Haus trafen sie aber nur auf die Mutter des Tatverdächtigen, die aus allen Wolken fiel und nach unseren Informationen sehr verzweifelt ist, weil sie schon ahnte, dass ihr Sohn von der richtigen Bahn abgekommen sein könnte. Bereits am Karsamstag 2018 hatte ein Sondereinsatzkommando das Haus gestürmt. Damals wegen des Verdachts auf illegalen Waffenbesitz (der sich nicht erhärtete).

Ermittlungen

Bombenbastler: Mutter ist schockiert

Ein Burglengenfelder wird verdächtigt, einen Sprengkörper gebaut zu haben. In einem Wohnhaus wurde die Polizei fündig.

Metallrohr, das im Baugebiet Hussitenweg III gefunden wurde, hatte Sprengkraft

Mehrere Stunden durchsuchten Spezialisten der Kripo am 8. März das Wohngebäude; dabei entdeckten sie Gegenstände, „die im Zusammenhang mit der Rohrbombe, die ein Spaziergänger Mitte Februar im Neubaugebiet am Hussitenweg III entdeckte, stehen können“ (Aussage von Polizeisprecher Winterberg).

Der Verdächtige soll diese Rohrbombe, die Mitte Februar im Neubaugebiet Hussitenweg III entdeckt wurde, gebaut haben. Foto: Archiv/bjs
Der Verdächtige soll diese Rohrbombe, die Mitte Februar im Neubaugebiet Hussitenweg III entdeckt wurde, gebaut haben. Foto: Archiv/bjs

Wenig später wurde bekannt, dass sich der mutmaßliche Bombenbastler im westeuropäischen Ausland aufhalten würde. Ob er sich, wie von spanischen Medien spekuliert wird, aus dem Staub machte, weil er spürte, dass der heimische Boden für ihn zu heiß geworden war, oder ob er sich, nichtsahnend, in den Urlaub begab, ist nicht bekannt.

Auslöser der ganzen Ermittlungen ist der Fund der erwähnten Rohrbombe. Einem aufmerksamen Spaziergänger war im Neubaugebiet hinter einem Bauzaun ein etwa 40 Zentimeter langes, an beiden Enden verschraubtes Metallrohr „spanisch“ vorgekommen. Er verständigte die Polizei. Spezialisten stellten wenig später fest, dass das Rohr mit sprengfähigem Material befüllt war. Für Menschen habe zum Zeitpunkt des Fundes aber „keine relevante Gefahr“ bestanden. Aus dem Umfeld des Tatverdächtigen wurde später bekannt, auch schon sein Vater habe vor vielen Jahren mit explosiven Stoffen hantiert.

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