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Projekte

BRK-Heim: Der Bagger kommt

Gleich nach dem Fasching soll mit dem Rückbau des Burglengenfelder Heims begonnen werden. Viele Bewohner sind verunsichert.
Von Thomas Rieke

Heimleiter Peter Viehauser vor den Neubauplänen, die im Flur des bisherigen Mittelbaus ausgehängt sind. Foto. Rieke

Burglengenfeld.Nach jahrelanger Planung und intensiver Vorbereitung wird es jetzt ernst: Der Startschuss für den Neubau des BRK-Seniornheims in der Dr.-Kurt-Schumacher-Straße steht unmittelbar bevor. In mehreren Bauabschnitten soll mit einem Kostenaufwand von rund 11,3 Millionen Euro der Altbau schrittweise weichen und bis 2022 durch moderne Baukörper ersetzt werden. Für den laufenden Betrieb hat das gravierende Folgen.

Der bisherige Haupteingang Foto: Rieke

Als wir Heimleiter Peter Viehauser zum vereinbarten Termin treffen, ist im Speisesaal gerade Mittagessen. Knapp 40 Bewohner des mit 137 Senioren ausgebuchten Heims nehmen dort regelmäßig ihre Hauptmahlzeit ein. Mit dem Anrücken der Bagger wird das nicht mehr möglich sein, der Saal befindet sich nämlich im Verbindungstrakt zwischen den beiden Hauptbauten und muss als erstes weichen. Auch das beliebte Kaffee-Stüberl wird geopfert.

Gewohntes aufgeben...

Angesichts der Entwicklung ist nach Informationen unseres Medienhauses mancher Bewohner verunsichert. Zwar sind die Bauabsichten seit langem bekannt, und im Flur zum Speisesaal hängen die Pläne sogar öffentlich aus; doch mit dem Countdown ist offensichtlich doch die Nervosität gestiegen. Die als unvermeidlich angekündigten Veränderungen erfordern ein gewisses Maß an Flexibilität und die Aufgabe alter Gewohnheiten – etwas, das gerade für betagte Menschen hart sein kann.

Mittagstisch im Seniorenheim des BRK an der Dr.-Kurt-Schumacher-Straße: Auf ihren geliebten Speisesaal werden die Bewohner künftig verzichten müssen. Denn der bisherige Mittelbau des Ensembles wird als erstes abgerissen, und für den Betrieb in den Neubauten gibt es ein völlig neues Konzept. Foto: ht

Das Mittagessen beispielsweise wird verlegt und in den nächsten Monaten in zwei Aufenthaltsräumen des sogenannten „Plattenbaus“ ausgegeben werden – oder direkt ins Zimmer gebracht. Heimleiter Viehauser versichert, dass jeder Bewohner die Wahl habe zu entscheiden, wo er den Mittagstisch einnehmen möchte. Bis zu jedem einzelnen war diese Botschaft zu Beginn unserer Recherchen aber offenbar nicht vorgedrungen.

„Unsere Küche bereitet für Sie zu...“ Die Küche steht aber in Nabburg. Von dort wird Burglengenfeld beliefert. Foto. Rieke

Das Essen selbst kommt seit kurzem nicht mehr aus der heimeigenen Küche. Der BRK-Kreisverband hat sich als Träger der Einrichtung entschlossen, in seinem Nabburger Gesundheits- und Betreuungszentrum eine größere Zentralküche einzurichten. Von dort aus wird nun auch Burglengenfeld beliefert. Als Grund nennt Viehauser, dass eine eigene neue Küche an der Dr.-Kurt-Schumacher-Straße alleine rund 1,4 Millionen Euro verschlungen hätte. Auf Qualität werde selbstredende auch in Nabburg großer Wert gelegt, „wir machen dort alles selbst“.

Diese Animation zeigt, wie das neue Heim aussehen wird. Hinter den modernen Flachdachbauten ist der sogenannte „Plattenbau“ zu sehen, über den die Verantwortlichen erst 2022 „nach finanziellen Möglichkeiten und Bedarf“ entscheiden wollen. Quelle: Architekturbüro Schönberger Oberviechtach

So schnell wie möglich soll der erste Neubau (Holzständerbauweise) errichtet werden. Parterre wird es wieder einen Kaffeeraum geben, außerdem ist Platz für eine Kapelle und verschiedene Verwaltungsräume. Der Clou aber ist die Integration einer Kinderkrippe. Diesbezüglich kooperiert das BRK mit der Stadt Burglengenfeld, die für diesen Teil Bauherrin ist. BRK-Kreisgeschäftsführer Otto Josef Langenhan ist von der Kombination „Seniorenwohnheim – Kinderbetreuung“ begeistert. „Viel besser kann man es nicht hinkriegen“, schwärmte er im April 2017. Bereits im Dezember 2018 soll die Krippe in Betrieb gehen.

Neues Wohnkonzept

In den Etagen darüber entstehen die ersten neuen Wohnbereiche für die Senioren. Das Konzept sieht Stationen für Gruppen mit bis zu zwölf Personen vor. Jeder hat sein eigenes Zimmer, seine Rückzugsmöglichkeit. Jeder kann diese aber auch jederzeit verlassen, um eine Gemeinschaftsküche und einen Gemeinschaftsraum zu nutzen, in dem künftig gegessen wird, skizziert Viehauser die Möglichkeiten.

Dieser Baukörper, dessen „Markenzeichen“ Waschbetonplatten sind, ist momentan noch überaus nützlich. Spätestens 2022 aber wird entschieden, ob er abgetragen wird. Foto: Rieke

Im zweiten Bauabschnitt sind ab Juni 2019 der Umzug der Bewohner aus dem Altbestand (ehemaliges Kreisspital) ins neue Haus und der Abbruch des direkt an der Dr.-Kurt-Schumacher-Straße gelegenen Objekts vorgesehen. An dessen Stelle wird der zweite Neubau hochgezogen. Unterm Strich soll das neue Heim 104 Senioren Platz bieten, was gegenüber der bisherigen Situation einem Rückgang um 24 Prozent entspricht. Dies ist laut Viehauser der Tatsache geschuldet, dass in Teublitz ein privater Träger erst 2017 ein neues Heim eröffnet hat. Zweifel, sein kleiner gewordenes Haus könnte eventuell nicht mehr wirtschaftlich betrieben werden, hat der Manager keine.

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Donnerstag Sitzung mit Heimbeirat

  • Ausgangslage:

    Eine Großbaustelle parallel zum laufenden Betrieb ist immer mit Einschränkungen verbunden, weiß Heimleiter Peter Viehauser. Ursprünglich sei deshalb auch überlegt worden, ob es nicht besser wäre, alle Bewohner in eine andere Einrichtung umzusiedeln. Das aber hätte für alle den Verlust der gewohnten Umgebung bedeutet.

  • Kommunikation:

    Laut Viehauser gab es viele Vorgespräche, um für alle Beteiligten die beste Lösung auszuloten. „Und immer waren wir in Kontakt mit dem Heimbeirat“, dessen Vorsitzender Angehöriger eines Bewohners ist. Für Donnerstag, 14.30 Uhr, ist eine Vollversammlung mit dem Beirat geplant, um die weiteren Schritte zu besprechen. (ht)

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  • HS
    Heinrich Stockinger
    08.02.2018 14:47

    In BUL ist eh kein Bauplatz mehr. Ich würde sagen man sollte sich entscheiden, den "Plattenbau" aufzustocken.

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