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Geschichte

Bub entdeckt 1000 Jahre alte Münze

Der vierjährige Samuel Ferstl hat die Münze in Burglengenfeld beim Fußballspielen gefunden. Er will sie dem Museum ausleihen.

Der mittlerweile vierjährige Samuel Ferstl hatte die Münze ganz zufällig entdeckt. Foto: André Baumgarten
Der mittlerweile vierjährige Samuel Ferstl hatte die Münze ganz zufällig entdeckt. Foto: André Baumgarten

Burglengenfeld.Knochen, Messer, Keramik, Häuserreste finden Archäologen gewöhnlich in der Oberpfalz, wenn sie gezielt graben. Manchmal kommt ihnen der Zufall zu Hilfe: Der kleine Samuel Ferstl hat eine rund 1000 Jahre alte byzantinische Münze gefunden. Beim Bolzen mit seinen älteren Brüdern auf dem Lanzenanger stolperte Samuel Ferstl, damals drei Jahre alt, im Frühjahr 2019 über eine merkwürdige kleine glänzende Scheibe, die er als passionierter Sammler sofort mitnehmen wollte, obwohl sein Vater meinte: „Was willst Du denn schon wieder mit einem Stein?“ Beim Ausschütteln seiner Hose zu Hause stellte sich der „Stein“ als Münze heraus. Und die Überraschung sollte noch größer werden, denn es handelte sich um eine mittelalterliche Fundmünze, geprägt im 11. Jahrhundert in Byzanz.

Die Münzvorderseite mit der Christusdarstellung Foto: Dr. Margit Berwing-Wittl
Die Münzvorderseite mit der Christusdarstellung Foto: Dr. Margit Berwing-Wittl

Eine Nachfrage im Oberpfälzer Volkskundemuseum erbrachte den Kontakt zum Bayerischen Landesamt für Bodendenkmalpflege, wo Dr. Gabriele Raßhofer in Regensburg und Helmut Friedl in Pfreimd ihr Wissen über diesen Fund zusammentrugen. Nun ist die Münze nach fast einem Jahr wieder in Burglengenfeld angekommen und wurde an Samuel zurückgegeben.

Münze ist rund 1000 Jahre alt

Tatsächlich handelt es sich um eine rund 1000 Jahre alte Bronzemünze aus Byzanz, dem heutigen Istanbul. Das Gewicht beträgt 8,03 Gramm, der Durchmesser 28 Millimeter. Auf der Vorderseite ist eine frontale Christusbüste mit Bart, Kreuznimbus, Krönungsmantel und Tunika abgebildet, die rechte Hand zum Segen erhoben, die linke hält ein Evangeliar. Die Rückseite zeigt ein Kreuz mit der Aufschrift „IS-XS“ und „bAS-IL / bAS-IL“ (XRISTUS / BASILEU / BASILE), was „Christus, König der Könige“ bedeutet und auf die große christliche Tradition des damaligen oströmischen Reiches verweist.

Sehen Sie hier ein Video zum Fund von Samuel Ferstl:

Sensationsfund auf dem Fußballplatz

Samuel will seinen Schatz nun erst mal all seinen Freunden und Verwandten zeigen und wird damit sicher mächtig Eindruck machen. Er hat Museumsleiterin Dr. Margit Berwing-Wittl versprochen, die Münze später einmal dem Museum für eine Ausstellung auszuleihen, teilt die Stadt Burglengenfeld mit.

Wohl ein Einzelfund und kein vergrabener Schatz

In jedem Fall hat Samuel alles richtig gemacht, als er seinen Fund der Forschung überließ, denn nun kann darüber nachgedacht werden, wer wohl im 11. Jahrhundert oder später am Burglengenfelder Lanzenanger diese Münze verloren hat. Es handelt sich sicher um einen Einzelfund, nicht um einen vergrabenen Schatz. Die Lengfelder Burg ist um das Jahr 1000 gegen Angreifer aus dem Osten ausgebaut und befestigt worden, so dass die Münze vielleicht von einem der Belagerer verloren wurde. Vielleicht aber war es auch einer der späteren, freundlich gesinnten, weitgereisten Gäste der neuburgischen Burgherren, der bei einem der festlichen Ritterturniere am Lanzenanger die Münze aus dem Morgenland verlor.

Die Münze

  • Daten:

    8,03 Gramm, 28 Millimeter Durchmesser.

  • Darstellung:

    Auf der Vorderseite ist eine frontale Christusbüste mit Bart, Kreuznimbus, Krönungsmantel und Tunika abgebildet, die rechte Hand zum Segen erhoben, die linke hält ein Evangeliar. Die Rückseite zeigt ein Kreuz mit der Aufschrift „IS-XS“ und „bAS-IL / bAS-IL“ (XRISTUS / BASILEU / BASILE).

Eine weitere Theorie besagt, dass der große Lanzenanger möglicherweise in den Jahren 1095 bis 1291 als Aufmarsch- und Ankunftsplatz für die mittelalterlichen Kreuzzugsteilnehmer gedient hat, etwa wenn sie nach mehrjährigem Zug ins Heilige Land wieder zurückkamen. Auch dabei könnte einem der Teilnehmer die als „Souvenir“ mitgebrachte byzantinische Münze aus der Tasche gerutscht sein. Es gibt noch viel zu spekulieren und zu forschen über den Münzfund.

Geschichte

Knochen, Messer, Häuserreste

Schon 1300 vor Christus lebten am Brunnfeld in Burglengenfeld Menschen. Archäologen dokumentierten jetzt dafür Beweise.

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