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Region Schwandorf
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Soziales

Bürgertreff bringt Generationen zusammen

Aus Burglengenfeld nicht mehr wegzudenken: Die Einrichtung im Obergeschoss des ehemaligen „BEZ“ besteht seit fünf Jahren.
Von Josef Schaller

  • „Probier’s mal aus“ ist ein generationsübergreifender Aktionstag, der seit 2014 jährlich veranstaltet wird. Fühlen, Probieren, Erleben und Mitmachen stehen dabei im Mittelpunkt. Insbesondere für Kinder ist diese Veranstaltung eine spannende und aufregende Entdeckungsreise. Foto: bjs
  • Der Bürgertreff bietet auch die passende Bühne für junge Musiker, die gerade dabei sind, ihre ersten „Gehversuche“ zu machen. Das Konzert der Mädchenband A.L.L. Acoustic mit mehrstimmigem Gesang zog viele Jugendliche an. Foto: bjs

Burglengenfeld.„Oh mei, warn des wieder a boar schiane Stund!“ Derartige Aussagen hört man immer wieder mal, wenn die Senioren im Bürgertreff zusammenkommen, wie die Seniorenbeiratsvorsitzende Brigitte Hecht unserem Medienhaus erzählte. Ein Ausdruck dafür, dass sie sich im Bürgertreff am Europaplatz sehr wohl füllen. Seit mittlerweile fünf Jahren dient diese Einrichtung den Menschen als ein Haus der Begegnung. Durchschnittlich 35 Veranstaltungen finden hier jede Woche statt.

Schon von Anfang an zeigten die Bürger großes Interesse. Bereits eine Woche vor seiner offiziellen Eröffnung waren am 23. September 2012 bei einem Tag der offenen Tür über 600 Besucher in den neu geschaffenen Bürgertreff am Europaplatz gekommen, um die Begegnungsstätte kennenzulernen, deren Ziel es ist, den Zusammenhalt der Generationen zu stärken.

Idee für einen Jugendtreff

Der Bürgertreff ist auch der passende Ort für Ausstellungen, da er an sechs Tagen in der Woche geöffnet ist. Vergangenes Jahr wurden unter dem Motto „Autismus“ vier Wochen lang 29 Werke autistischer Künstler gezeigt. Foto: bjs

Im Obergeschoss des ehemaligen „BEZ“ hatte die Stadt eine Fläche von über 600 Quadratmetern über einen Zeitraum von 25 Jahren angemietet, um dort ein Jugendcafé und einen Seniorentreff einzurichten.

Die anfängliche Idee hierzu hatte der ehemalige Jugendpfleger Bernhard Steinbeißer im Jahr 2011, der allerdings lediglich an einen attraktiven Treffpunkt für Jugendliche dachte, die sich nicht in Vereinen organisieren wollen. Er erachtete deshalb eine Anlaufstelle als notwendig, um ihnen sinnvolle Alternativen anzubieten. Konzerte, Lesungen, Infoveranstaltungen, Bildungsangebote, Workshops – all das sollte regelmäßig im Veranstaltungskalender stehen.

Steinbeißer stieß beim damaligen Bürgermeister Heinz Karg auf offene Ohren. Die Stadtverwaltung wollte jedoch „die Gelegenheit beim Schopfe packen“ und noch einen Schritt weitergehen, und auch die Senioren mit einbinden.

Lobeshymnen waren berechtigt

Auf großes Interesse stieß auch der syrisch-bayerische Abend. Über 100 Gäste waren gekommen. Gegenseitiges Kennenlernen stand dabei im Mittelpunkt. Über 90 verschiedene Speisen waren angeboten worden. Foto: bjs

Lob für das Vorhaben, einen Bürgertreff einzurichten und dabei Generationen zusammenzubringen, gab es von vielen Seiten. „Das sollte man in jeder Stadt haben. Es ist eine wunderbare Sache“, betonten die „SeniorBerater“ im Städtedreieck. Altlandrat Hans Schuierer sagte: „Der Bürgertreff ist eine tolle Sache.“ Die Regierung der Oberpfalz, die die städtebaulichen Fördermittel zur Verfügung stellte, sprach von einem „positiven Beitrag zur Entwicklung des Ortskerns“.

Heute zeigt sich: Die Lobeshymnen über den geplanten Bürgertreff hatten damals ihre Berechtigung. Im Oktober war der beliebte Treffpunkt fünf Jahre alt und schon längst zu einer Erfolgsgeschichte geworden. Der Bürgertreff ist aus Burglengenfeld nicht mehr wegzudenken.

Eltern sind sehr angetan

Seit Oktober 2015 leitet Tina Kolb den Bürgertreff. Zum Team gehören auch Brigitte Leikam, Gudrun Bitterer, Ines Wollny sowie Helene Kellner. Foto: Andy Kolb

Tina Kolb, die seit Oktober 2015 den Bürgertreff leitet, betrachtet es als eine ihrer wichtigsten Aufgaben, „Menschen zusammenzubringen“. „Hier ist jeder gut aufgehoben“, sagt sie. „Insbesondere Jugendliche sollten einen Treffpunkt haben, der nicht Schule ist und der nicht Verein ist“, so die gelernte Erzieherin und Elternberaterin. „Hier können sie erst mal runterkommen von der Schule, Musik hören, Billard spielen oder sich am Kickerkasten austoben.“ Und die Eltern seien auch zufrieden, wie ihr immer wieder zu Ohren kommt: „Wenn mein Kind im Bürgertreff ist, muss ich mir keine Sorgen machen.“

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Anfang des Jahres veranstaltete der Seniorenbeirat eine Fotoschau mit alten Burglengenfelder Bildern und Postkarten. Rund 60 Besucher nahmen damals die Gelegenheit wahr, längst Vergangenes in die Gegenwart zurückzuholen. Foto: bjs

Über das Jugendcafé und den Seniorentreff hinaus arbeitet das Bürgertreff-Team inzwischen sehr erfolgreich in einem engen Netzwerk, unter anderem mit der Familienbeauftragen, dem lokalen Bündnis für Familien, der lernenden Region und der Bildungsregion im Landkreis – alle angesiedelt beim Landratsamt Schwandorf – zusammen. Das gleiche gilt bei der Kooperation mit der Volkshochschule im Städtedreieck, den Jugendpflegern sowie zahlreichen Vereinen und Organisationen. Auch die Zusammenarbeit mit Schulen wird immer mehr ausgeweitet.

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