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Kommune

Bürger befürchten Brückensperrung

Bei der ersten Bürgerversammlung in Nittenau stand die Bautätigkeit im Fokus. Bley brach außerdem eine Lanze für die Kultur.
Von Renate Ahrens

Das Hochwasser (hier im März verlief es glimpflich) war Thema bei der Bürgerversammlung.  Foto: Renate Ahrens
Das Hochwasser (hier im März verlief es glimpflich) war Thema bei der Bürgerversammlung. Foto: Renate Ahrens

Nittenau.Der geplante Hochwasserschutz mit den damit verbundenen Baumaßnahmen liegt den Nittenauern sehr am Herzen. Das war auch bei der ersten Bürgerversammlung in diesem Herbst im Pirzer-Saal deutlich zu spüren. Schließlich hat die marode, einseitig gesperrte Brücke über den Regen viele Auswirkungen auf das tägliche Leben der Nittenauer. Könnte die Brücke demnächst komplett gesperrt werden? So fragten besorgte Bürger. Alle drei Monate werde eine Brückenprüfung abgehalten, und die aktuelle habe einen Wert von 3,8 ergeben, informierte Bürgermeister Karl Bley. „Bei Note 4 wird gesperrt“, sagte Bley stirnrunzelnd – und ein Raunen ging durch den gut gefüllten Saal. Die Verantwortlichen hätten längst handeln müssen, kritisierte Bley. „Seit dem Hochwasser im Jahr 2002 ist die Baufälligkeit der Brücke bekannt.“ Doch dieses Bauwerk liege im Zuständigkeitsbereich des Staats. Die Regierung habe jedoch bereits grünes Licht signalisiert: „Eine Baugenehmigung steht unmittelbar bevor“, so Bley.

Zunächst soll eine Behelfsbrücke gebaut werden. „Sie hat eine Tragkraft von 30 Tonnen und hält auch Busse und Rettungsfahrzeuge aus“, erklärte der Bürgermeister.

Viele Unannehmlichkeiten

Die halbseitige Sperrung führe nämlich immer wieder zu Chaos im Busbetrieb der Stadt. Vor allem die Schulkinder müssten Umwege und Verzögerungen auf sich nehmen, hob eine besorgte Mutter hervor; und die Buslinienbetreiber seien nicht kooperativ, wurde bemängelt.

Auch die neue Nord-Ost-Umgehung, die kürzlich für den Verkehr freigegeben wurde, würden einige Lkw-Fahrer noch immer nicht annehmen. Man habe deshalb an die Firma Schwinger appelliert, ihre Fahrer darauf hinzuweisen, erklärte Bley auf Nachfrage. Die geplante Umgehung bei Kaspeltshub müsse außerdem endlich fertiggestellt werden, hob Bley hervor. „Sie hat längst Dringlichkeitsstufe eins. Die Planungen fangen nun langsam an.“

Thema der Bürgerversammlung war auch die Kultur in der Stadt. „Ist es unbedingt erforderlich, für Veranstaltungen ein „Haus des Flusses“ zusätzlich zum neuen Rathaus-Dachgeschoss zu bauen?“, fragte ein Bürger. Kultur sei „Image- und Werbeträger einer Stadt nach außen“, gab Bley zu bedenken. Auch die Rathauskonzerte seien es trotz der 3000 bis 4000 Euro Defizit pro Jahr wert, sie abzuhalten, sagte Bley. Auf der Angerinsel, auf der das „Haus des Flusses“ gebaut werden soll, würden im nächsten Jahr als Vorbereitung Gebäude abgerissen. Das Haus des Flusses solle Nittenau auch als Urlaubsort attraktiver machen. „Ich bin überzeugt, wie übrigens viele andere Bürger auch, dass diese Kulturstätten eine Bereicherung sein werden“, betonte Bley und bemerkte: „Man kann sich mit Nichtstun auch zu Tode sparen.“ Ein Modell der Neugestaltung der Angerinsel könne im Rathaus besichtigt werden. Mitarbeiter der Verwaltung würden gerne Auskunft geben.

Radweg ist Sorgenkind

Könnte eine Ampel die Verkehrssituation an der Regentalstraße beim neuen Netto-Markt verbessern? So lautete ein weiterer Diskussionspunkt, den man nun mit dem Bauamt besprechen wolle. Auch das Schulhaus stoße an die Grenzen seiner Kapazitäten. Für eine Erweiterung bestehe Handlungsbedarf. Bei einem weiteren Ausbau des letzten Stücks des Radwegs von Stefling nach Marienthal sei jedoch kein Lichtblick in Sicht. „Die Eigentümer weigern sich hartnäckig, einige Quadratmeter Grund abzugeben.“

Bley stellte auch die aktuellen Fakten der Stadt vor. Insgesamt gebe es 9426 Einwohner. Die Zahl der unter 19-Jährigen steige erfreulicherweise.

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