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Chance vertan

Ein Kommentar von Roland Thäder

Es hilft kein Zetern und kein Klagen, die Geschichte der WAA ist Teil der Identität des Landkreises Schwandorf und sogar der Republik. Wer in anderen Teilen Deutschlands unterwegs ist und gefragt wird, woher er denn komme, erntet meist nur ein Achselzucken, wenn er Schwandorf als seine Heimat nennt. Bei „nördlich von Regensburg“ hellt sich das Gesicht des Gesprächspartners etwas auf, fällt der Name Wackersdorf, ist alles klar. Somit wäre es 25 Jahre nach dem Aus für die Atomfabrik an der Zeit, an diesen Teil der Geschichte auch vor Ort zu erinnern, denn er war ja die Grundvoraussetzung für den wirtschaftlichen Erfolg der Region, wenn auch anders, als von der Staatsregierung einst angedacht.

Dass die Firmen großteils darauf ablehnend reagieren und die Mehrheit im Kreisausschuss diese Ansicht kleinmütig teilt, ist kaum nachvollziehbar. Wegen ein paar Gedenktafeln am Ort des Geschehens außerhalb der Firmengelände ändert sich an der Sicherheitslage nichts, und es würden auch keine alten Schlachten neu geschlagen. Vielmehr wäre es eine Form der Dokumentation für die Nachwelt. Das Gedenken auf das Haus der Bayerischen Geschichte zu beschränken, ist abwegig. Ansonsten könnte man Kriegerdenkmäler, Stolpersteine und ähnliches gleich mit ins Depot stellen. Hier ist eine Chance zur Aufarbeitung vertan worden.

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