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Sonderausstellung

Braunkohlemuseum: seltene Bierkrüge

Das „Goldene Zeitalter“ der schön verzierten Trinkgefäße waren die Jahre von 1850 bis 1910. Nun werden einige ausgestellt.

HAK-Vorsitzender Jakob Scharf präsentierte bei der Eröffnung der Sonderausstellung „Bierkrüge“ im Steinberger Braunkohlemuseum den Besuchern und Museumsleiterin Renate Rose (links) viele Raritäten, darunter auch eine „Liesl“ mit 3,6 Liter Fassungsvermögen. Foto: ssr
HAK-Vorsitzender Jakob Scharf präsentierte bei der Eröffnung der Sonderausstellung „Bierkrüge“ im Steinberger Braunkohlemuseum den Besuchern und Museumsleiterin Renate Rose (links) viele Raritäten, darunter auch eine „Liesl“ mit 3,6 Liter Fassungsvermögen. Foto: ssr

Steinberg am See.Mit der Vernissage „Bierkrüge“ wurde im Braunkohlemuseum eine vierwöchige Sonderausstellung eröffnet, bei der über 250 verschiedene und zum Teil sehr seltene Krüge präsentiert werden.

Der Vorsitzende des Heimatkundlichen Arbeitskreises, Jakob Scharf, gab einen geschichtlichen Überblick über die „Geschichte des Bierkruges“. Er blendete dabei in die Zeit zwischen 1340 und 1380 zurück, als die Pest in Europa rund 25 Millionen Menschen tötete. Nach deren Ende gab es in mehreren Fürstentümern „Trinkgefäßgesetze“, wonach Speisen und Getränke abgedeckt werden mussten. Auch auch die „Bierproduktion“ aus Hopfen, Getreide, Hefe und Wasser war eine indirekte Folge davon.

Viele hatten ihr eigenes Trinkgefäß

Die Verordnungen führten auch zu einer Qualitätsverbesserung des Bieres, was sich auf die Bierkrugerzeugung auswirkte. Viele hatten ihr persönliches Trinkgefäß, wobei bis ins 16. Jahrhundert die Wohlhabenden Zinnbecher bevorzugten. Aber auch Behälter aus Silber, Glas oder Holz gab es. Steingutexperimente führten zu einer immer besseren Verwendung dieses Materials.

Die Salzglasur wurde um 1400 erfunden und eine lila Mangan-Oxid-Glasur um 1650. Das europäische Porzellan wurde 1709 erfunden, hatte aber keinen spürbaren Einfluss auf die Bierkrügeproduktion. Gegen Ende der Barockzeit waren Zinn- und Silberhumpen immer noch selten.

Der Räusche-Krug

  • Von der bei dieser

    Ausstellung im Museum zu sehenden Vielfalt aus Brauerei-, Vereins-, Orts-, Jubiläums-,Militär- oder Zunftkrügen aus Steingut, Zinn, Glas, Porzellan oder Holz hob der Redner einige hervor.

  • Unter anderem

    einen „Räuschekrug“, der die Kosten für einen leichten und schweren Rausch mit 24 verschiedenen Abstufungen festhält.

  • So kostete ein „Spitzl“

    24 Pfennig, ein „Brand“ 1 Mark 12 Pfennig, ein „Fetzen Rausch“ 1 Mark 30 Pfennig und ein „Saurausch“ 2 Mark und 42 Pfennig. „Bei den heutigen Oktoberfestbierpreisen“ – so der HAK-Vorsitzende – „würde aus dem Saurausch ein Spitzl“.

  • Bis Ausstellungsende

    am 24. Juni werden immer noch Ausstellungsstücke gerne angenommen.

  • Das Museum ist jeden

    Sonntag von 14 bis 17 Uhr geöffnet, für Gruppen und Vereine nach Vereinbarung auch zu jeder anderen Zeit. (ssr)

Die Zeit von 1850 bis 1910 bezeichnet man bei den Bierkrügen als das „goldene Zeitalter“, weil nicht nur die Produktion enorm zunahm, sondern auch die künstlerische Gestaltung und Vielfalt der Formen und Motive. Bei der Ausstellung im Steinberger Museum nehmen Bierkrüge mit Bergbaumotiven aus ganz Deutschland und darüber hinaus eine Sonderstellung ein. Auch Raritäten, die an die BBI-Zeit erinnern, gibt es zu sehen. Jakob Scharf kündigte an, diese Krüge als Dauerausstellung zu integrieren, wies aber auch auf die Raumnot im Museum hin, die fast keine zusätzlichen Exponate mehr zulasse. Abschließend dankte Scharf allen, die Krüge als Schenkung, Dauerleihgabe oder Leihgabe zur Verfügung stellten, sowie den Brauereien Fuchsberger, Jacob und Naabeck für die Unterstützung. (ssr)

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