mz_logo

Region Schwandorf
Freitag, 20. Juli 2018 28° 3

Bauerntheater

Campingplatz statt Malediven

Die Theatergruppe Pottenstetten feierte Premiere mit dem amüsanten Drei-Akter „Mit Schlafsack und Kamillentee“.
Von Josef Schaller

  • Ein Urlaub auf dem Campingplatz steht bevor: Zwei junge Kosmetikvertreterinnen werden als „Holländerinnen“ engagiert, in der Mitte Theaterleiter Robert Graf als leidgeprüfter Ehemann Gottfried. Foto: bjs
  • Die Frauen gewinnen einen „Traumurlaub“ bei einem Preisrätsel im Radio (Anita und Klothilde, von links) und müssen zum Campen Foto: bjs
  • Die Holländerinnen werden des Diebstahls bezichtigt und festgenommen. Die Ehefrauen hatten diesen gemeinen Plan inszeniert Foto: bjs
  • Die Holländerinnen als Wunderheilerinnen. Schnell war Gottfried wieder gesund. Foto: bjs
  • Robert Graf feiert heuer sein 30. Bühnenjubiläum. Foto: bjs

Burglengenfeld.Seit 1989 ist er ununterbrochen beim Pottenstettener Bauerntheater dabei. Beim diesjährigen Stück „Mit Schlafsack und Kamillentee“ feiert Theaterleiter Robert Graf sein 30-jähriges Bühnenjubiläum. Heuer spielt er den leidgeprüften Ehemann Gottfried, der zusammen mit seinem Freund Oswald (Michael Feuerer) alle Hebel in Bewegung setzt, um den vor einigen Jahren ihren Ehefrauen versprochenen Traumurlaub auf der „Aida“ zu verhindern. Viel lieber gehen die beiden nämlich zum FKK-Strand an den Saltendorfer Weiher.

Die Männer schmieden einen Plan, um die Frauen von ihrem Traumurlaub abzuhalten. Foto: bjs
Die Männer schmieden einen Plan, um die Frauen von ihrem Traumurlaub abzuhalten. Foto: bjs

Seit Wochen ist Gottfried deswegen schon krank. Neben Leber, Galle, Magen und Bandscheibe ist auch sein Blutdruck außer Rand und Band und ein Herzinfarkt könnte jeden Moment seinem Leben ein Ende bereiten. Bier wurde längst von der Getränkeliste gestrichen und durch Kamillentee ersetzt. Viel zu gefährlich, in diesem Zustand, die Luxusreise auf dem Traumschiff anzutreten, schon allein wegen der Zugluft auf dem Meer.

Nicht einen Cent ihres schwer verdienten Geldes wollen Gottfried und Oswald hierfür ausgeben. Doch haben sich ihre Frauen Anita (Christine Ippisch) und Klothilde (Conny Unger) erst einmal etwas in den Kopf gesetzt, wird es schwierig, es ihnen wieder auszutreiben. Aber wozu hat man Freunde?

Weitere Vorstellungen

  • Insgesamt gibt es

    das Stück zwölf Mal zu sehen. Alle Vorstellungen sind ausverkauft. Erstmals wird eine Vorführung unter der Woche, am Mittwoch, den 28. März um 19 Uhr, gezeigt.

  • Weitere Termine:

    1. April, 2. April, 6. April, 7. April, 13. April, 20. April, 21. April und 27. April. Die Veranstaltungen beginnen jeweils um 20 Uhr, mit Ausnahme am 2. April (19 Uhr).

Gemeinsam mit dem Polizisten Franz (Thomas Hofrichter) ersinnen die vom Unglück verfolgten Ehemänner einen Plan. Dabei kann Gottfried auch auf seinen Sohn Klaus (Markus Scheibinger) zählen, auch wenn dieser manchmal ein wenig unbeholfen ist. Anita und Klothilde gewinnen im Radio völlig unverhofft einen Traumurlaub. Sie werden jedoch schnell wieder aus ihren Träumen gerissen und stattdessen in einen Schockzustand versetzt. Die Reise geht nämlich nicht nach „Maledivien“, wie sich die Damen erträumt hatten, sondern nach Kallmünz zum Zelten.

Klothilde (li) und Anita verfolgen skeptisch das Treiben der Männer. Foto: bjs
Klothilde (li) und Anita verfolgen skeptisch das Treiben der Männer. Foto: bjs

Und so kommt es, dass sich die gesamte Reisegesellschaft, mehr oder weniger freiwillig, im Wohnzimmer unter „Echtbedingungen“ auf den Campingurlaub vorbereitet. Schlafzimmer und Küche werden zum Sperrgebiet erklärt, die Toilette durch ein Dixi-Klo ersetzt. Um die Stimmung auf einem Campingplatz möglichst echt einzufangen, werden zwei Kosmetikvertreterinnen kurzerhand als „Holländerinnen“ engagiert. Es müssen Wunderheilerinnen sein, denn Gottfrieds Gesundheitszustand bessert sich schlagartig. Anita und Klothilde müssen erkennen: Spätestens im zweiten Frühling laufen auch Männer zu Hochform auf. Sie befürchten das Schlimmste: Campen bis zum Lebensende. Da hilft nur noch Mottenpulver und ein heimtückischer Plan.

Feuerwerk an Situationskomik

Oswald und Gottfried wollen die inhaftierten Damen retten und gehen auf das Ganze. Dabei verkleiden sie sich sogar als Nonnen. Am Ende landen sie im Gefängnis. Foto: bjs
Oswald und Gottfried wollen die inhaftierten Damen retten und gehen auf das Ganze. Dabei verkleiden sie sich sogar als Nonnen. Am Ende landen sie im Gefängnis. Foto: bjs

In dem Drei-Akter der Erfolgsautorin Regina Rösch wird ein wahres Feuerwerk an Situationskomik, Wortwitz und amüsanten Dialogen entzündet. Frauen und Männer zeigen, wie sie wirklich ticken und beweisen ein ums andere Mal ihre blühende Fantasie, wenn es darum geht, dem jeweils anderen Geschlecht ein Schnippchen zu schlagen.

Zum Leidwesen ihrer Männer werden sich die Frauen allerdings am Ende durchsetzen und doch noch die Traumreise auf der Aida antreten. Aber ohne ihre Gemahle. Die landen nämlich im Gefängnis. Es ist ein Stück, das sowohl Spielern als auch dem Publikum Lust auf Theater macht.

Mehr Nachrichten aus Burglengenfeld lesen Sie hier.

Erhalten Sie täglich die aktuellsten Nachrichten bequem via WhatsApp auf Ihr Smartphone. Alle Infos dazu finden Sie hier.

Die Kommentarfunktion steht exklusiv unseren Abonnenten zur Verfügung. Als Abonnent melden Sie sich bitte an oder registrieren Sie sich. Alle anderen Nutzer finden preiswerte Angebote in unserem Aboshop.

Anmelden Registrieren Zum Abo-Shop

Sie sind noch nicht registriert?

Neu registrieren

MessageBox

Nachricht