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Dienstag, 19. Juni 2018 23° 3

Freizeit

Champions haben den Dreh raus

100 Speedcuber aus der ganzen Welt reisten zum „Schwandorf Open“ an. Flinke Finger und Konzentration sind dabei das A und O.
Von Dietmar Zwick

Sie ließen sich durch nichts ablenken. 100 Teilnehmer nahmen in Schwandorf am „Speedcubing“ in der Oberpfalzhalle teil. Fotos: Zwick
Sie ließen sich durch nichts ablenken. 100 Teilnehmer nahmen in Schwandorf am „Speedcubing“ in der Oberpfalzhalle teil. Fotos: Zwick

Schwandorf.Am Samstag und Sonntag stand der Zauberwürfel oder, auf gut Englisch, „Rubik’s Cube“ in der Schwandorfer Oberpfalzhalle im Mittelpunkt des Geschehens. Markus Pirzer aus Münchshofen/Teublitz hatte zum dritten Mal ein Speedcubing-Turnier ausgerichtet, und rund 100 Teilnehmer kamen. Nicht nur aus Deutschland waren sie angereist, sondern Nationalitäten aus der ganzen Welt wie Österreich, USA, Tschechien, Russland, Schweden, Ungarn, England, Korea, Slowenien, Luxemburg, Ukraine, Spanien oder Indien waren vertreten. Mit dabei waren zudem die beiden schnellsten Deutschen Speedcuber, Sebastian und Philipp Weyer, wobei Sebastian den Rekord im Vierer-Würfel bei Durchschnitts- und Einzelzeit hält.

Ernö Rubiks Erfindung

Veranstalter Markus Pirzer war zufrieden.
Veranstalter Markus Pirzer war zufrieden.

Beim „Rubik’s Cube“ handelt sich um ein Drehpuzzle, das 1974 der ungarische Bauingenieur und Architekt Ernö Rubik erfunden hat und das 1980 den Sonderpreis „Bestes Solitärspiel“ des Kritikerpreises „Spiel des Jahres“ erhielt. Der Würfel erfreute sich insbesondere Anfang der 1980er Jahre großer Beliebtheit. Bei einem Zauberwürfel in Standardgröße handelt es sich um einen Würfel mit einer Kantenlänge von 57 Millimetern, gemessen an den Mittelachsen. Es gibt allerdings auch größere oder kleinere Varianten wie mit einer Kantenlänge von 54,4 Millimetern. Der Würfel ist in der Höhe, Breite und Tiefe in jeweils drei Lagen unterteilt, die sich durch 90-Grad-Drehungen um ihre jeweilige Raumachse zur Deckung bringen lassen. Dadurch können Position und Lage von 20 der insgesamt 26 Steine fast beliebig verändert werden. Auf die nach außen sichtbaren Flächen der Steine sind kleine Farbflächen geklebt, oder die Steine selbst sind gefärbt.

In der Grundstellung sind die Steine so geordnet, dass jede Seite des Würfels eine einheitliche, aber von Seite zu Seite unterschiedliche Farbe besitzt. Der Standardwürfel ist in der Grundfarbe schwarz, und die Farbgebung der Flächen entspricht Weiß gegenüber von Gelb, Blau gegenüber von Grün und Rot gegenüber von Orange. Die Orientierung der Farben beim Betrachten des weiß-blau-roten Ecksteins entspricht Weiß oben, Blau rechts und Rot links. Bei einem Würfel in der Grundfarbe weiß wird die weiße Fläche oftmals durch eine schwarze getauscht. Ziel ist es für gewöhnlich, den Würfel wieder in seine Grundstellung zu bewegen, nachdem zuvor die Seiten in eine zufällige Stellung gedreht wurden. Auf den ersten Blick erscheint diese Aufgabe außerordentlich schwierig, doch entwickelten kluge Köpfe schon frühzeitig Strategien, deren Kenntnis ein relativ leichtes Lösen gestattet. Speedcuber können mit 45 bis 60 Bewegungen einen beliebig verdrehten „Rubik’s Cube“ lösen.

Beim Speedcubing, also dem Lösen auf Zeit, kommt es auf das schnelle Erkennen von Stellungen, das Verinnerlichen einer hohen Anzahl von Algorithmen, das Vorausplanen und Fingerfertigkeit an. Speedcubing ist eine Sportart oder vielleicht auch eher ein nettes Hobby, bei dem man den Rubiks Cube, den Zauberwürfel, so schnell wie möglich löst. Hierbei gehen Speedcuber aus der ganzen Welt nach bestimmten Lösungswegen und Algorithmen vor und versuchen durch neue Techniken oder mehr Algorithmen, doch vor allem durch viel Übung, immer schneller zu werden. Ihr Können beweisen sie dann auf offiziellen Wettbewerben der „World Cube Association“, wo ihre Zeiten offiziell werden. Der aktuelle Weltrekord wird gehalten vom Australier Felix Zemdegs mit 4,22 Sekunden. Er benutzt die Fridrich-Methode, wie viele weitere Speedcuber auch, welche aus vier Schritten besteht.

Beim Schwandorf Open traten die Teilnehmer an in Zweier-, Dreier-, Vierer- und auch Fünfer-Würfel – Disziplinen, die sie auch blind ausführten oder nur mit einer Hand, was ein großes Maß an Disziplin, Konzentration und darüber hinaus enorme Fingerfertigkeit voraussetzt. Darüber hinaus gab es den Wettbewerb nicht nach Zeit, sondern auch in der Disziplin, den Würfel mit möglichst wenig Zügen wieder zu ordnen.

Es gibt auch „Zauberpyramiden“



Nicht nur den Würfel in verschieden Bauformen verdrehten die Spezialisten, sondern auch den sogenannten „Pyraminx“, ein etwa sechs Zentimeter großes mechanisches Geduldsspiel in Form eines gleichmäßigen Tetraeders, das vom Prinzip und Aufbau her mit dem Zauberwürfel von Ernö Rubik vergleichbar ist. Daher ist auch die Bezeichnung „Zauberpyramide“ gebräuchlich.

Pirzer entdeckte das Speedcubing im Internet und nahm das erste Mal 2006 an einem Wettbewerb teil. Auch nach zwölf Jahren hat er nicht das Interesse daran verloren. „Es werden immer wieder neue Lösungswege auf Basis der Algorithmen gefunden“, sagt er. Und er weiß genau, wenn er dreht, welche drei Steine, Ecken oder Kanten gerade ihre Lage verändern.

Angefangen hat er mit einem Lösungsbuch, doch mittlerweile gibt es im Internet eine Reihe von Lösungswegen oder auch Videos. Dabei werden die Zugfolgen mit Buchstaben für die sechs Seiten wie oben, unten, links, rechts, vorne oder hinten, jedoch in Englisch, bezeichnet. Eine Formel lautet Zum Beispiel „RUR’URU2R'“. „R'“ bedeutet eine Drehung der rechten Seite um 90 Grad gegen den Uhrzeigersinn. Bei Wettbewerben haben die Würfel die gleichen Ausgangsstellungen. Ein Computerprogramm fest, wie der Würfel verdreht wird. In Schwandorf gab es am Sonntag zwölf Disziplinen und für jede einen ersten bis dritten Preis. Als Preise gab es, wie konnte es auch anders sein, verschiedene Würfel oder auch Gutscheine.

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